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IG Metall für „zeitgemäße Neujustierung“ der deutschen Mitbestimmung

Angesichts einer zunehmenden Vereinzelung der Beschäftigten durch Ausgliederung von Unternehmensteilen, Werkverträge und Leiharbeit sei eine „zeitgemäße Neujustierung“ der Mitbestimmung dringend geboten, sagte IG-Metall-Chef Detlef Wetzel.

Berlin (afp) – Die IG Metall fordert eine Neuausrichtung des deutschen Mitbestimmungs- und Sozialmodells. Angesichts einer zunehmenden Vereinzelung der Beschäftigten durch Ausgliederung von Unternehmensteilen, Werkverträge und Leiharbeit sei eine „zeitgemäße Neujustierung“ der Mitbestimmung dringend geboten, sagte IG-Metall-Chef Detlef Wetzel am Dienstag bei einer gemeinsamen Tagung von IG Metall und Friedrich-Ebert-Stiftung zur Mitbestimmung in Berlin.

Wetzel begründete seine Forderung auch mit der Digitalisierung sowie neuen Arbeitszeitmodellen und der Zunahme prekärer, also von Unsicherheit und schlechter Bezahlung geprägten Arbeitsformen. Notwendig sei die Stärkung der individuellen Grundrechte von Arbeitnehmern durch ein Verbandsklagerecht, unterstrich der IG-Metall-Vorsitzende. Dazu gehörten auch Verbesserungen bei der Meinungsäußerung im Betrieb, insbesondere der Schutz derjenigen, die Missstände aufdeckten.

Die Unternehmer müssten darauf verzichten, durch die Nutzung ausländischer Rechtsformen die deutsche Mitbestimmung zu umgehen, forderte Wetzel. In den Aufsichtsgremien solle zudem bei Abstimmungen über wichtige Entscheidungen eine tatsächliche Parität zwischen der Stimmenzahl der Anteilseigner und der Beschäftigtenvertreter geschaffen werden. Außerdem müsse eine belastbare Frauenquote eingehalten werden. „Wir können der Individualisierung von Arbeits- und Lebenswelt nur begegnen, wenn wir ihr eine Mitbestimmung gegenüberstellen, die den Beschäftigten als Subjekt und Individuum wahrnimmt“, erklärte Wetzel.

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