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Bei deutschen Paaren ist die Arbeitszeit besonders ungleich verteilt

Frauen in einer festen Partnerschaft sind in allen Industriestaaten seltener und weniger Stunden pro Woche erwerbstätig als Männer. Bei deutschen Paaren ist die Aufteilung der Erwerbsarbeit aber besonders ungleich, wie das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) am Mittwoch mitteilte.

Berlin (afp) > Frauen in einer festen Partnerschaft sind in allen Industriestaaten seltener und weniger Stunden pro Woche erwerbstätig als Männer. Bei deutschen Paaren ist die Aufteilung der Erwerbsarbeit aber besonders ungleich, wie das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) am Mittwoch mitteilte. Forscher des WZB untersuchten Arbeitsunterschiede in Paarbeziehungen in 27 Ländern. Ihrer Studie zufolge arbeiten Frauen in Deutschland durchschnittlich 16 Stunden pro Woche weniger als ihre Partner – in Schweden sind es sechs, in Slowenien nur drei Stunden weniger.

Erwerbstätigkeit ist laut WZB vor allem dann ungleich aufgeteilt, wenn die Frau einen Beruf mit niedrigerem Status ausübt als der Mann oder wenn das Paar Kinder hat. Der Arbeitszeitunterschied erhöhe sich im Schnitt mit jedem Kind um fast sechs Stunden. Außerdem wirkten sich die Höhe des Lohnunterschieds sowie die Qualität der Kinderbetreuung im jeweiligen Land auf den Zeitunterschied aus, erklärte das WZB.

Das Ehegattensplitting in Deutschland führt der Studie zufolge dazu, dass bei verheirateten Paaren der Arbeitszeitunterschied rund fünf Stunden mehr beträgt als bei unverheirateten. In Schweden, wo die Erwerbseinkommen individuell besteuert würden, unterschieden sich diese Differenzen dagegen nicht. Die Berechnungen des WZB basieren auf Arbeitszeiterhebungen aus dem Jahr 2011.