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Handelskammer stellt Konzept zur Integration von Flüchtlingen in Arbeit und Ausbildung vor

Die Hamburger Handelskammer hat einen Maßnahmenkatalog entwickelt, um die Integration von Flüchtlingen in Arbeit und Ausbildung voranzutreiben. „An diesem entscheidenden Punkt der Eingliederung möchten wir uns als Handelskammer gemeinsam mit den Hamburger Unternehmen einbringen“, sagte Präses Fritz Horst Melsheimer bei der Vorstellung des Konzepts.

Hamburg (csr-news) > Die Handelskammer hat einen Maßnahmenkatalog entwickelt, um die Integration von Flüchtlingen in Arbeit und Ausbildung voranzutreiben. „An diesem entscheidenden Punkt der Eingliederung möchten wir uns als Handelskammer gemeinsam mit den Hamburger Unternehmen einbringen“, sagte Präses Fritz Horst Melsheimer bei der Vorstellung des Konzepts.

Dazu zählt unter anderem die Betreuung der Zuwanderer durch ehrenamtliche Paten. Diese sollen zum Beispiel mit Hilfe von migrantischen Unternehmen und anderen Organisationen und über das Konsularkorps gewonnen werden. Außerdem bietet die Kammer einen Leitfaden zur Beschäftigung von Flüchtlingen sowie verschiedene Informationsveranstaltungen zu arbeits- und aufenthaltsrechtlichen Fragen sowie einen Vermittlungs-„Marktplatz“ an. Um noch mehr über deren Engagement und konkrete Anforderungen an Sprachkenntnisse oder berufliche Vorqualifikationen zu erfahren, kündigte Melsheimer zudem eine Befragung der Mitgliedsfirmen an. Mit ihr soll auch die Bereitschaft zur Bereitstellung von Praktika abgefragt werden, die zu einem anschließenden Beschäftigungs- oder Ausbildungsverhältnis führen sollen. Eine Plakatkampagne unter dem Motto „Angekommen in Hamburg“ soll das „Integrationsklima“ verbessen helfen.

Präses Melsheimer betonte, dass die Hamburger Wirtschaft „heute und in den kommenden Jahren“ auf Zuwanderer angewiesen sei, und Migranten die weitere Entwicklung der Stadt befruchten würden. Er erinnerte in diesem Zusammenhang daran, wie die Stadt als Außenhandelsstandort in ihrer langen Geschichte stets von Zuwandern profitiert habe. Als Beispiele nannte er die sephardischen Juden aus Spanien und Portugal, die Hugenotten aus Frankreich und die Flüchtlinge aus den ehemaligen Ostgebieten nach dem Zweiten Weltkrieg. Im Ergebnis sei deren Integration erfolgreich gewesen. Melsheimer zitierte aus einer aktuellen Umfrage, wonach etwa 30 Prozent der Hamburger Unternehmen im Fachkräftemangel schon heute eines der größten Geschäftsrisiken sähen. Nach heutiger Datenlage könnte der Engpass für die Hamburger Wirtschaft im Jahr 2030 bei 46.000 Personen liegen.

An die Politik richtete der oberste Vertreter der Hamburger Wirtschaft den Wunsch, eine Abschiebung während eines Einarbeitungs- und Ausbildungsprozesses auszuschließen. Bürgermeister Olaf Scholz lud er „gemeinsam mit allen entscheidenden Playern“ zu einem „Flüchtlingsgipfel“ ein, der die Initialzündung für eine städtische „Allianz für Flüchtlinge“ werden könnte.

Download: „Flüchtlinge in Ausbildung und Beschäftigung bringen – Leitfaden für Unternehmen“