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Die Erde vermessen, um einen gerechten Blick auf sie zu werfen

Mit Klimaschutz, Wassermodellierung und Gerechtigkeit aus der Sicht eines Philosophen und einer Hydrologin beschäftigt sich ein Beitrag in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins „Forschung Frankfurt“. Die Erreichung des 2-Grad-Ziels ist eine sowohl politisch-moralische als auch wissenschaftlich-technische Herausforderung, wie die Gespräche die der Philosoph und Publizist Rolf Wiggershaus mit dem politischen Philosophen und Gerechtigkeitsforscher Prof. Darrel Moellendorf und der Hydrologin Prof. Petra Döll geführt hat.

Frankfurt (csr-news) > Mit Klimaschutz, Wassermodellierung und Gerechtigkeit aus der Sicht eines Philosophen und einer Hydrologin beschäftigt sich ein Beitrag in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins „Forschung Frankfurt“. Die Erreichung des 2-Grad-Ziels ist eine sowohl politisch-moralische als auch wissenschaftlich-technische Herausforderung, wie die Gespräche die der Philosoph und Publizist Rolf Wiggershaus mit dem politischen Philosophen und Gerechtigkeitsforscher Prof. Darrel Moellendorf und der Hydrologin Prof. Petra Döll geführt hat.

Pflicht zur sozialen Verantwortung

Die Industriestaaten verdanken einen großen Teil ihres Wohlstands einer langen Phase anthropogener Treibhausgas-Emissionen. Das verpflichtet sie dazu, soziale Verantwortung und die Hauptlast des Klimaschutzes zu übernehmen. „Ob das Ziel einer Begrenzung der Erwärmung auf zwei Grad moralisch glaubwürdig ist“, so Moellendorf, „hängt zum Teil von den Auswirkungen des Plans zur Schadensminimierung auf die Armen der Welt ab, die einen begründeten Anspruch auf die Steigerung ihres Energieverbrauchs haben, um der Armut zu entkommen.“ Mit Mitteln ihrer Wissenschaft sucht die Hydrologin Petra Döll mit ihrem Team zu beleuchten, wie dringlich es ist, den Klimawandel einzudämmen, indem sie dessen Auswirkungen auf die Wasserressourcen der Erde quantitativ abschätzt. Sie beschäftigen sich seit Langem damit, den Wasserkreislauf auf den Landflächen der Erde zu berechnen und zu modellieren. Außerdem schauen sie, wie dieser durch Menschen beeinflusst wird – beispielsweise durch Staudämme oder Bewässerungsmaßnahmen – und zu welchen Veränderungen der globale Klimawandel je nach Intensität führt. Den Akteuren bei den internationalen Klimaverhandlungen und letztlich uns alle möchte Petra Döll deutlich machen, was es bringt, weniger Treibhausgase zu emittieren, beziehungsweise was für Folgen es haben kann, wenn die Reduktionen zu gering ausfallen: „Wenn, wie in vielen Gebieten prognostiziert, der Niederschlag bei gleichzeitig steigenden Temperaturen abnimmt und Nahrungsmitteln nur noch mit mehr Bewässerung angebaut werden können, – werden dann die Flüsse überhaupt noch genug Wasser führen?“

Güter benötigen große Mengen Wasser

Döll betrachtet dabei die globalen Auswirkungen, denn „Ob in Indien nachhaltig gewirtschaftet werden kann, hängt mit unserem Konsum hier in Deutschland zusammen“. Für die Produktion vieler der weltweit gehandelten Güter, sind große Mengen Wasser nötig, beispielsweise für die Herstellung von Nahrungsmitteln oder beim Anbau von Baumwolle. „Das ist der Grund für all die Berechnungen, die wir anstellen: ein genaueres Bild von der Welt zu bekommen, das uns bei unseren Entscheidungen hilft“, so Döll.

Der ausführliche Artikel ist im Wissenschaftsmagazin „Forschung Frankfurt“ nachzulesen.