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Neue Aufgabe für den ehemals treuen Helfer Merkels

Ein früherer Kanzleramtsminister in der Chefetage der Deutschen Bahn: Seit Jahresbeginn ist Ronald Pofalla (CDU) Generalbevollmächtigter für politische und internationale Beziehungen. Nun zieht er auch offiziell in den Vorstand des Staatskonzerns ein. Wie die Deutsche Bahn am Montag mitteilte, soll Pofalla ab 1. August die Verantwortung für die Bereiche gute Unternehmensführung, Datenschutz, Recht und Konzernsicherheit übernehmen.

Berlin (afp) – Ein früherer Kanzleramtsminister in der Chefetage der Deutschen Bahn: Seit Jahresbeginn ist Ronald Pofalla (CDU) Generalbevollmächtigter für politische und internationale Beziehungen. Nun zieht er auch offiziell in den Vorstand des Staatskonzerns ein. Wie die Deutsche Bahn am Montag mitteilte, soll Pofalla ab 1. August die Verantwortung für die Bereiche gute Unternehmensführung, Datenschutz, Recht und Konzernsicherheit übernehmen. Und angeblich gilt der 56-Jährige bereits jetzt als aussichtsreichster Anwärter, eines Tages die Nachfolge von Bahn-Chef Rüdiger Grube anzutreten.

Von Ulrike Tschirner

Schon erste Spekulationen über Pofallas Wechsel zur Deutschen Bahn sorgten Anfang 2014 für heftige Empörung. Die Antikorruptionsorganisation Transparency International sprach von einem „Verfall politischer Sitten“. Es gehe der Konzernführung einzig und allein um die Regierungskontakte Pofallas, schließlich sei der „nicht als Technik-Vorstand“ im Gespräch, kritisierte damals der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesjustizministerium, Ulrich Kelber (SPD). Die Bahn solle Fahrgäste befördern und keine früheren Minister versorgen, polterte die Linke Sabine Leidig.

Die Diskussion über kurzfristige Wechsel von Politikern in Wirtschaftsunternehmen gewann erneut an Fahrt. Denn zuvor hatte erst der direkte Wechsel von Staatsminister Eckart von Klaeden (CDU) aus dem Kanzleramt zum Autobauer Daimler für heftige Kritik gesorgt. Pofalla immerhin legte eine Pause ein: Er schied nach der Bundestagswahl im September 2013 und der anschließenden Regierungsbildung aus dem Kabinett von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) aus – mit der Begründung, mehr Zeit für sein Privatleben haben zu wollen. Seinen Posten als Cheflobbyist bei der Deutschen Bahn trat er mehr als ein Jahr später im Januar 2015 an.

Der Mann mit der näselnden Stimme aus dem nordrhein-westfälischen Weeze galt über Jahre als treuer Diener Merkels. Vor seiner Zeit als Kanzleramtsminister war Pofalla Generalsekretär der CDU. Seit 1975 ist der studierte Sozialpädagoge und Jurist Mitglied der Partei. Seit 1990 gehörte Pofalla dem Bundestag an – bis er Ende 2014 sein Mandat und seine politischen Funktionen wegen des Wechsels zur Bahn niederlegte.

Im Konzern am Potsdamer Platz hat Pofalla seit Jahresbeginn einen direkten Draht zu Unternehmenschef Grube. Er leitet die neue Abteilung Wirtschaft, Politik und Regulierung. Während die Konzernbevollmächtigten der Bundesländer an Pofalla berichten, berichtet er wiederum direkt an Grube. Der von Grube vorangetriebene Konzernumbau beschert Pofalla nun endlich einen Vorstandsposten. Und dieser könnte ihn bei der Deutschen Bahn letztlich zum Kronprinzen für die Nachfolge von Grube machen. „Wenn Pofalla nicht viel falsch macht, läuft es wohl auf ihn hinaus“, hieß es laut „Spiegel“ kürzlich im Unternehmen.

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