Nachrichten

Hunderte Hummer für Helgoland

Vor Helgoland werden am Sonntag erneut mehrere hundert junge Hummer ausgesetzt, um die stark bedrohten Bestände zu ergänzen. Das teilte die Kurverwaltung der deutschen Nordseeinsel am Montag mit. Demnach handelt es sich um 300 Jungtiere, die in der Außenstelle des renommierten Alfred-Wegener-Instituts (AWI) auf Helgoland aufgezogen wurden und nun bereit für die Freilassung im Meer sind.

Helgoland (afp) > Vor Helgoland werden am Sonntag erneut mehrere hundert junge Hummer ausgesetzt, um die stark bedrohten Bestände zu ergänzen. Das teilte die Kurverwaltung der deutschen Nordseeinsel am Montag mit. Demnach handelt es sich um 300 Jungtiere, die in der Außenstelle des renommierten Alfred-Wegener-Instituts (AWI) auf Helgoland aufgezogen wurden und nun bereit für die Freilassung im Meer sind.

In der zum AWI gehörenden Biologischen Anstalt Helgoland (BAH) arbeiten Experten seit 2001 an einem Zuchtprogramm für den rund um die Insel verbreiteten Hummer. Dabei ziehen sie aus dem Ei geschlüpfte Tiere auf, um sie später auszusetzen. Unterstützt werden sie dabei von den Helgoländer Hummerfischern. Diese liefern eiertragende Weibchen bei ihnen ab, wenn sie ihnen in die Fangkörbe gehen. Seit einigen Jahren initiieren BAH und Kurverwaltung zudem ein „Hummerpaten“-Programm, um das Wiederansiedlungsprojekt finanziell zu unterstützen.

Früher war der Fang der bei Feinschmecker beliebten Hummer ein boomender Wirtschaftszweig auf Helgoland, in den 1950er und 1960er Jahren brachen die Bestände aber weitgehend zusammen und erholten sich bisher nicht. Nach AWI-Angaben fingen die Fischer Mitte der 1920er Jahre jährlich rund 20.000 Tiere. Heute sind es 200 bis 300.

Nach neueren Erkenntnissen der Forscher ist der Rückgang mutmaßlich auch auf klimatische Veränderungen zurückzuführen. Sie fanden heraus, dass Verschiebungen der Wassertemperatur dazu führen, dass Hummerlarven zu Zeiten mit nicht optimalem Nahrungsangebot schlüpfen. Der Kurverwaltung zufolge wird außerdem vermutet, dass Umweltverschmutzung und Lebensraumzerstörung zu dem dramatischen Einbruch der Bestände beitrugen.

Hummer brauchen Höhlenverstecke, weshalb sie im Bereich der deutschen Nordsee traditionell fast ausschließlich rund um die Felsensockel vor Helgoland leben. Experten des AWI erforschen neuerdings zudem, ob sich die Tiere in den Steinfeldern ansiedeln lassen, die als Schutz vor Unterspülungen um die Fundamente von Offshore-Windparks angelegt werden. Seit 2014 läuft ein Ansiedlungstest mit 1000 ausgesetzten Junghummern im Turbinenfeld „Riffgatt“.