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Deutsche Bahn plant zwei kleinere Pilotprojekte für Flüchtlinge

Berlin (afp) > Die Deutsche Bahn plant zwei Ausbildungsprojekte für Flüchtlinge. Dabei handelt es sich um kleinere Initiativen, die in Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit in Bayern auf die Beine gestellt werden sollen, wie Personalvorstand Ulrich Weber am Freitag im „Tagesspiegel“ ankündigte. Die Wirtschaft müsse sich mehr um das Thema Flüchtlinge kümmern, forderte er. „Nicht nur, weil wir gesellschaftliche Verantwortung tragen, sondern auch aus eigenen, wenn Sie so wollen unternehmerischen Interessen.“

Eines der beiden kleinen Pilotprojekte in Bayern richtet sich laut Weber an erwachsene Flüchtlinge, die bereits in ihrer Heimat einen elektrotechnischen Beruf erlernt haben. Das andere Projekt solle junge Flüchtlinge auf eine Ausbildung bei der Deutschen Bahn vorbereiten. Der Konzern habe zwar eine „Multi-Kulti-Belegschaft“, die Flüchtlingsprojekte seien aber eine Premiere, betonte Weber. Ziel seien „Willkommenskultur, Qualifizierung und Integration“.

Die Bundesregierung rechnet mit einer drastisch steigenden Zahl von Flüchtlingen. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hatte am Mittwoch die Prognose zur Zahl der bis Jahresende in Deutschland erwarteten Flüchtlinge von 450.000 auf 800.000 angehoben. In der gegenwärtigen Debatte spielt auch die Frage eine Rolle, unter welchen Voraussetzungen Flüchtlinge hierzulande arbeiten dürfen.

Die Deutsche Bahn bietet jedes Jahr etwa 4000 Schulabgängern eine Berufsausbildung oder ein Duales Studium. Für das am 1. September beginnende Ausbildungsjahr seien zuletzt noch zehn Prozent der Stellen unbesetzt gewesen, sagte Weber dem „Tagesspiegel“. In diesem Jahr gingen demnach 50.000 Bewerbungen für einen Ausbildungsplatz bei der Deutschen Bahn ein. Im technischen Bereich sei es schwieriger geworden, geeignete Mitarbeiter oder Auszubildende zu finden, beispielsweise bei Elektronikern, Mechatronikern und Gleisbauern, sagte Weber.