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Kampagne gegen Abfallflut durch Becher für Coffee to go

Der schnelle Kaffee aus dem Pappbecher, der Coffee to go, ist aus Sicht der Deutschen Umwelthilfe ein Fluch für die Umwelt. Die Becher seien eine Vergeudung wertvoller Ressourcen und belasteten Umwelt und Klima, erklärte die DUH am Mittwoch in Berlin. Sie startete eine Kampagne, um den hohen Verbrauch der Einweg-Kaffeebecher zu verringern.

Berlin (afp) > Der schnelle Kaffee aus dem Pappbecher, der Coffee to go, ist aus Sicht der Deutschen Umwelthilfe ein Fluch für die Umwelt. Die Becher seien eine Vergeudung wertvoller Ressourcen und belasteten Umwelt und Klima, erklärte die DUH am Mittwoch in Berlin. Sie startete eine Kampagne, um den hohen Verbrauch der Einweg-Kaffeebecher zu verringern.

Pro Jahr werden in Deutschland demnach 2,8 Milliarden Coffee-to-go-Becher verbraucht. Für ihre Herstellung seien 64.000 Tonnen Holz, 1,5 Milliarden Liter Wasser, 11.000 Tonnen Kunststoff und eine Energiemenge notwendig, mit der sich eine Kleinstadt ein Jahr lang versorgen lasse, erklärte DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Allein in der Hauptstadt Berlin fielen jährlich 170 Millionen Coffee-to-go-Becher an, durch die 2400 Tonnen Abfall entstehe. Die Wegwerfmentalität beim Kaffeekonsum könne aber aufgehalten werden, wenn die bislang kostenlos angebotenen Becher teurer würden. „Eine Abgabe von 20 Cent wäre die Lösung.“

Gleichzeitig will die Deutsche Umwelthilfe bei den großen Kaffeehausketten dafür werben, Mehrwegbechersysteme zum Ausschank von Kaffee anzubieten. Außerdem müsse stärker für die Möglichkeit geworben werden, dass von Kunden selbst mitgebrachte und verschließbare Mehrwegbecher in Cafés wiederbefüllt werden könnten. „Einen Kaffee kann man unterwegs auch ohne Abfall genießen“, erklärte Resch.

Der Deutsche Kaffeeverband in Hamburg wandte sich strikt gegen eine Besteuerung von Einwegbechern. Es sei damit zu rechnen, dass der Konsum trotz Abgabe unverändert bleibe. Wenn Kaffeebecher besteuert würden, dann müssten Verbraucher auch für Pizzakartons, Bäckertüten oder Pommesschalen eine Abgabe zahlen, argumentierte der Verband. Eine Studie der niederländischen Organisation für angewandte Wissenschaft habe ergeben, dass die Umweltbelastung von Einwegbechern geringer seien als von Mehrwegbechern, die mit Wasser und Energie gereinigt werden müssten.

Einfach „weltfremd“ sei die Forderung, den eigenen Mehrwegbecher mitzubringen: „Keiner schleppt einen Mehrwegbecher zum Bahnhof oder zum Einkaufen durch die Stadt, weil er sich dort vielleicht einen Coffee to go kaufen will“, erklärte Hauptgeschäftsführer Holger Preibisch.