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Migrantenkinder mit schlechteren Chancen auf dem Arbeitsmarkt

Jugendliche mit ausländischen Wurzeln haben es auf dem deutschen Arbeitsmarkt nach wie vor schwerer als Kinder deutscher Eltern.

Berlin (afp) – Jugendliche mit ausländischen Wurzeln haben es auf dem deutschen Arbeitsmarkt nach wie vor schwerer als Kinder deutscher Eltern. Der Anteil arbeitsloser, in Deutschland geborener Jugendlicher und junger Erwachsener mit Migrationshintergrund war im Jahr 2013 mit 15 Prozent mehr als doppelt so hoch wie bei Gleichaltrigen mit hierzulande geborenen Eltern, wie aus einer am Donnerstag vorgestellten Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und der EU-Kommission hervorgeht.

Diese Lücke ist in Deutschland auch größer als in anderen Ländern. OECD-weit lag die Arbeitslosenquote von 15- bis 34-Jährigen, deren Eltern im Ausland geboren sind, laut der Untersuchung nur zwei Prozentpunkte über der Quote Gleichaltriger ohne Migrationshintergrund.

Auch bei der Bildung liegen Zuwandererkinder weiter zurück. Nur jeder Sechste verfügt der Studie zufolge über einen Hochschulabschluss oder einen Meisterbrief. Bei den unter 35-Jährigen ohne Migrationshintergrund ist es dagegen demnach jeder Dritte. Im EU-Durchschnitt fällt der Unterschied laut OECD „weit geringer“ aus. Im Durchschnitt von 16 OECD-Ländern, für die entsprechende Daten vorliegen, seien Migrantenkinder sogar häufiger hochgebildet als ihre Altersgenossen ohne Migrationshintergrund.

Ein höherer Abschluss hilft Jugendlichen mit Migrationshintergrund auch nicht immer auf dem Arbeitsmarkt. Die Beschäftigungsquote von Migrantenkindern mit Hochschulabschluss liegt laut der Studie sieben Prozentpunkte unter der von Hochqualifizierten ohne Migrationshintergrund. Mehr als ein Viertel (28 Prozent) aller hochqualifizierten, erwerbstätigen Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit ausländischen Wurzeln sind demnach zudem überqualifiziert für ihre Jobs. Bei den 15- bis 34-Jährigen mit deutschen Eltern seien es nur halb so viele.

Im Gegensatz zu anderen Ländern sind Zuwandererkinder in Deutschland auch im öffentlichen Sektor unterrepräsentiert. Während EU-weit jeder fünfte erwerbstätige Jugendliche mit Migrationshintergrund in diesem Bereich arbeitet, sind es in Deutschland nur sieben Prozent. Die OECD hob zudem hervor, dass dieser Sektor in anderen Ländern als „starker Motor für Integration“ wirke.

Positiv bewerten die OECD-Experten aber die Entwicklung der schulischen Leistungen der Kinder von Migranten. Während sie im Jahr 2003 laut der Studie bei der Lesekompetenz noch fast zweieinhalb Jahre hinter ihren Mitschülern ohne Migrationshintergrund lagen, hatte sich diese Lücke im Jahr 2012 zu mehr als der Hälfte geschlossen.

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