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Wirtschaftsbosse wollen Flüchtlingen Jobperspektiven bieten

ührende Wirtschaftsvertreter in Deutschland wollen daran mitwirken, Flüchtlinge schnell in Arbeit zu bringen. „Wenn Flüchtlinge rasch Arbeitsbewilligungen erhalten, dann können deutsche Unternehmen wie Deutsche Post DHL Group dieses Potenzial nutzen“, sagte der Vorstandsvorsitzende des Post-Konzerns, Frank Appel, dem „Handelsblatt“ vom Montag. Auch der Chef des Chemiekonzerns Evonik, Klaus Engel, erklärte, die Unternehmen könnten „nicht so tun, als ginge es uns nichts an“, wenn zahlreiche Menschen auf der Suche nach „einer friedlichen Zukunftsperspektive“ nach Europa zögen.

Düsseldorf (csr-news/afp) > Führende Wirtschaftsvertreter in Deutschland wollen daran mitwirken, Flüchtlinge schnell in Arbeit zu bringen. „Wenn Flüchtlinge rasch Arbeitsbewilligungen erhalten, dann können deutsche Unternehmen wie Deutsche Post DHL Group dieses Potenzial nutzen“, sagte der Vorstandsvorsitzende des Post-Konzerns, Frank Appel, dem „Handelsblatt“ vom Montag. Auch der Chef des Chemiekonzerns Evonik, Klaus Engel, erklärte, die Unternehmen könnten „nicht so tun, als ginge es uns nichts an“, wenn zahlreiche Menschen auf der Suche nach „einer friedlichen Zukunftsperspektive“ nach Europa zögen.

Engagement für Ausbildung und Integration der Zuwanderer

Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Eric Schweitzer, sagte der Zeitung, zwar bringe ein Teil der Flüchtlinge Qualifikationen mit, die ihnen den Einstieg in den Beruf ermöglichten. Häufig bestehe aber zunächst ein Bedarf an Qualifizierung, etwa mit dem Schulbesuch, durch Praktika, eine Ausbildung oder ein Studium. „Ganz oben auf der Agenda“ müssten Sprachkurse stehen, da Deutschkenntnisse „in weiten Teilen auch Voraussetzung für Ausbildung und Beschäftigung sind“.  Schweitzers Darstellung nach beginnen nun viele Unternehmen, sich für Ausbildung und Integration der Zuwanderer zu engagieren. Sie wollten „einen Beitrag leisten, dass Flüchtlinge bei uns in der Gesellschaft ankommen“.

Der Sportwagenbauer Porsche will sich ebenfalls engagieren. Das Unternehmen denke „intensiv darüber nach, wie wir gezielt helfen können“, sagte Porsche-Personalvorstand Thomas Edig der Fachzeitung „Automobilwoche“. Es gebe in dieser Hinsicht „vielerlei Überlegungen“. Edig bemängelte allerdings fehlende gesetzliche Rahmenbedingungen. Zuletzt hatten Wirtschaftsvertreter mehrfach zu hohe Hürden für den Eintritt von Flüchtlingen in den deutschen Arbeitsmarkt bemängelt. Auch der Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise, sprach sich inzwischen dafür aus, die Besetzung freier Stellen mit Flüchtlingen zu erleichtern.

Viele Unternehmen sind bereit, Flüchtlinge zu beschäftige

Seine Behörde hat gemeinsam mit der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) eine Informationsbroschüre mit dem Titel „Potentiale nutzen – geflüchtete Menschen beschäftigen“ entwickelt, die Betrieben in komprimierter Weise aufzeigt, wie sie vorgehen müssen, wenn sie Geflüchtete beschäftigen wollen und welche Unterstützungsmöglichkeiten die Bundesagentur dabei bieten kann. Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer: „Viele Unternehmen sind bereit, Flüchtlinge zu beschäftigen und so einen wesentlichen Beitrag zu leisten, damit diese Menschen in Deutschland Fuß fassen können. Allerdings brauchen die Betriebe Unterstützung, damit sie den Weg durch den Dschungel aus unterschiedlichen Regelungen und Vorgaben finden, die beachtet werden müssen, wenn Asylsuchenden oder Geduldeten ein Praktikum, eine Ausbildung oder Beschäftigung angeboten wird“.

Jobportal für Flüchtlinge

Ganz konkret können sich arbeitssuchende Flüchtlinge und potenzielle Arbeitgeber auf dem neu entwickelten Jobportal workeer.de begegnen. Die Plattform, die sich gezielt an Flüchtlinge wendet, wurde von den beiden Hochschulabsolventen David Jacob und Philipp Kühn entwickelt. Es ist das Ergebnis ihres Abschlussprojekts an der Hochschule, zu dem sie aufgrund der Aktualität und der vielen vorherrschenden Missstände kamen. Inzwischen enthält die Website bereits mehr als 650 Bewerberprofile und über 800 Angebote von etwa 655 Arbeitgebern. Das Spektrum der Angebote reicht von einfachen, teilweise auch unbezahlten Hilfstätigkeiten und Praktika bis hin zu IT-Fachkräften und Facharbeitern. Mit der großen Resonanz innerhalb weniger Wochen hatten die Gründer nicht gerechnet. „Das überwältigende Ausmaß der Aufmerksamkeit für unser Projekt hat uns überrascht. Natürlich war uns bewusst, dass wir mit unserem Projekt ein sehr gutes Timing haben und durchaus einen Nerv treffen könnten. Mit der Reaktion, die workeer jetzt ausgelöst hat kann man allerdings gar nicht rechnen und ebenso wenig im Voraus planen“.

 

Die Dezember-Ausgabe des CSR-MAGAZINs widmet sich dem Schwerpunktthema „Arbeit und Migration“ und wird dabei die vielfältigen Aspekte dieses Themas beleuchten. Unter anderem wird es auch darum gehen, wie die wachsende Zahl an Arbeitnehmern mit Migrationshintergrund die Unternehmenskultur verändert. Beteiligen Sie sich und senden Sie uns zum Thema „Arbeit und Migration“ Hinweise auf Interviewpartner, interessante Initiativen, Herausforderungen und die unternehmerische Praxis an redaktion@csr-news.net.