Nachrichten

Studie: Britische Manager verdienen 183 Mal so viel wie Angestellte

Die Chefs der an der Londoner Börse notierten Konzerne verdienen einer Studie zufolge fast 200 Mal so viel wie ein durchschnittlicher Angestellter in Großbritannien. Die Vorstände der hundert Unternehmen des Leitindex FTSE-100 erhielten im vergangenen Jahr im Durchschnitt jeweils 4,964 Millionen Pfund (6,98 Millionen Euro), wie das High Pay Centre in London am Montag mitteilte.

London (afp) > Die Chefs der an der Londoner Börse notierten Konzerne verdienen einer Studie zufolge fast 200 Mal so viel wie ein durchschnittlicher Angestellter in Großbritannien. Die Vorstände der hundert Unternehmen des Leitindex FTSE-100 erhielten im vergangenen Jahr im Durchschnitt jeweils 4,964 Millionen Pfund (6,98 Millionen Euro), wie das High Pay Centre in London am Montag mitteilte. Dies entspreche 183 Mal dem Gehalt eines durchschnittlichen Vollzeitarbeitnehmers in Großbritannien. 2013 verdienten die Konzernbosse demnach bereits 182 Mal so viel wie ein normaler Angestellter.

„Bezahlungen in dieser Größenordnung gehen über das hinaus, was vernünftig und notwendig ist, um Führungskräfte zu entlohnen und zu ermutigen“, erklärte die Chefin des nach eigenen Angaben unabhängigen Forschungszentrums, Deborah Hargreaves. In Großbritannien können die Aktionäre auf den Hauptversammlungen gegen Gehaltspläne für die Führungsspitze stimmen, allerdings taten das in den Unternehmen des FTSE-100 im vergangenen Jahr nur durchschnittlich 6,4 Prozent der Aktionäre.

Seit 2013 müssen die Großkonzerne in Großbritannien die Höhe des Gehalts ihrer Chefs veröffentlichen. Die Vorstände erhalten meist ein Grundgehalt plus Bonus, Aktienoptionen und andere geldwerte Vorteile. Es sei inzwischen klar, dass die Änderung im Jahr 2013 nicht dazu geführt habe eine „Kultur der Bezahlung“ einzuführen, in der jeder „gerecht und anteilig für seine Arbeit“ entlohnt werde, kritisierte Hargreaves.

Ein Sprecher des britischen Industrieverbands CBI, der wichtigsten Arbeitgebervereinigung des Landes, erklärte auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP, eine hohe Bezahlung sei „nur durch außerordentliche Leistungen“ zu rechtfertigen. Es müsste immer eine „klare“ Verbindung zwischen diesen beiden Faktoren geben. Er wies zugleich darauf hin, dass Aktionäre auf die Bezahlung in den Unternehmen Einfluss hätten und dieses Recht auch nutzen müssten.