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Umweltbundesamt kritisiert den Trend zu großen und schnellen Autos

Hitze, Stürme, Starkregen: Der Klimawandel ist da, der Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase muss nach Ansicht des Umweltbundesamt (UBA) dringend reduziert werden. „2014 war in Deutschland und auch global das heißeste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen“, sagte UBA-Präsidentin Maria Krautzberger am Dienstag in Berlin. Sie fordert stärkere Emissionseinsparungen im Verkehrsbereich und kritisiert den Trend zu großen, schnellen Autos.

Berlin (afp) – Hitze, Stürme, Starkregen: Der Klimawandel ist da, der Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase muss nach Ansicht des Umweltbundesamt (UBA) dringend reduziert werden. „2014 war in Deutschland und auch global das heißeste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen“, sagte UBA-Präsidentin Maria Krautzberger am Dienstag in Berlin. Sie fordert stärkere Emissionseinsparungen im Verkehrsbereich und kritisiert den Trend zu großen, schnellen Autos.

„Der Verkehrssektor ist der einzige Sektor, der seine Emissionen seit 1990 nicht mindern konnte“, kritisierte Krautzberger bei der Vorstellung des UBA-Berichts „Daten zur Umwelt 2015“. Der Ausstoß sei von 1990 bis 2014 sogar um 0,6 Prozent gestiegen. Der Sektor ist für 18 Prozent der Treibhausgasemissionen in Deutschland verantwortlich. Die meisten Klimagase verursacht mit 39 Prozent die Energiewirtschaft – die Branche hat ihren Ausstoß seit der Wiedervereinigung aber um 24 Prozent verringert.

Dass im Verkehrsbereich die Entwicklung in die andere Richtung geht, führt das UBA unter anderem darauf zurück, dass immer noch viele Güter auf der Straße transportiert werden: In den Jahren von 2000 bis 2013 hat sich der Güterverkehr auf der Straße beinahe um ein Drittel gesteigert. „Wir raten dringend dazu, mehr Gütertransport von der Straße auf die Schiene und das Schiff zu verlegen“, sagte Krautzberger. Auch eine Ausweitung der Lkw-Maut auf Fahrzeuge ab 3,5 Tonnen und CO2-Grenzwerte für Lastkraftwagen seien sinnvoll.

Doch den Anstieg der klimaschädlichen Emissionen im Verkehrsbereich führt das Umweltbundesamt nicht nur auf die Logistikbranche zurück, sondern auch auf die Verbraucher – und deren Liebe zu großen und schnellen Spritfressern. „Wir stellen fest, dass viele technische Verbesserungen und der Trend zu verbrauchsärmeren Fahrzeugen nichts genutzt haben“, sagte Krautzberger, die ihren Missmut über Geländewagen in der Stadt nicht verheimlicht. „Es gibt immer mehr Fahrzeuge auf der Straße und auch einen Trend zu mehr PS und größeren Autos.“ Dies habe Einsparungen an anderer Stelle „praktisch aufgezehrt“.

Die UBA-Präsidentin sprach sich unter anderem für ein Tempolimit auf Autobahnen von 120 Kilometern pro Stunde und für ambitionierte CO2-Grenzwerte für Pkw aus. Zudem müsse das Verkehrswachstum insgesamt begrenzt werden: „Das heißt: Zu Fuß gehen, Fahrrad fahren, auf den öffentlichen Nahverkehr umsteigen, Car-Sharing nutzen“, sagte Krautzberger.

Insgesamt gibt die UBA-Chefin über die Erfolge Deutschlands beim Umweltschutz ein „Ja, aber“-Urteil ab. Etwa erfüllen 98 Prozent der Badegewässer die EU-Qualitätsanforderungen, auch das Trinkwasser wird fast überall als sehr gut eingestuft. Aber von den natürlichen Flüssen und Bächen ist nur jeder zehnte in einem ökologisch guten Zustand. Von den 72 Küstengewässern an Nord- und Ostsee sogar nur ein einziges. Das Problem sei der hohe Stickstoffgehalt durch Düngemittel aus der Landwirtschaft. Das führt zu Algenwucher, der Pflanzen und Tieren die Luft zum Atmen nimmt.

Krautzberger lobt zudem, dass die Deutschen beim Recycling in der EU zu den Spitzenreitern gehören. Was aber etwa den Pro-Kopf-Verbrauch von Rohstoffen angeht, liegen die Bundesbürger über dem EU-Durchschnitt.

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