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Earth Overshoot Day – Natur-Ressourcen für 2015 schon aufgebraucht

Seit Jahresanfang sind nach Abgaben von Umweltschützern weltweit schon so viele natürliche Ressourcen verbraucht worden, wie die Erde innerhalb eines ganzen Jahres erzeugen kann. „Ab diesem Donnerstag leben wir auf Pump“, erklärte Rolf Buschmann vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) am Mittwoch in Berlin. Die Menschheit lebe nun „für mehr als vier Monate von den stillen Reserven der Erde und somit auf Kosten nachfolgender Generationen“, beklagte auch der WWF.

Berlin (csr-news/afp) > Seit Jahresanfang sind nach Abgaben von Umweltschützern weltweit schon so viele natürliche Ressourcen verbraucht worden, wie die Erde innerhalb eines ganzen Jahres erzeugen kann. „Ab diesem Donnerstag leben wir auf Pump“, erklärte Rolf Buschmann vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) am Mittwoch in Berlin. Die Menschheit lebe nun „für mehr als vier Monate von den stillen Reserven der Erde und somit auf Kosten nachfolgender Generationen“, beklagte auch der WWF.

Umweltschützer berechnen den sogenannten Welterschöpfungstag jedes Jahr. 2015 rutschte das Datum laut WWF im Vergleich zu 2014 um sechs Tage nach vorn. „Der angehäufte Schuldenberg wird größer und größer“, mahnte WWF-Vorstand Eberhard Brandes. „Seit mehr als drei Jahrzehnten verbrauchen wir mehr Ressourcen, als uns eigentlich zur Verfügung stehen.“ Die Folgen seien unter anderem Klimawandel, Artensterben und Wassermangel.

2,6 Planeten notwendig

1,5 Erden bräuchte die Weltbevölkerung derzeit, um den weltweiten Bedarf an Rohstoffen, Ackerland, Wasser und Wäldern nachhaltig zu decken. Würden alle Länder weltweit so wirtschaften wie Deutschland, wären sogar 2,6 Planeten notwendig. Der ökologische Fußabdruck eines Deutschen ist damit zwar deutlich kleiner als der eines US-Amerikaners. Dennoch liegt Deutschland im obersten Viertel aller Länder weltweit. Beim derzeitigen ökologischen Fußabdruck eines Inders würde hingegen nur die Hälfte der jährlich nachhaltig nutzbaren Ressourcen der Erde verbraucht.

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Quelle: Global Footprint Network

„Unsere Wirtschaftsweise ist weder ökologisch nachhaltig noch global gerecht“, erklärt Julia Otten, Referentin bei Germanwatch. „Damit beuten wir die Erde auf Kosten künftiger Generationen und der in Armut lebenden Menschen aus, die insbesondere im globalen Süden leben.“ Neben weltweiter Landübernutzung und dem Rückgang der Biodiversität in schrumpfenden Wäldern und überfischten Meeren, ist der globale Klimawandel eine der spürbarsten Auswirkungen der ökologischen Überlastung. Extreme Hitzewellen, Dürren, Stürme und Überschwemmungen treffen schon heute die Menschen im globalen Süden besonders hart. Dadurch und durch den Kampf um Rohstoffe verlieren immer mehr Menschen ihre Lebensgrundlage, müssen ihr Land verlassen oder vor Konflikten fliehen.

Um der Entwicklung entgegen zu wirken, fordert der WWF, in Deutschland insbesondere Landwirtschaft und Verkehr „nachhaltiger auszurichten“ und die Energiewende konsequent umzusetzen. Verbraucher könnten unter anderem durch „bewussteren Fleischkonsum“ und „umweltfreundliche Mobilität“ einen Beitrag leisten.