Nachrichten

CSR NEWS briefly vom 09. Juli 2015

Tagesaktuelle Ereignisse und Themen rund um die gesellschaftliche Unternehmensverantwortung:

Tagesaktuelle Ereignisse und Themen rund um die gesellschaftliche Unternehmensverantwortung:

Schneider Schreibgeräte setzt auf E-Mobilität

Schramberg (csr-news) > Der Schreibgerätehersteller Schneider hat seinen Fuhrpark um zusätzliche Elektromobile erweitert. Bisher hatten die Mitarbeiter des Unternehmens bereits die Möglichkeit für Kurzstrecken auf einen elektrisch betriebenen Volkswagen E-Up zuzugreifen. Nun können zusätzlich zwei neue Plug-In Hybridfahrzeuge für Dienstfahrten genutzt werden. Der schrittweise Umstieg auf elektrisch betriebene Fahrzeuge steht als Vorhaben des Unternehmens in der Umwelterklärung 2014-2017. Stück für Stück wurden bereits Änderungen im Fuhrpark vorgenommen. Die Anschaffung weiterer Elektroautos ist in Planung. Für weiter entfernt liegende Reiseziele wird, sofern dies organisatorisch möglich ist, weiterhin ausschließlich der Zug als Verkehrsmittel genutzt. Anliegen des Unternehmens ist es, in allen Bereichen umweltfreundlich zu produzieren und Emissionen einzusparen. Ein wichtiger Bereich ist auch der Fuhrpark. Eine grünere Fahrzeugflotte zu schaffen und auch den alltäglichen Berufsverkehr durch die Einführung kostenlos leihbarer E-Bikes zu verringern, war ein Ziel des Unternehmens. Es fing mit 12 Rädern an, inzwischen besitzen 54 Mitarbeiter des Unternehmens eines der firmeneigenen E-Bikes. Durch die Aktion konnte der alltägliche Berufsverkehr seit 2013 um über 150.000 Autokilometer verringert werden. Die Mitarbeiter fahren statt mit dem Auto an mindestens 80 Tagen im Jahr mit dem Fahrrad zur Arbeit und bekommen im Gegenzug das E-Bike kostenlos zur Verfügung gestellt. Das Unternehmen plant die E-Bike-Flotte noch um weitere 6 Räder auf 60 Stück auszuweiten.

NABU und Rewe Group schließen strategische Partnerschaft

Köln (csr-news) > Der Lebensmittelhändler Rewe-Group und der Naturschutzbund Deutschland haben eine langfristige strategische Partnerschaft geschlossen. Ziel der Vereinbarung ist es, gemeinsam dem nachhaltigeren Wirtschaften im Handel und dem nachhaltigeren Konsum in Deutschland neue, zusätzliche Impulse zu geben, sowie den Umwelt- und Ressourcenschutz in den Wertschöpfungsketten weiter zu verbessern. Zu diesem Zweck wurden konkrete Arbeitsbereiche wie Meeresschutz, Plastiktüten, Waldschutz und Papier, Ressourcenschonung und Förderung der biologischen Vielfalt vereinbart. Die beiden Partner werden unter anderem, gemeinsame Arbeitsgruppen gründen, regelmäßige Strategieworkshops veranstalten und Roadmaps für die Erreichung von gemeinsam festgelegten Nachhaltigkeitszielen erstellen. Zugleich vereinbarten Olaf Tschimpke, Präsident des NABU und Alain Caparros, Vorstandsvorsitzender der Rewe Group, einen regelmäßigen Austausch auf oberster Führungsebene. Olaf Tschimpke: “Durch diese strategische Partnerschaft verstärken wir die bereits existierende Kooperation mit der Rewe Group und erweitern sie auf wichtige zusätzliche Handlungsfelder. Für den NABU ist entscheidend, dass wir durch die Zusammenarbeit Einfluss auf die Nachhaltigkeitsentscheidungen der Rewe Group nehmen können“.

Forschungszentrum für Nachhaltigkeit

Lüneburg (csr-news) > Die Leuphana Universität Lüneburg gründet gemeinsam mit der Arizona State University (USA) in Lüneburg das Center for Global Sustainability and Cultural Transformation (CGSC). Mit der neuen Einrichtung wollen die Hochschulen ihre Zusammenarbeit in Forschung und Lehre ausbauen und sich im Rahmen gemeinsamer Projekte disziplinenübergreifend mit zentralen Problemen moderner Gesellschaften beschäftigen. Forschung zu Nachhaltigkeitsfragen und kulturellem Wandel soll im Zentrum der Arbeit stehen. Im kommenden Wintersemester starten die Hochschulen den gemeinsam entwickelten Masterstudiengang „Global Sustainability Science“. Das zweijährige Studienprogramm ist geprägt von Themen der Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschung. Die Studierenden verbringen jeweils ein Semester an der Partneruniversität und erwerben so zusätzlich interkulturelle Kompetenzen. Absolventen erhalten den Abschluss beider Universitäten.

60 Jahre Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz

Bonn (csr-news) > Im Jahr 2015 besteht die Ständige Senatskommission zur Prüfung gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) seit 60 Jahren. Auch im Jubiläumsjahr übergab die Kommission am 1. Juli der Bundesministerin für Arbeit und Soziales eine MAK (Maximalen Arbeitsplatz-Konzentrationen)- und BAT (Biologische Arbeitsstoff-Toleranzwerte)-Werte-Liste, die die Grundlage für die entsprechende Gesetzgebung liefert. Sie enthält 85 Änderungen und Neuaufnahmen gegenüber dem Vorjahr. Seit ihrer Gründung am 29. September 1955 ist es die Aufgabe der Kommission, Stoffe, denen Menschen am Arbeitsplatz ausgesetzt sind, im Hinblick auf gesundheitliche Belastungen zu bewerten und Grenzwerte vorzuschlagen.

Wenn der „Shitstorm“ aus dem eigenen Haus kommt

Jena (csr-news) > Das Web 2.0 lebt davon, dass sich Menschen direkt und ungeschminkt austauschen – über Privates und Banales ebenso wie über politische und gesellschaftliche Ereignisse oder ihr Konsumverhalten. Binnen Stunden und Tagen können so weltweit neue Trends gesetzt, Stars geboren oder „Shitstorms“ losgetreten werden. Vor allem Letzteres ist für Wirtschaftsunternehmen ein wachsendes Problem, weiß Prof. Gianfranco Walsh von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. „Negative Kommentare und Kritik an Produkten oder Unternehmensentscheidungen verbreiten sich schnell im Netz und können dem Ansehen von Unternehmen ernsthaft schaden.“ Und dies umso mehr, wenn es die eigenen Mitarbeiter sind, die sich negativ über ihren Arbeitgeber äußern, sagt der Inhaber des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre und Marketing. Zwar sei die Reputation ein wichtiger immaterieller Vermögensgegenstand eines Unternehmens und werde daher besonders gepflegt. „Doch bislang beziehen viele Firmen bei ihrer Imagepflege die wichtige Gruppe der eigenen Mitarbeiter gar nicht mit ein“, stellt Walsh fest. Gerade durch die sozialen Medien seien die Mitarbeiter heute aber in die Lage, erheblich reputationsrelevant zu agieren, ohne dass dies der Kontrolle des Unternehmens unterliegt. Wie kompetent und verantwortungsvoll sie dies im Bereich des Web 2.0 tun, das wird Prof. Walsh in den kommenden drei Jahren intensiv untersuchen. Gemeinsam mit Fachkollegen der Universität Koblenz-Landau und Partnern aus der Wirtschaft haben er und sein Team soeben das Forschungsprojekt „Webutatio“ gestartet, das die Reputationskompetenz von Unternehmensmitarbeitern im Umgang mit sozialen Medien erfassen und stärken soll. Um die individuelle Reputationskompetenz von Unternehmensmitarbeitern erfassen zu können, werden Walsh und sein Jenaer Team im Rahmen des Projekts zunächst ein Messinstrument entwickeln. „Wir wollen einen Fragenkatalog erarbeiten, der unterschiedliche Kompetenzaspekte, wie den technisch richtigen Umgang mit sozialen Medien oder die Fähigkeit, in sozialen Medien themenadäquat zu kommunizieren, erfasst“, so der Projektleiter. Anschließend soll dieser Katalog gemeinsam mit den Wirtschaftspartnern des Konsortiums auf seine Praxistauglichkeit und Aussagekraft getestet werden.

Beschwerde bei BSCI wegen Prüfbericht von TÜV Rheinland

Berlin (csr-news) > Das European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR), FEMNET und die Kampagne für Saubere Kleidung (CCC), medico international und das Activist Anthropologist Collective aus Bangladesch haben heute gemeinsam Beschwerde bei der BSCI eingelegt. Die Organisationen fordern von der BSCI, den Gutachtenauftrag sowie die Berichte von TÜV Rheinland und anderen zu Rana Plaza offen zu legen und den Rahmen für die Prüfungsberichte grundlegend zu ändern. Wenige Monate vor der Katastrophe prüfte der TÜV Rheinland dort im Rahmen eines sogenannten Social Audits die Produktionsstätte von Phantom Apparel Ltd.. Die Dokumente zur Gebäudesicherheit bemängelte das deutsche Zertifizierungsunternehmen nicht und einige andere Defizite prüfte es nicht ausreichend. „Die Zertifizierungen sagen letztlich wenig aus. Verbraucher müssen wissen, was genau geprüft wird“ sagt Miriam Saage-Maaß, Leiterin des Bereichs Wirtschaft und Menschenrechte beim ECCHR. „Vor allem aber: Zertifizierungsunternehmen und deren Auftraggeber müssen haftbar gemacht werden können.“ Für die Katastrophe von Rana Plaza hat bis heute keines der beteiligten Unternehmen rechtliche Verantwortung übernommen. “Bei Katastrophen in der Textilindustrie verweisen Produzenten, Auftraggeber und Händler gerne auf Zertifikate zu den Sicherheits- und Arbeitsstandards, um sich reinzuwaschen”, so Gisela Burckhardt, Vorstandsvorsitzende von FEMNET. Doch in Rana Plaza habe der TÜV Rheinland weder die Dokumente zur Gebäudesicherheit noch die Einhaltung von Sozialstandards ausreichend kontrolliert. Darauf ließen Untersuchungsberichte zum Einsturz sowie Aussagen von Betroffenen schließen. „Wird nicht angemessen geprüft, sind die Zertifikate nicht das Papier wert, auf dem sie stehen”, so Thomas Seibert, Südasienkoordinator von medico international. „Die BSCI muss die Inhalte und Methoden der Social Audits grundlegend ändern.

Hugo Boss wird pelzfrei

Bonn (csr-news) > Der Deutsche Tierschutzbund zeigt sich erleichtert über die Entscheidung des Modeunternehmens Hugo Boss, das mit dem Start der Herbst/Winter-Kollektion 2016 komplett auf den Einsatz von Echtpelz verzichten will. Das Unternehmen hatte diese Entwicklung kürzlich in seinem Nachhaltigkeitsbericht bekannt gegeben. Vorangegangen waren Diskussionen mit der internationalen Initiative Fur Free Alliance, in der sich auch der Deutsche Tierschutzbund als Mitglied für ein Ende der Zucht und Tötung von Pelztieren einsetzt. „Hugo Boss hat ein deutliches und vorbildliches Zeichen gegen das Töten von Pelztieren gesetzt und geht in der Modewelt als gutes Beispiel voran“, sagt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Im Vorfeld hatte die Fur Free Alliance Hugo Boss in Gesprächen aufgefordert, Tierquälerei nicht länger zu unterstützen und auf den Einsatz von Echtpelz zu verzichten. „Jedes Modeunternehmen, das weiterhin Pelzprodukte verkauft, unterstützt eine Industrie, die für den Tod von Millionen von Tieren verantwortlich ist, welche auf brutale Weise gehalten und getötet werden – und das für ein überflüssiges Luxusprodukt“, sagt Schröder. Hugo Boss reiht sich in eine wachsende Liste pelzfreier Marken und Einzelhändler ein, darunter Asos, Calvin Klein, H&M, Jack Wolfskin, Tommy Hilfiger, S. Oliver und Zara. Die Tierschützer hoffen, dass sich durch die Entscheidung von Hugo Boss der Druck auf diejenigen Unternehmen erhöht, die immer noch Pelz im Angebot haben.