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Obama fordert mehr Anstrengungen im Kampf gegen Klimawandel

Bei einem Besuch in Alaska hat US-Präsident Barack Obama vor der Bedrohung für Mensch und Natur durch den Klimawandel gewarnt. Obama sagte am Montag, die Folgen der Erderwärmung seien in dem dünn besiedelten Bundesstaat im hohen Nordwesten bereits sichtbar. Die Zeit dränge, die Antwort der Politik sei unzureichend. „Wir bewegen uns nicht schnell genug“, beklagte er.

Anchorage (afp) > Bei einem Besuch in Alaska hat US-Präsident Barack Obama vor der Bedrohung für Mensch und Natur durch den Klimawandel gewarnt. Obama sagte am Montag, die Folgen der Erderwärmung seien in dem dünn besiedelten Bundesstaat im hohen Nordwesten bereits sichtbar. Die Zeit dränge, die Antwort der Politik sei unzureichend. „Wir bewegen uns nicht schnell genug“, beklagte er.

Obama hält sich drei Tage in Alaska auf und besucht dabei auch als erster amtierender US-Staatschef die Gebiete des Bundesstaats jenseits des Nördlichen Polarkreises. Auf dem Arktis-Gipfel in Anchorage sagte er, die steigenden Temperaturen gefährdeten das Ökosystem Alaskas. Die Saison der Buschbrände in dem Bundesstaat dauere inzwischen einen Monat länger als 1950. Das Auftauen von Permafrostböden führe dazu, dass der Untergrund für Häuser und Straßen an Stabilität verliere.

Gemeinsame Erklärung zur Weltklimakonferenz

Der Klimawandel „ändert bereits die Art und Weise, wie die Bewohner von Alaska leben“, sagte Obama, der am Dienstag einen Gletscher besuchen wollte. Die USA hatten die weiten Gebiete 1867 von Russland erworben, seit 1959 ist die Region ein US-Bundesstaat. An dem Treffen des Arktischen Rats in Anchorage nahmen auch Vertreter von europäischen und asiatischen Ländern teil. In einer gemeinsamen Erklärung riefen sie dazu auf, bei der Weltklimakonferenz im Dezember ein „ambitioniertes Ergebnis“ zu erreichen. Bei dem Gipfel in Paris soll ein globales Klimaschutzabkommen verabschiedet werden, um die Erderwärmung bis Ende des Jahrhunderts auf maximal zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen.

Die größten Produzenten klimaschädlicher Treibhausgase

„Menschliche Aktivität zerstört das Klima auf viele Arten schneller, als wir dachten“, sagte Obama. Der Klimawandel werde dieses Jahrhundert auf dramatische Weise bestimmen, und er ereigne sich „hier“ und „jetzt“. Mit Blick auf die US-Republikaner, die seine Klimapolitik im Kongress torpedieren, sagte Obama: Die Leugner des Klimawandels seien „zunehmend alleine auf ihrer schrumpfenden Insel“. Die wissenschaftlichen Belege für die Erderwärmung seien eindeutig. Die USA sind nach China der größte Produzent klimaschädlicher Treibhausgase. „Amerika erkennt seine Rolle bei der Schaffung dieses Problems an, und wir nehmen unsere Verantwortung an, bei der Lösung zu helfen“, sagte Obama. Der Präsident hat als Ziel für sein Land ausgegeben, die Emissionen bis 2025 um 26 bis 28 Prozent im Vergleich zum Jahr 2005 zu reduzieren. Angesichts der Blockade im Kongress greift er auf Exekutivanordnungen zurück, um über Regelungen der Bundesumweltschutzbehörde EPA den Ausstoß von Treibhausgasen zu verringern.

Anfang August hatte Obama seinen „Clean Power Plan“ vorgestellt, in dem die Regierung erstmals landesweit verbindliche Vorgaben für den CO2-Ausstoß im Energiesektor macht. Gegenüber dem Jahr 2005 müssen die Kohlendioxidemissionen von Kraftwerken bis 2030 um 32 Prozent gesenkt werden. Dazu sollen vermehrt erneuerbare Energien an die Stelle von fossilen Brennstoffen und insbesondere der Kohle treten.