Nachrichten

CSR NEWS briefly vom 13. August 2015

Tagesaktuelle Ereignisse und Themen rund um die gesellschaftliche Unternehmensverantwortung:

Tagesaktuelle Ereignisse und Themen rund um die gesellschaftliche Unternehmensverantwortung:

 

IKEA stellt gesamtes Beleuchtungssortiment um

Hofheim-Wallau (csr-news) > Ab September 2015 führt IKEA nur noch LED-Lampen und -Leuchten in seinem Beleuchtungssortiment und will damit ein sichtbares Zeichen für Nachhaltigkeit setzen. Aufgrund des geringeren Energieverbrauchs (bis zu 85 Prozent weniger Energie) würden LED-Lampen dazu beitragen, den CO2-Ausstoß deutlich zu reduzieren und dadurch auch die Stromkosten zu senken. „Durch ständig steigende Strompreise und weltweit wachsenden Energieverbrauch gewinnen LEDs immer mehr an Bedeutung. Aufbauend auf unserer Überzeugung, dass jeder sich ein nachhaltigeres Leben zu Hause leisten können sollte, werden wir unsere LED-Produkte zu erschwinglichen Preisen anbieten“, sagt Steve Howard, Chief Sustainability Officer des IKEA Konzerns. Parallel zur Umstellung des Sortiments hat IKEA Deutschland auch die Beleuchtung in allen 49 Einrichtungshäusern weitgehend auf LED umgestellt. Dazu wurden in den vergangenen drei Jahren 250.000 Lampen ausgetauscht und 14 Mio. Euro investiert. „Wir wollen auch bei unseren Einrichtungshäusern mit gutem Beispiel vorangehen und energiesparende Lösungen nutzen, wo immer sich das anbietet. Die Umrüstung der Beleuchtung ist ein Schritt hin zu unserem Ziel, im Jahr 2020 energie- und ressourcenunabhängig zu sein“, sagt Ulf Wenzig, verantwortlich für Nachhaltigkeit bei IKEA Deutschland.

ARCOTEL startet Social-Media-Aktion #weactgreen

Berlin (csr-news) > Die Hozelgruppe ARCOTEL organisiert unter dem Hashtag #weactgreen eine Social Media Aktion, um den Austausch von Unternehmen zum Thema Nachhaltigkeit zu fördern. Ob Urban Gardening oder Spendenaktion für ein Umweltprojekt: Ab dem 15. August 2015 sind touristische Betriebe aufgerufen, ihre ökologisch nachhaltigen Aktionen in Social Media Kanälen zu streuen. Mit jedem Beitrag über das eigene ökologische Handeln kann zudem ein weiterer Betrieb oder eine Organisation nominiert werden, seine nachhaltigen Aktionen innerhalb von 24 Stunden bei facebook und twitter zu teilen. Unter Angabe des Hashtags #weactgreen werden sämtliche Aktivitäten der nominierten Unternehmen sichtbar sein. Die ARCOTEL Hotels Zentrale wird am 15. August anlässlich des Tag der Honigbiene die Aktion starten. Inhaltlich sind keine Grenzen gesetzt, solange klar erkennbar ist, dass die Aktion ökologische Ressourcen schont. Die Hotelgruppe mit zehn Hotels in Deutschland, Österreich und Kroatien hat das Ziel nach dem Motto „Kleine Schritte, große Erfolge“ gemeinsam mit Gästen und Mitarbeitern nachhaltiges Verhalten in Betrieben zu fördern, um gemeinsam mit anderen Unternehmen ein Zeichen für verantwortungsbewusstes Verhalten setzen und ein Netzwerk zur gegenseitigen Inspiration aufbauen.

Verstöße gegen Verbraucherschutzvorschriften mit Umweltbezug

Berlin (csr-news) > Zum neunten Mal hat die Deutsche Umwelthilfe (DUH) überprüft, ob und in welcher Qualität die Landesbehörden die Energieverbrauchsangaben beim Verkauf von Haushaltsgeräten, Pkw und Reifen kontrollieren. Die EU schreibt verbindlich vor, wie diese Vorgaben zu überwachen sind. Auch das diesjährige Ergebnis bezeichnet die DUH als nicht zufriedenstellend: Nur Bremen, Hessen und Rheinland-Pfalz kontrollieren die Einhaltung von Energieverbrauchs-Kennzeichnungsvorschriften und verfügen Bußgelder und Ordnungsstrafen im Falle festgestellter Verstöße. Sie erhalten dafür die „Grüne Karte“. Neun Bundesländer überprüfen immerhin statistisch, ob die Energieverbrauchsvorschriften eingehalten werden, wagen es aber wie zum Beispiel Baden-Württemberg im Falle der Daimler AG nicht, festgestellte Verstöße mit Ordnungsgeldern zu belegen. Diese Länder erhalten die „Gelbe Karte“. Die Bundesländer Hamburg, Saarland, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein erhalten wie auch 2014 eine „Rote Karte“, weil sie sich ihrer Verantwortung bei der Marktüberwachung nach wie vor entziehen. „Falsche oder fehlende Angaben zu Energieeffizienz und Spritverbrauch von Neuwagen, mehrfache Überschreitungen der Quecksilbergrenzwerte bei Energiesparlampen oder handgeführten Maschinen ohne wirksamen Katalysator mit in der Folge krebserregenden Abgaswolken werden in den meisten Bundesländern nur als „Kavaliersdelikte“ gewertet. Während der einzelne Bürger selbst bei geringfügigen Parkvergehen zur Kasse gebeten wird, haben die Landesbehörden ein großes Herz für Industrie und Handel und verweigern ihren Bürgern auch weiterhin einen wirksamen Verbraucherschutz“, kritisiert DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Er beklagt, dass die Aufsichtsbehörden selbst bei offiziellen Hinweisen der DUH auf massive Verstöße in den meisten Fällen untätig bleiben, zum Teil mit dem Hinweis, man wolle ‚wichtige Arbeitgeber‘ im Land nicht verärgern. Resch kündigte an, diese Fälle der EU-Kommission zur Prüfung vorzulegen, da es sich dabei um eindeutige Verstöße gegen EU-Recht handele. „In den meisten Bundesländern besteht die härteste Sanktion bei festgestellten Verstößen darin, es Unternehmen zu überlassen, zukünftig freiwillig nachzubessern. Damit jedoch werden letztendlich diejenigen Unternehmen im Wettbewerb benachteiligt, die sich von vorneherein an die geltenden Umwelt- und Verbraucherschutzgesetze halten, statt eine der seltenen Kontrollen abzuwarten. Diese Vorzugsbehandlung lässt sich weder den Bürgern noch rechtstreuen Unternehmen erklären“, fasst Agnes Sauter, Leiterin Verbraucherschutz bei der DUH, zusammen. Leidtragende einer unzureichenden Marktüberwachung seien die Verbraucher, weil sie ihr Kaufverhalten nicht am tatsächlichen Energieverbrauch und den Umwelteigenschaften der Produkte ausrichten können. Die Umfrageergebnisse zum Download.

Aldi tritt der Leather Working Group bei

Essen/Mühlheim an der Ruhr (csr-news) > Die Discounter Aldi Nord und Aldi Süd haben ihren Beitritt zur Multi-Stakeholder-Initiative Leather Working Group (LWG) bekannt gegeben. Zusammen mit Greenpeace hat Aldi bereits im März dieses Jahres einen Kriterienkatalog erarbeitet, der bis zum Jahr 2020 den stufenweisen Verzicht auf bestimmte Chemikalien in der Textil- und Schuhproduktion vorsieht. Der Beitritt zur Leather Working Group ist ein weiterer Schritt, um diesen Aktionsplan umzusetzen. So schließen beispielsweise die LWG-Umweltaudits für Gerbereien den Verzicht auf potenziell kritische Substanzen in der Lederverarbeitung mit ein. Die Leather Working Group hat ein Audit-Protokoll für die nachhaltige und verantwortungsbewusste Lederproduktion entwickelt und bei mehr als zehn Prozent der weltweiten Lederproduktion implementiert. Derzeit haben sich in der Leather Working Group 160 Akteure unterschiedlichster Produktionsstufen entlang der Lieferketten von Lederartikeln aus 21 Ländern zusammengeschlossen. Die Initiative will die Bedingungen in Gerbereien und bei Zwischenhändlern transparenter machen und nachhaltig verändern. Hersteller in der Lederverarbeitung dürfen deshalb keine potenziell kritischen Substanzen verwenden, müssen ihren Wasser- und Energiebedarf senken und regelmäßig die Arbeitssicherheit kontrollieren.

Wirtschaftsethik Institut Stift St. Georgen mit zwei Veranstaltungen

St. Georgen/Längsee (csr-news) > Bereits zum 8. Mal startet das Wirtschaftsethik Institut Stift St. Georgen im November den in Österreich einzigartigem ethischen Führungskräftelehrgang „WertVoll SinnVoll – Mit Sinn und Werten erfolgreich sein“. Während des fünftägigen Lehrgangs erhalten die Teilnehmer wesentliche Grundlagen zur Einführung einer werteorientierten Unternehmensführung. Themen sind unter anderem, verantwortungsvolle Kommunikation, Nachhaltigkeit und ethisches Management, Green Marketing und Innovationsmanagement. Weitere Informationen enthält der Informationsflyer.

Zudem veranstaltet das Institut Ende Oktober zum 3. Mal das Ethik Forum St. Georgen. Im vergangenen Jahr haben über 200 Teilnehmer aus ganz Österreich daran teilgenommen (Rückblick im Video). Das Thema in diesem Jahr lautet „Das richtige Maß finden“. Weitere Informationen in der Broschüre zur Veranstaltung.

DBU-Projekt: Jugend fitmachen für aktiven Klimaschutz in Kommunen

Springe (csr-news) > Klimaschutzkonzepte in Städten und Gemeinden sind oft das Ergebnis enger Zusammenarbeit von Kommunen mit externen Experten. Speziell junge Menschen daran zu beteiligen, die wesentliche kommunale Zukunftsakteure sind, ist bisher selten. Das Energie- und Umweltzentrum am Deister in Springe will nun bis zu 700 Schüler, Lehrer, Umweltbildungs- und Verwaltungsfachleute aus Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern für das Erstellen oder Fortschreiben kommunaler Klimakonzepte gewinnen. Dabei sollen sie – über das oft „gesetzte“ Thema Energie hinaus – fitgemacht werden für aktive Beteiligungsprozesse zwischen Schulen und Kommunalverwaltungen etwa zu Fragen der Mobilität oder Raumplanung, des Hochwasser- und Naturschutzes. Hier gibt es weitere Informationen.

Monitor: Kritik an Entwicklungshilfe-Krediten für Discounter Lidl

Köln (csr-news) > Scharfe Kritik üben Vertreter der rumänischen Nahrungsmittelindustrie an der Vergabe von Entwicklungshilfe-Krediten an den deutschen Discounter Lidl. Darüber berichtet das ARD-Magazin „Monitor“(heute, 21.45 Uhr im Ersten). Für die Eröffnung neuer Filialen in Rumänien hatte Lidl 2011 einen Kredit über knapp 67 Millionen US-Dollar von der Weltbank-Tochter International Finance Corporation (IFC) erhalten. Lidl sollte damit, so die Bedingungen der Kreditvergabe, die „Anzahl lokaler Zulieferer erhöhen“ und „neue Vertriebswege für regionale Lebensmittelproduzenten eröffnen“. Aus Sicht von rumänischen Nahrungsmittelverbänden ist das nicht passiert. Im Gegenteil: Lidl habe mit seiner Preispolitik der lokalen Wirtschaft geschadet, so Aurel Tanase vom rumänischen Verband der Obst- und Gemüseproduzenten (OIPA Prodcom) in „Monitor“. Lidl gehe „aggressiver“ vor als andere Einzelhandelsketten, denn „“ie zahlen den Produzenten sehr niedrige Preisen für exzellente Produkte“, so dass die Hersteller damit nicht mehr auf ihre Kosten kämen.

Stefan Padure vom Verband zur Förderung rumänischer Nahrungsmittel APAR fordert, die Einkaufspolitik von Lidl müsse transparenter werden. „Offensichtlich sind sie im Kreditvertrag dazu verpflichtet nachzuweisen, welche Hersteller sie unterstützen. Und so könnte man nachvollziehen, ob sie sich auch daran halten.“ Zahlreiche Landwirte und Lebensmittelproduzenten kritisierten gegenüber dem ARD-Magazin die Geschäftspraktiken internationaler Discounter wie Lidl, die ihnen die Geschäftsgrundlage entziehe. Viele stehen nach Recherchen von „Monitor“ mittlerweile vor dem finanziellen Ruin. Gegenüber „Monitor“ erklärt Lidl: „Wir sind der Ansicht, dass wir durch unsere internationale Geschäftsaktivität sehr wohl dazu beitragen, lokale Strukturen in unseren Zielländern aufzubauen und weiterzuentwickeln.“ Insgesamt hatten Lidl, Kaufland und der Mutterkonzern beider Ketten, die Schwarz-Gruppe, zwischen 2004 und 2013 von der IFC Entwicklungshilfe-Kredite über rund 393 Millionen US-Dollar erhalten.

Petr Hlobil von der Organisation Bankwatch sieht „keinerlei Rechtfertigung“ dafür, dass Lidl bei seiner Expansion mit Entwicklungshilfe-Geldern unterstützt werde. Hlobil kritisiert die IFC: „Öffentliche Institutionen sollten dem Gemeinwohl dienen. Wenn sie Lidl einen Kredit gewähren, dann sollte es dafür ein öffentliches Interesse geben. Das kann ich in diesem Fall nicht erkennen.“ Die International Finance Corporation (IFC) ist eine weitgehend unbekannte Tochter der Weltbank-Gruppe. Ihre Aufgabe ist es, private Firmen in Entwicklungs- und Schwellenländern zu fördern. Laut den selbst gesteckten Zielen der IFC soll das den Menschen in diesen Ländern ermöglichen, „der Armut zu entkommen und ein besseres Leben zu führen“. Deutschland ist Gründungsmitglied der IFC und hält gegenwärtig mit einem Kapitalanteil von rund 5 Prozent den drittgrößten Stimmrechtsanteil.

EY: Immer mehr Unternehmen engagieren sich in der Gesellschaft

München (csr-news) > Unternehmerisches Engagement in der Gesellschaft – Corporate Citizenship – ist seit Jahren bei vielen deutschen Großfirmen als eigener Bereich etabliert. Die Beratungsgesellschaft EY hat eine Benchmarking Analyse der DAX 30 Unternehmen hinsichtlich ihres gesellschaftlichen Engagements durchgeführt. Dabei zeigt sich auf Basis der extern verfügbaren Informationen, dass bisher erst wenige Unternehmen darstellen, inwiefern ihre sozialen Aktivitäten umfassend am Kerngeschäft ausgerichtet sind. Vielmehr beschränkt sich ein Großteil der unternehmerischen Zuwendungen immer noch auf Spenden. Die Analyse zeigt jedoch auch, dass bereits viele Unternehmen fähig sind über ihren Input und einige Unternehmen über ihren Output öffentlich zu berichten. Die Ergebnisse der EY Corporate Citizenship Benchmark Analyse „Does your corporate citizenship make a difference?“ zum Download.