Nachrichten

Umweltverbände skeptisch zu Verlauf von UN-Klimaverhandlungen

Umweltverbände haben die Ergebnisse der einwöchigen UN-Klimaverhandlungen in Bonn skeptisch bewertet. „Die Zeit wird knapp für ein wirksames Abkommen“, erklärte die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch zum Abschluss der Beratungen auf Arbeitsebene am Freitag in Bonn. „Weniger als 90 Tage vor der Pariser Klimakonferenz haben die Delegierten noch immer nichts ausgehandelt, was den Klimawandel auch nur annähernd bremsen könnte“, erklärte Greenpeace.

Bonn (afp) > Umweltverbände haben die Ergebnisse der einwöchigen UN-Klimaverhandlungen in Bonn skeptisch bewertet. „Die Zeit wird knapp für ein wirksames Abkommen“, erklärte die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch zum Abschluss der Beratungen auf Arbeitsebene am Freitag in Bonn. „Weniger als 90 Tage vor der Pariser Klimakonferenz haben die Delegierten noch immer nichts ausgehandelt, was den Klimawandel auch nur annähernd bremsen könnte“, erklärte Greenpeace.

Hochrangige Vertreter der Mitgliedstaaten der UN-Klimarahmenkonvention (UNFCCC) hatten seit Montag in Bonn den Ende des Jahres stattfindenden UN-Klimagipfel in Paris vorbereitet. Dort soll ein neues globales Klimaschutzabkommen geschlossen werden. Der bislang dazu vorliegende Textentwurf gilt jedoch mit rund 80 Seiten als viel zu lang und wegen der großen Zahl noch offener Fragen für die Schlussrunde in Paris als nicht wirklich verhandlungsfähig.

Ziele alle fünf Jahre überprüfen

Die Umwelt-Aktionsplattform climatenetwork.org erneuerte die Forderung, in dem Vertragstext einen Mechanismus zu verankern, wonach die Ziele besonders für die Minderung von Treibhausgasen regelmäßig, zum Beispiel alle fünf Jahre, überprüft werden sollen. Die bislang dazu vorliegenden Angebote von Mitgliedstaaten für nationale Emissionsziele gelten als nicht ausreichend, um die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen.

Vielmehr sei eher „eine Erderwärmung von rund vier Grad zu erwarten“, erklärte der Klimaexperte des Naturschutzverbands Nabu, Sebastian Scholz. Eine Erwärmung in dieser Größenordnung befürchtet auch Greenpeace-Klimaexperte Martin Kaiser. „Die Folge werden Millionen Menschen sein, die ihre Heimat wegen des steigenden Meeresspiegels, Dürren und Extremwettern verlassen müssen“, erklärte Kaiser in Bonn.

Positionen der Staaten sind klarer geworden

„Klare Signale von Ministern und Regierungschefs“, forderte der Politische Geschäftsführer von Germanwatch, Christoph Bals, der auch der EU zu geringes Engagement beim Klimaschutz vorwarf. So sei auch die Europäische Union bislang nicht bereit, eine verpflichtende Überprüfung der vorgelegten Klimaschutz-Verpflichtungen alle fünf Jahre zu akzeptieren.

„Sehr ermutigt“ äußerte sich nach Verhandlungsschluss dagegen UNFCCC-Generalsekretärin Christiana Figueres. Die Positionen der Staaten seien klarer geworden und die Vorsitzenden seien beauftragt worden, für die nächste Arbeitsrunde im Oktober eine konkrete Verhandlungsbasis mit klaren Entscheidungsoptionen vorzubereiten, sagte einer der Verhandlungsführer, der Algerier Ahmed Djoghlaf. Auch das Zwei-Grad-Klimaziel sei dabei bekräftigt worden. Es lägen verschiedene Puzzleteile vor, „die nun zusammengesetzt werden“, erklärte die französische Klimabeauftragte Laurence Tubiana.

Der UN-Klimagipfel findet vom 30. November bis 11. Dezember in der französischen Hauptstadt statt. Zuvor sind weitere Vorbereitungsgespräche geplant, so am kommenden Montag ein informelles Ministertreffen in Paris.