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CSR NEWS briefly vom 20. August 2015

Tagesaktuelle Ereignisse und Themen rund um die gesellschaftliche Unternehmensverantwortung:

Tagesaktuelle Ereignisse und Themen rund um die gesellschaftliche Unternehmensverantwortung:

HAKRO erweitert Selbstverpflichtungen für Nachhaltigkeit              

Schrozberg (csr-news) > Das mittelständische Textilunternehmen hat sich mit der Unterzeichnung von zwei Selbstverpflichtungen zu mehr Nachhaltigkeit verpflichtet. So hat das Unternehmen die „WIN-Charta“ der Wirtschaftsinitiative Nachhaltigkeit (WIN) des Landes Baden-Württemberg unterzeichnet. Die im Mai 2014 von der Landesregierung und Unternehmen veröffentlichte Charta will Nachhaltigkeit zu einem Markenzeichen der baden-württembergischen Wirtschaft machen. Die Unterzeichner der Charta bekennen sich zu insgesamt zwölf Leitsätzen nachhaltigen Wirtschaftens, sie betreffen Grundwerte des Managements, den verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt und die regionale Verankerung und Identifikation. Carmen Kroll, geschäftsführende Gesellschafterin des Unternehmens erklärt zur Unterzeichnung der Charta: „Die damit eingegangene Selbstverpflichtung, mit Maßnahmen zur nachhaltigen Entwicklung in der Region konkret beizutragen, ergänzt wunderbar die Prinzipen des Global Compacts der Vereinten Nationen, an dem wir bereits seit 2009 teilnehmen.“ Im Herbst wird das Textilunternehmen das von der WIN-Charta geforderte „Zielkonzept“ vorlegen, das die Schwerpunkte und Maßnahmen des Unternehmens zur Umsetzung der Charta formuliert – einschließlich eines zu fördernden regionalen Projekts.

Zudem wurde der „Bangladesh Accord“ unterschrieben, ein Abkommen zum Brand- und Gebäudeschutz in Textilproduktionsstätten in Bangladesch. Den Accord haben die internationalen Gewerkschaftsdachverbände IndustrieALL und UNI 2013 nach der Rana Plaza-Tragödie entworfen. Die teilnehmenden Textilunternehmen melden dem Accord-Sekretariat die Fabriken, in denen sie produzieren lassen. In diesen Werken müssen anschließend Sicherheitsinspektionen durchgeführt und abhängig von den Ergebnissen der Brand-, Gebäude- sowie Arbeitsschutz verbessert werden. Thomas Müller, Geschäftsführer von HAKRO: „Der Gebäudeschutz bei unseren beiden Produktionspartnern in Bangladesch ist zwar längst auf einem sehr hohen Niveau, eine unabhängige Inspektion durch das Accord-Verfahren soll uns die Gewissheit bringen.“

Aus leeren Deodosen werden Kinderfahrräder

Karlsruhe (csr-news) > Im Rahmen der gemeinsamen Initiative „R’cycle!“ lassen dm und Unilever aus leeren Deodosen 800 Kinderfahrräder herstellen. Kunden der Drogeriekette können sich an der Sammelaktion beteiligen und ihre leere Aluminiumdosen an den Recyclingstation in den Märkten einwerfen. Die fertiggestellten Fahrräder werden anschließend an verschiedene lokale soziale Einrichtungen in ganz Deutschland gespendet, um Kinder in ihrer motorischen Entwicklung zu fördern. Bis April 2016 möchten die Kooperationspartner dm und Unilever Aludosen für 800 handgefertigte Kinderfahrräder sammeln. Für ein Fahrrad werden etwa 400 Aludosen benötigt. Der Partner TerraCycle koordiniert den vollständigen Recyclingprozess bei der Initiative „R’cycle!“ – von der Abholung der gesammelten Aluminiumdosen bis hin zur Fahrradproduktion bei der niedersächsischen Fahrradmanufaktur Nicolai.

Ameisendemo für Amazonas

Köln (csr-news) > Kurz vor dem ersten deutsch-brasilianischen Regierungstreffen in Brasília haben in Köln eine halbe Million Ameisen für den Schutz des Amazonas demonstriert. Ein Volk der Blattschneideameisen aus dem Kölner Zoo hat mit in Blätter gelaserten Botschaften wie „Amazonas retten!“ oder „Hilfe!“ auf die Bedrohung des größten Regenwaldgebiets der Welt aufmerksam gemacht. Die tierische Aktion von WWF und Kölner Zoo hat einen ernsten Hintergrund: Reformpläne im größten Land Südamerikas drohen Schutzgebiete für die wirtschaftliche Ausbeutung zu öffnen. Auch Erfolge beim Schutz der Amazonaswälder, die durch bedeutende finanzielle Unterstützungen aus Deutschland erreicht wurden, könnten gefährdet werden. Der WWF appelliert an die Bundesregierung, sich für den Erhalt des Waldschutzes in Brasilien einzusetzen. Hintergründe zum Download.

ISOE Policy Briefs

Berlin (csr-news) > Drei Policy Briefs zu aktuellen Themen der Nachhaltigkeitsforschung bilden den Auftakt zu einer neuen Publikationsreihe des ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung. Die Policy Briefs bündeln aktuelle Forschungsergebnisse zu globalen Phänomenen und Problemen wie z.B. Klimawandel, Wasserknappheit oder Urbanisierung. Auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse bieten die Dossiers fundierte Analysen und Handlungsempfehlungen für Entscheider, Medien und interessierte Bürger.

 

Eine Frage der Wahrnehmung

München (csr-news) > Erfolg ist vor allem eine Frage der Wahrnehmung. So scheitern Managerkarrieren heute mehr als doppelt so häufig an einer negativen „Perception“ ihres Handelns wie an einer tatsächlich objektiv schlechten Leistung. Das haben Experten von Roland Berger Strategy Consultants in ihrer Studie „Eine Frage der Wahrnehmung – Wie Führungskräfte durch Perception Value Management in der Netz- und Mediengesellschaft reüssieren“ herausgefunden. In 71 Prozent der untersuchten Fälle, bei denen Topmanager vorzeitig ausschieden, waren ihr schlechter Ruf in der Öffentlichkeit oder ein angeschlagenes Renommee bei relevanten Stakeholdern ursächlich dafür. „Dieses Ergebnis muss ein Warnruf für Unternehmen sein“, sagt Torsten Oltmanns, Partner von Roland Berger Strategy Consultants und Autor der Studie: „Denn es stolpern ja nicht nur immer mehr Manager über ihren angeschlagenen Ruf, sondern auch Unternehmen selbst leiden zunehmend unter einer negativen Wahrnehmung in der Öffentlichkeit und bei Stakeholdern.“

Verschärft wird das Problem, weil die Einflussmöglichkeiten aktiver Stakeholder durch Digitalisierung und Vernetzung deutlich zugenommen haben. Ob Spartengewerkschaften, Bürgerinitiativen, NGOs, kritische Aktionäre oder engagierte Kunden: Mithilfe moderner Kommunikationsmittel und -techniken führen Anspruchsgruppen zunehmend asymmetrische Kampagnen, die in kurzer Zeit und zu geringen Kosten große Menschenmassen mobilisieren. So geraten Unternehmen – und ihr Führungspersonal – trotz millionenschwerer Kommunikationsbudgets immer häufiger massiv unter Druck. „Wir sehen, dass kritisch-aktive Stakeholder vor allem digitale Medien sehr gezielt nutzen, um Unternehmen anzugreifen“, sagt Oltmanns. „Im Extremfall können solche Kampagnen wichtige Projekte verhindern oder zumindest lange hinauszögern, Expansionspläne durchkreuzen, ja, sogar ganze Strategien samt ihren Urhebern zu Fall bringen.“ Wer der neuen Kommunikationsdynamik der Netz- und Mediengesellschaft nichts entgegenzusetzen habe, laufe Gefahr, dass eine kostspielig und langwierig aufgebaute Reputation unter der Wucht aktueller Bilder und Eindrücke zerschelle, so Oltmanns weiter.

Stärken und Schwächen des Umweltjournalismus

Dortmund (csr-news) > „Der Klimawandel bedroht die Gesundheit“, „Intensive Landwirtschaft lässt die Artenvielfalt schwinden“, „Wölfe breiten sich in Deutschland aus“ – Nachrichten zu Umweltthemen sind täglich zu hören und zu lesen. Doch wie zuverlässig informieren die Medien wirklich über Umweltprobleme und Lösungsansätze? Sind alle Aussagen ausreichend belegt, werden sie verständlich vermittelt und eingeordnet? Über erste Ergebnisse nach der Analyse von 50 journalistischen Beiträgen berichtet ein soeben erschienener Artikel in der Fachzeitschrift „Public Understanding of Science“.

Autoren der Analyse, wie gut die Qualität der Umweltberichterstattung ist, sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Projekts „Medien-Doktor UMWELT“ am Institut für Journalistik der TU Dortmund. Basis sind dabei Gutachten von einem Team erfahrener Umweltjournalistinnen und -journalisten. Der Artikel in dem Fachmagazin beschreibt, wie Kriterien für die Bewertung entwickelt wurden und wo Stärken und Schwächen des Umweltjournalismus liegen könnten.

In mancher Hinsicht ist die Berichterstattung demnach besser, als oft vermutet: Ein eher geringer Teil – neun der 50 zufällig ausgewählten Beiträge – neigt dazu, Umweltprobleme aufzubauschen oder aber zu verharmlosen. Nur in sechs Artikeln fanden sich klare Faktenfehler, wie etwa falsche Zahlen. In anderen Punkten dagegen klaffen Anspruch und Wirklichkeit auseinander. So wird in der Mehrzahl der untersuchten Beiträge nicht deutlich, wie groß die Aussagekraft („Evidenz“) der berichteten Ereignisse und Fakten ist. Und obwohl Umweltthemen oft für Kontroversen sorgen, werden die verschiedenen Positionen häufig nicht angemessen berücksichtigt. Vor allem aber gelingt es selten, die Ergebnisse der Umweltforschung angemessen in den wirtschaftlichen, sozialen und politischen Kontext einzuordnen und damit die Relevanz für Leserinnen und Leser, Fernseh- und Hörfunkpublikum deutlich zu machen. In 42 Beiträgen wurde dieses Qualitätskriterium als nicht erfüllt gewertet. „Das ist schon ein erstaunliches Ergebnis“, sagt Dr. Wiebke Rögener, leitende Redakteurin des Medien-Doktor UMWELT und Erstautorin des Papers. „Als wir bei der Entwicklung unseres Kriterienkatalogs Umweltjournalistinnen und -journalisten befragt hatten, was für sie die Qualität eines Beitrags ausmacht, wurde gerade die Einordnung in den Kontext mit am häufigsten genannt.“

Auch wenn diese Ergebnisse noch auf einer begrenzten Zahl von Fallbeispielen beruhen, deuten sie doch auf entscheidende Schwächen hin – und damit auf wichtige Ansatzpunkte für die Aus- und Weiterbildung im Umweltjournalismus. „Wenn man zudem erste Ergebnisse aus unseren Analysen von Pressemitteilungen aus der Wissenschafts-PR berücksichtigt, erscheint kritischer Wissenschafts- und Umweltjournalismus nötiger denn je“, betont der Leiter des Medien-Doktor-Projekts, Prof. Holger Wormer. „Und eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass unabhängiger Journalismus sich behaupten kann, ist eine hohe Qualität der Berichterstattung.“

App ecoGator – Aktuelle EcoTopTen Produktdaten verfügbar

Berlin (csr-news) > Pünktlich zum Beginn der weltgrößten Elektronikmesse IFA in Berlin kooperieren die führende Verbraucherplattform EcoTopTen (www.ecotopten.de) und die Smartphone-App ecoGator (www.ecogator.de) bei der Verbraucherberatung zu effizienten Haushaltsgeräten. Damit sind Informationen, wie die Energieeffizienz und der Stromverbrauch der wichtigsten Haushaltsgeräte auf dem deutschen Markt, auch in der App ecoGator auf dem Smartphone abrufbar. Verbraucher finden jetzt in der App die von EcoTopTen empfohlenen Geräte aus den Produktkategorien Waschmaschinen, Trockner, Kühl- und Gefriergeräte, Geschirrspüler, TV-Geräte und Lampen. Fast 1.000 aktuelle Produktempfehlungen verschiedenster Geräte, Modelle und Hersteller können die App-Nutzer mit der unabhängigen und einfachen Kaufberatungs-Funktion filtern und miteinander vergleichen. Damit wird die Kaufentscheidung für stromsparende Geräte deutlich erleichtert. Die kostenlose ecoGator-App ist für Android- und iOS-Geräte auf www.ecogator.de erhältlich. Bislang wurde die App mehr als 15.000 Mal heruntergeladen und mit dem Futurezone Award 2014 und dem European Sustainable Energy Award 2015 ausgezeichnet.

Müllhalde Meer – Ausstellung in acht Städten

Berlin (csr-news) > Mehr als zehn Millionen Tonnen Plastikmüll landen jedes Jahr in unseren Meeren – mit verheerenden Folgen für unsere Umwelt. Mit einer gemeinsamen Informationskampagne wollen NABU und SEA LIFE Trust auf die Verschmutzung der Meere aufmerksam machen. Dazu ist ab dem 18. August in allen acht deutschen SEA LIFE Aquarien (Berlin, Hannover, Königswinter, Konstanz, Oberhausen, München, Speyer, Timmendorfer Strand) drei Monate lang ein Ausstellungsmodul über die Folgen des Plastiks für unsere Meere zu sehen. „Der Fokus unserer gemeinsamen Aktion liegt auf den typischen Fundstücken Plastiktüten, Zigarettenkippen aber auch Mikroplastik. Beispielsweise ist nur Wenigen bekannt, dass auch die Filter von Zigaretten aus Kunststoff bestehen. Plastiktüten brauchen bis zu 20 Jahre, bis sie im Meer zerfallen. In zahlreichen Kosmetikprodukten finden sich kleinste Plastikpartikel – das sind nur einige der Fakten, die wir vermitteln wollen“, erläutert Kim Detloff, NABU-Meeresschutzexperte. Ganz verschwinden wird das Plastik aus unserer Umwelt wohl nie. Es zerfällt nur in immer kleinere Bruchstücke und treibt dann als Mikroplastik in unseren Meeren. „NABU und SEA LIFE Trust haben sich zum Ziel gesetzt, die Plastikverschmutzung einzudämmen und das öffentliche Bewusstsein zu stärken, Plastikeinträge in unsere Meere zu vermeiden“, erklärt Andy Bool, Leiter des SEA LIFE Trust.

TV – Jahrhundertprojekt Nachhaltigkeit

Unterföhring (csr-news) > Ende dieses Jahrhunderts werden 11,2 Milliarden Menschen auf der Erde leben, so die aktuelle Prognose der UNO. Die Menschheit muss jetzt die Weichen stellen, um künftigen Generationen einen lebenswerten Planeten zu hinterlassen. Die große Doku-Sonderprogrammierung Dok.tober widmet sich in diesem Jahr mit 31 Dokumentationen auf zehn Sendern täglich vom 1. bis 31. Oktober um 22.00 Uhr dem Thema Nachhaltigkeit.

Eine Auswahl der Programmhighlights:

Samstag, 3. Oktober: „World’s best Diets: Wie ernährt sich die Welt“ – RTL Living

Sonntag, 4. Oktober: „Abschied vom Sonntagsbraten – Der Siegeszug von Pizza, Döner und Sushi“ – Spiegel Geschichte

Montag, 5. Oktober: „Expo 2015 – Neue Ideen gegen Hunger“ – History

Montag, 12. Oktober: „Clothes to Die For – Tödlich schick“ – A&E

Samstag, 17. Oktober: „Green Tech – Intelligente Architektur“ – Discovery Channel

Sonntag. 18. Oktober: „Planet Oil – Die Geschichte des Öls“ – Spiegel Geschichte Donnerstag, 22. Oktober: „Grüne Welle – Nachhaltigkeit in der Mobilität“ – Motorvision TV

Dienstag, 27. Oktober: „Gorongosa – Ein Paradies kehrt zurück“ – National Geographic Wild Mittwoch, 28. Oktober: „Unser Kosmos: Die Reise geht weiter – Zukunft der Erde“ – National Geographic Channel