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Initiative „Chefsache“ – Mehr Frauen in Führungspositionen

Für ein ausgewogenes Verhältnis von Frauen und Männern in Führungspositionen setzt sich die neue Initiative „Chefsache“ ein, die heute vorgestellt wurde. Die elf Gründungsmitglieder aus Wirtschaft, Wissenschaft, Sozialwirtschaft, öffentlichem Sektor und Medien wollen das Thema in ihren eigenen Organisationen zur Chefsache machen und im gegenseitigen Austausch Lösungen aus der Praxis vorantreiben und Impulse für einen gesellschaftlichen Wandel in Deutschland geben.

Berlin (csr-news) > Für ein ausgewogenes Verhältnis von Frauen und Männern in Führungspositionen setzt sich die neue Initiative „Chefsache“ ein, die heute vorgestellt wurde. Die elf Gründungsmitglieder aus Wirtschaft, Wissenschaft, Sozialwirtschaft, öffentlichem Sektor und Medien wollen das Thema in ihren eigenen Organisationen zur Chefsache machen und im gegenseitigen Austausch Lösungen aus der Praxis vorantreiben und Impulse für einen gesellschaftlichen Wandel in Deutschland geben.

„Wir können es uns als Arbeitgeber und insgesamt als Gesellschaft nicht leisten, auf die Hälfte der gut ausgebildeten Talente zu verzichten. Die Vielfalt der Gründungsmitglieder hilft uns dabei, Lösungen auszutauschen – über die bisherigen Grenzen hinweg“, sagte Cornelius Baur, Deutschlandchef von McKinsey und Sprecher der Initiative. Zu den Gründern gehören Allianz, Bayer, Bosch, das Bundesministerium für Verteidigung, der Deutsche Caritasverband, die Fraunhofer-Gesellschaft, IBM Deutschland, McKinsey, Siemens, WAREMA Renkhoff und DIE ZEIT. Unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel will die Initiative das gesellschaftliche Bewusstsein schärfen und aufzeigen, wie tief verankert Rollenbilder noch immer das Kommunikations- und Entscheidungsverhalten in Wirtschaft und Gesellschaft bestimmen. Dadurch würde es Frauen erschwert, Spitzenpositionen zu erreichen. Mit speziellen Trainingsformaten und Mentoringprogrammen für Führungskräfte sowie Dialogveranstaltungen will „Chefsache“ den „Wandel gestalten – für Frauen und Männer“, so der Untertitel der Initiative.

DIW

Quelle: Führungskräftebarometer 2015 des DIW

Anstrengungen müssen weiter intensiviert werden

Tatsächlich nimmt der Anteil weiblicher Führungskräfte in der Privatwirtschaft zu, das geht aus dem aktuellen „Führungskräfte-Monitor 2015“ des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung hervor. Demnach waren im Jahr 2013 rund 29 Prozent der leitenden Angestellten Frauen, ein Anstieg um 7 Prozentpunkte gegenüber 2001. „Doch es gibt keinen Anlass, sich auszuruhen“, sagt Elke Holst, Forschungsdirektorin für Gender Studies am DIW Berlin. „Ganz im Gegenteil: Die Anstrengungen müssen weiter intensiviert werden.“ Nach ihrer Auffassung müsse es ein zentrales Unternehmensziel sein, mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen, schließlich würden Unternehmen ja auch von mehr weiblicher Expertise profitieren. Doch dafür müsse ein verbindlicher Zeitfahrplan festgelegt und die Unternehmenskultur entsprechend angepasst werden, beispielsweise in dem die Personalentwicklung stärker auf verschiedene Lebenslaufmodelle und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ausgerichtet ist. „Immer mehr Frauen sind erwerbstätig und hervorragend ausgebildet – deshalb sind auch immer mehr von ihnen für Führungsaufgaben geeignet“, so Holst. „Allein mit Blick auf die zukünftigen demografischen Herausforderungen können wir es uns nicht leisten, dieses Potential brachliegen zu lassen.“

Nach wie vor Verdienstunterschiede

Laut Führungskräftemonitor sind Frauen sofern sie in Führungspositionen arbeiten, genauso häufig Vorgesetzte wie ihre männlichen Kollegen. Allerdings wären ihnen in der Regel weniger Mitarbeiter unterstellt. Das dürfte vor allem daran liegen, dass sie seltener in hohen Führungspositionen und häufiger in kleinen und mittelgroßen Unternehmen arbeiten, so das Fazit der Autoren. Die Verdienstlücke zwischen Frauen und Männern in Führungspositionen – der sogenannte Gender Pay Gap – ist mit 20 Prozent zwar nach wie vor erheblich, seit dem Jahr 2001 (29 Prozent) aber deutlich geschrumpft. Wird allerdings anstelle des arithmetischen Mittelwerts der Median verwendet, zeigt sich ein anderes Bild. Danach hat sich der Verdienstunterschied nämlich kaum verändert. Auch bei den über das eigentliche Gehalt hinausgehenden Sondervergütungen wie Gewinnbeteiligungen oder Prämien würden Frauen weniger als Männer erhalten.

Weitere Informationen zur Initiative „Chefsache“ enthalten die Broschüre sowie die Website der Initiative.

Der Führungskräftemonitor 2015 des DIW zum Download.

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