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Axel Springer stellt sich im Streit um Waldschutz hinter Greenpeace

Im Streit zwischen dem führenden kanadischen Papierhersteller Produits forestiers Résolu (PFR) mit Greenpeace hat sich der deutsche Medienkonzern Axel Springer auf die Seite der Umweltschützer gestellt.

Montreal (afp) > Im Streit zwischen dem führenden kanadischen Papierhersteller Produits forestiers Résolu (PFR) mit Greenpeace hat sich der deutsche Medienkonzern Axel Springer auf die Seite der Umweltschützer gestellt. Springer beobachte „seit Jahren aufmerksam die Querelen“ zwischen Umweltorganisationen, kanadischen Ureinwohnern und der Forstwirtschaft, sagte der Sprecher des Springer-Konzerns, Michael Schneider, am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. Angesichts der „gegenwärtigen Eskalation“ des Streits habe sein Unternehmen Ende 2014 die Geschäftsbeziehungen zu PFR beendet und werde so lange nicht mehr bei dem Unternehmen bestellen, wie sich die Lage nicht ändere.

Greenpeace führt seit Jahren eine Kampagne gegen die exzessive Rodung der Wälder im Norden Kanadas durch PFR und andere Unternehmen. PFR verklagte die Umweltschutzorganisation auf sieben Millionen kanadische Dollar (4,7 Millionen Euro) Schadenersatz und startete kürzlich mit Unterstützung des Regierungschefs der Provinz Québec, Philippe Couillard, und anderen Abgeordneten eine Medienkampagne gegen Greenpeace. Darin wird den Umweltschützern vorgeworfen, „Desinformation“ zu betreiben und Arbeitsplätze in der Region zu gefährden.

PFR war vor einigen Jahren das FSC-Siegel für nachhaltige Forstwirtschaft entzogen worden, weil das Unternehmen Verträge mit Ureinwohnern nicht einhielt und zu wenige Schutzmaßnahmen für Waldtiere ergriff. Greenpeace kämpft dafür, dass die großen Papierabnehmer in aller Welt nur Produkte mit FSC-Siegel kaufen.