Nachrichten

Bürgermeister prangern bei Treffen in Vatikan moderne Sklaverei an

Auf Einladung von Papst Franziskus haben rund 60 Bürgermeister aus aller Welt am Dienstag im Vatikan über den Kampf gegen moderne Sklaverei und Klimaerwärmung diskutiert. Bürgermeister aus Großstädten wie Rom, Paris, New York, Mailand oder São Paulo prangerten dabei die noch immer existierende Sklaverei in modernen Gesellschaften an.

Vatikan (afp) > Auf Einladung von Papst Franziskus haben rund 60 Bürgermeister aus aller Welt am Dienstag im Vatikan über den Kampf gegen moderne Sklaverei und Klimaerwärmung diskutiert. Bürgermeister aus Großstädten wie Rom, Paris, New York, Mailand oder São Paulo prangerten dabei die noch immer existierende Sklaverei in modernen Gesellschaften an. “Die Sklaverei gibt es in unseren Städten noch immer, selbst hier in Rom”, sagte der Bürgermeister der italienischen Hauptstadt, Ignazio Marino. Konkret sprach er den illegalen Organhandel an.

Illegale Operationen zur Organentnahme gebe es vor allem in China, Indien und Pakistan, sagte Marino. Pro Jahr würden rund 10.000 Operationen zur Organentnahme vorgenommen, von denen reiche Patienten weltweit profitierten. Marino warnte auch vor einer Legalisierung des Organhandels, bei dem Organspenden letztlich kommerziellen Zwecken dienen könnten, wie es etwa in den USA geplant sei.

Von moderner Sklaverei berichteten auch zwei junge Mexikanerinnen. Eine von ihnen wurde nach eigener Aussage im Alter von zwölf Jahren in ein Bordell gesperrt und bis zum Alter von 16 Jahren zur Prostitution gezwungen. Das andere Mädchen berichtete, über fünf Jahre hinweg angekettet und zu bis zu 20 Stunden Arbeit pro Tag gezwungen worden zu sein.

“Wir müssen unsere Lebensweisen ändern”, forderte die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo. Notwendig sei eine “Wirtschaft mit geringeren Auswirkungen”. Als Beispiel nannte sie das Recycling.