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Gericht verbietet Film über Fabrikunglück in Bangladesch

Ein Gericht in Bangladesch hat am Montag die Ausstrahlung des Films „Rana Plaza“ im In- und Ausland für sechs Monate untersagt. Der Film thematisiert den Einsturz des gleichnamigen Fabrikkomplexes in der Hauptstadt Dhaka 2013 und damit eine der schwersten industriellen Katastrophen der Welt.

Dhaka (csr-news) > Ein Gericht in Bangladesch hat am Montag die Ausstrahlung des Films „Rana Plaza“ im In- und Ausland für sechs Monate untersagt. Der Film thematisiert den Einsturz des gleichnamigen Fabrikkomplexes in der Hauptstadt Dhaka 2013 und damit eine der schwersten industriellen Katastrophen der Welt.

Nach Ansicht der beiden zuständigen Richter zeigt der Film die Bekleidungsindustrie, die dem Land durch Exporte jedes Jahr 25 Milliarden Dollar einbringt, in einem zu negativen Licht. Außerdem zeige er verstörende Bilder des Einsturzes und verstoße damit gegen eine ältere Entscheidung des Gerichts. Bei dem Unglück starben im April 2013 mehr als 1100 Menschen, mehr als 1500 wurden verletzt. In dem neunstöckigen Gebäude hatten über 5000 Menschen gearbeitet.

Der gut zwei Stunden lange Film sollte ab dem 4. September in mehr als hundert Kinos in Bangladesch laufen, die zuständige Zensurbehörde hatte grünes Licht gegeben. Er erzählt die Geschichte der 19 Jahre alten Näherin Reshma Akhter, die 17 Tage nach dem Einsturz aus der Ruine des Rana Plaza gerettet wurde. Bilder der jungen Frau gingen um die Welt, in Bangladesch wurde sie zur Heldin. Mittlerweile hat sie geheiratet und einen gut bezahlten Job bei einer internationalen Hotelkette angenommen.

„Es geht auch um Reshmas Liebesgeschichte und um das Leben der Millionen Textilarbeiterinnen hierzulande“, sagte Regisseur Nazrul Islam Khan und kündigte Berufung an. Er verstehe die Beweggründe des Gerichts nicht, schließlich habe er die von der Zensuranstalt als zu brutal angesehenen Szenen bereits herausgeschnitten.