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Deutschland und Brasilien arbeiten beim Klimaschutz eng zusammen

Deutschland und Brasilien haben eine enge Zusammenarbeit für den Klimaschutz vereinbart. Bei Verhandlungen zu den deutsch-brasilianischen Regierungskonsultationen in Brasília sicherte Berlin nach Angaben aus Regierungskreisen Gelder in Höhe von rund 550 Millionen Euro für die nächsten zwei Jahre für Brasilien zu. Dabei geht es um die Förderung erneuerbarer Energien und um den Schutz des Tropenwaldes. Die gemeinsamen Projekte sollen Brasilien unter anderem bei seinem Ziel unterstützen, die Entwaldung bis 2020 auf Null zu reduzieren.

Berlin (afp) > Deutschland und Brasilien haben eine enge Zusammenarbeit für den Klimaschutz vereinbart. Bei Verhandlungen zu den deutsch-brasilianischen Regierungskonsultationen in Brasília sicherte Berlin nach Angaben aus Regierungskreisen Gelder in Höhe von rund 550 Millionen Euro für die nächsten zwei Jahre für Brasilien zu. Dabei geht es um die Förderung erneuerbarer Energien und um den Schutz des Tropenwaldes. Die gemeinsamen Projekte sollen Brasilien unter anderem bei seinem Ziel unterstützen, die Entwaldung bis 2020 auf Null zu reduzieren.

Zufrieden mit der Entwicklung

Das Dokument für die Klimazusammenarbeit wird am Donnerstag in Brasília unterzeichnet, wo Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit einer ganzen Reihe von Ministern zu Besuch ist. Die Kanzlerin hob vor Ort die Bedeutung des Regenwaldschutzes hervor: „Wir sind sehr zufrieden, dass es sehr ambitionierte Entwicklungen gibt, was den Stopp und die Reduktion der Abforstung anbelangt“, sagte sie. Dies sei auch „der Schlüssel“ für die gesamten Klimaziele Brasiliens.

Nationales Ziel erst im September

Zudem sei es wichtig für die Artenvielfalt, „denn Brasilien ist das artenreichste Land der Welt“, sagte Merkel weiter. Die Kanzlerin fügte hinzu: „Was hier zerstört wird, das ist nicht reproduzierbar.“ Brasilien hat als großes Schwellenland und einem Anteil von mehr als 60 Prozent am tropischen Regenwald eine besondere Bedeutung beim Klimaschutz. Eine starke Einsparungszusage Brasiliens beim Ausstoß von Treibhausgasen auf der Klimakonferenz im Dezember in Paris könnte der Bundesregierung zufolge eine Signalwirkung für lateinamerikanische Staaten sowie andere Schwellenländer haben. Ein nationales Ziel für die Treibhausgase will Brasilien laut Merkel aber erst im September vorlegen.

Die nun gefundene Vereinbarung zur deutsch-brasilianischen Zusammenarbeit beim Klimaschutz sieht den Regierungskreisen zufolge im Einzelnen vor, dass 428,5 Millionen Euro für den Bereich Energie und 123 Millionen Euro für den Tropenwald zugesagt werden. Von den insgesamt 551,5 Millionen Euro aus dem Topf des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung für die kommenden zwei Jahre sind der Großteil Entwicklungskredite, die Brasilien mit Eigenbeiträgen ergänzt.

Wichtiges Signal

Umweltschützer äußerten sich positiv zur vereinbarten Zusammenarbeit beim Klimaschutz. „Die Erklärung setzt ein wichtiges Signal vor dem Pariser Klimagipfel“, sagt Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch. „Zum ersten Mal konkretisieren ein Industrie- und ein Schwellenland gemeinsam die Vision des 2-Grad-Limits“. Für Brasilien wie für Deutschland liegt der Glaubwürdigkeitstest jetzt bei den nationalen Zielen und deren Umsetzung. „Brasilien will in wenigen Wochen sein Klimaziel bis 2030 ankündigen. Nur wenn Brasilien als wichtiges Schwellenland ein ambitioniertes landesweites Reduktionsziel vorlegt, sind die jetzigen Ankündigungen glaubwürdig“, so Bals. Ähnliches würde auch für Deutschland gelten. „Die deutsche Regierung muss in den nächsten Wochen zeigen, wie sie ihr 40-Prozent-CO2-Reduktionsziel bis 2020 umsetzen will“. Bisher sei die Emissionsentwicklung nicht mit dem Zwei-Grad-Limit vereinbar.