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H&M bringt Jeans mit recycelter Baumwolle auf den Markt

Die Modekette H&M verkauft demnächst Jeans mit recycelter Baumwolle aus Altkleidern. Ab dem 3. September werde H&M 16 Kleidungsstücke aus Denim für Männer, Frauen und Kinder anbieten, in denen recycelte Baumwolle aus der Initiative „Kleidung sammeln bei H&M“ verarbeitet worden sei, teilte das schwedische Unternehmen am Donnerstag mit. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace begrüßte die Recycling-Kollektion.

Berlin (afp) > Die Modekette H&M verkauft demnächst Jeans mit recycelter Baumwolle aus Altkleidern. Ab dem 3. September werde H&M 16 Kleidungsstücke aus Denim für Männer, Frauen und Kinder anbieten, in denen recycelte Baumwolle aus der Initiative „Kleidung sammeln bei H&M“ verarbeitet worden sei, teilte das schwedische Unternehmen am Donnerstag mit. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace begrüßte die Recycling-Kollektion.

Mit den neuen Jeans-Modellen im Used-Look werde „alten Jeans ein neues Leben“ geschenkt, erklärte der schwedische Modekonzern. Die Kollektion sei „der nächste Schritt auf dem Weg hin zur Schaffung eines geschlossenen Textilkreislaufs“. Ziel des Unternehmens sei es, „den Einfluss der Textilindustrie auf die Umwelt zu reduzieren, indem weniger Abfall auf den Müllhalden landet und natürliche Ressourcen in der Stoffproduktion eingespart werden“.

Bewusstsein schaffen

Derzeit ist H&M nach eigenen Angaben in der Lage, 20 Prozent recycelte Baumwolle aus gesammelten Altkleidern für neue Produkte zu verwenden. Das Unternehmen investiere aber in neue Technologien, um den Anteil noch zu erhöhen, ohne dass die Qualität leide. „Das ist der richtige Schritt vorwärts“, sagte die Textil-Expertin der Umweltschutzorganisation Greenpeace, Kirsten Brodde, der Nachrichtenagentur AFP. Durch die Rücknahme von Altkleidern mache das Unternehmen seinen Kunden klar, „dass es darum geht, Dinge zurückzubringen und zu recyceln, statt sie wegzuwerfen“. Das Thema Altkleider-Recycling „am Produkt Jeans“ festzumachen, einem der meistverkauften Kleidungsstücke überhaupt, sei daher sehr schlau.

Ein Drittel mehr Altkleider

In Deutschland wurden im Jahr 2013 nach aktuellen Angaben des Recycling-Branchendienstes Euwid 1,01 Millionen Tonnen Altkleider erfasst, ein Drittel mehr als 2007. „Das sind meist gut erhaltene Sachen“, stellte Brodde fest. Zu begrüßen sei, dass H&M in die Forschung investiere, um das Recycling von Baumwolle zu verbessern, das noch in den Kinderschuhen stecke. „Derzeit handelt es sich um die Beimischung von 20 Prozent recycelter Baumwolle – das ist sicherlich noch steigerungsfähig“, sagte Brodde. Kunden von H&M können seit Februar 2013 alte oder ungeliebte Kleidungsstücke unabhängig von der Marke in den Filialen abgeben – und bekommen dafür beim nächsten Einkauf Rabatt. Im Sortiment der Modekette finden sich neben Produkten aus recycelter Baumwolle auch Kleider und Accessoires aus recycelter Wolle, recyceltem Polyester und Polyamid sowie wiederverwertetem Plastik.

Angebot soll ausgeweitet werden

Der Anteil von recyceltem Material im Sortiment lag 2014 bei 0,2 Prozent. Für dieses Jahr hat H&M sich vorgenommen, den Anteil von Kleidungsstücken, die aus mindestens 20 Prozent recyceltem Material aus der eigenen Sammlung hergestellt werden, im Vergleich zu 2014 zu verdreifachen. „Was Textilrecycling angeht, ist H&M sicherlich ein fortschrittliches Unternehmen“, versichert die Greenpeace-Expertin Brodde. Sie sei nun gespannt, wie sich die Jeans-Kollektion verkaufen werde, die etwas teurer als die anderen Produkte der Modekette sei. Die 16 Jeans-Modelle der Kollektion für Männer, Frauen und Kinder, für die neben recycelter Baumwolle auch Bio-Baumwolle verarbeitet wurde, sollen weltweit in allen Geschäften und online verkauft werden.