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Müller: Einteilung in Erste, Zweite und Dritte Welt beenden

Vor der UN-Konferenz zu Entwicklung und Klimaschutz im äthiopischen Addis Abeba hat Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) zur Überwindung der Spaltung der Welt in einen reichen Norden und einen armen Süden aufgerufen. Die Konferenz müsse mit ihren Beschlüssen dafür sorgen, “dass es keine Erste, Zweite und Dritte Welt mehr gibt”, sagte Müller der “Süddeutschen Zeitung” (Montagsausgabe). Auch Entwicklungsländer müssten in die Lage versetzt werden, Verantwortung für die eigene Entwicklung zu übernehmen.

München (afp) > Vor der UN-Konferenz zu Entwicklung und Klimaschutz im äthiopischen Addis Abeba hat Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) zur Überwindung der Spaltung der Welt in einen reichen Norden und einen armen Süden aufgerufen. Die Konferenz müsse mit ihren Beschlüssen dafür sorgen, “dass es keine Erste, Zweite und Dritte Welt mehr gibt”, sagte Müller der “Süddeutschen Zeitung” (Montagsausgabe). Auch Entwicklungsländer müssten in die Lage versetzt werden, Verantwortung für die eigene Entwicklung zu übernehmen.

“Die Zeit, die Welt in Geber und Nehmer zu teilen, ist vorbei”, sagte Müller der Zeitung. Daher wolle Deutschland unter anderem in einem sogenannten Early-mover-Programm Vorreiter-Staaten unterstützen, “die sich sehr schnell und mit großem Engagement an die Umsetzung der neuen Entwicklungsziele machen”.

Die mehrtägig Konferenz unter Schirmherrschaft der Vereinten Nationen beginnt am Montag. Müller will dem Bericht zufolge zum Auftakt an den Gesprächen teilnehmen. Die Konferenz soll klären, wie sich neben staatlicher Entwicklungshilfe auch verstärkt privates Geld mobilisieren lässt. Zu dem Ziel, die Steuerverwaltung in Entwicklungsländern zu verbessern, sagte Müller in der “SZ”, nötig sei ein “automatischer internationaler Datenaustausch zwischen den Finanzverwaltungen”. Nur so ließen sich “legale und illegale Schlupflöcher” schließen.

Die Konferenz soll klären, wie sich die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen finanzieren lassen. Diese sollen im September in New York verabredet werden und treten dann an die Stelle der bisherigen sogenannten Millenniumsziele. Allerdings waren zu Beginn der Konferenz in Äthiopien noch viele Fragen umstritten, hieß es in der “SZ”. Es werde nun ernst, sagte Müller, schließlich höre beim Geld gewöhnlich die Freundschaft auf. “Wenn wir uns an dieser Stelle also nicht zerstreiten, dann haben wir ein gutes Fundament”, sagte der Minister.

Es ist die dritte Konferenz dieser Art: Die erste fand 2002 in Monterrey statt, die zweite 2008 in Doha.