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Erneut weniger Antibiotika an Tierärzte abgegeben

Nicht gesunken ist allerdings die Abgabemenge bei bestimmten Antibiotika-Klassen, die für die Therapie beim Menschen als besonders wichtig gelten.

Berlin (afp) – Pharmazeutische Unternehmen und Großhändler haben im vergangenen Jahr insgesamt weniger Antibiotika an Tierärzte abgegeben als im Jahr zuvor. Nicht gesunken ist allerdings die Abgabemenge bei bestimmten Antibiotika-Klassen, die für die Therapie beim Menschen als besonders wichtig gelten, wie das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit in der zurückliegenden Woche in Berlin mitteilte.

Im vergangenen Jahr wurden demnach an Tierärzte 1238 Tonnen Antibiotika an Tierärzte abgegeben, 214 Tonnen oder rund 15 Prozent weniger als 2013. Im Vergleich zur ersten Erfassung der Abgabemenge im Jahr 2011 entspricht dies laut Behörde sogar einem Rückgang von etwa 468 Tonnen oder rund 27 Prozent. Allein fast 800 Tonnen der 2014 abgegebenen Antibiotika waren Penicilline und Tetrazykline.

Bei den von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) als Wirkstoffe mit besonderer Bedeutung für die Therapie beim Menschen eingestuften Antibiotika handelt es sich um die sogenannten Fluorchinolone und Cephalosporine der dritten und vierten Generation. Bei ihnen stagnierten die Abgabemengen bei zwölf beziehungsweise vier Tonnen.

Ein übermäßiger Antibiotika-Einsatz in der Tierhaltung gilt als ein Grund für das zunehmende Auftreten antibiotikaresistenter Bakterien, die den Therapieerfolg bei Menschen und Tieren gefährden. Seit 2011 muss die pharmazeutische Industrie erfassen, welche Mengen an Tierarzneimitteln, insbesondere Antibiotika, sie jährlich an Tierärzte abgibt, und diese Daten an ein zentrales Register melden. Das Register wird beim Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information in Köln geführt. Das Berliner Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit nimmt die jährliche Auswertung der Daten vor.

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