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NRW-Arbeitsminister kritisiert Arbeitgeber-Tricks beim Mindestlohn

Der nordrhein-westfälische Arbeitsminister Guntram Schneider (SPD) hat Versuche von Arbeitgebern kritisiert, den Mindestlohn zu umgehen. Seit Jahresbeginn hätten sich zahlreiche Arbeitnehmer in seinem Ministerium gemeldet, um sich über ihre Rechte zu informieren.

Osnabrück (afp) > Der nordrhein-westfälische Arbeitsminister Guntram Schneider (SPD) hat Versuche von Arbeitgebern kritisiert, den Mindestlohn zu umgehen. Seit Jahresbeginn hätten sich zahlreiche Arbeitnehmer in seinem Ministerium gemeldet, um sich über ihre Rechte zu informieren, sagte Schneider der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ vom Montag. Viele von ihnen litten unter den „Tricks“ ihrer Chefs: etwa eine erhöhte Zahl von zu reinigenden Zimmern in der Hotelbranche oder die Einführung von Gebühren in Gewerbezweigen wie der Fleischindustrie, in denen früher freie Kost und Logis galt.

Die Anfragen an Schneiders Ministerium kamen nicht nur aus Nordrhein-Westfalen, sondern auch aus anderen Bundesländern wie Sachsen oder Thüringen, wie er sagte. Schneider forderte verschärfte Kontrollen in den Betrieben. „Arbeitgeber müssen die Arbeitszeiten kontinuierlich aufzeichnen, am besten digital.“ Dies sei dringend erforderlich.

Allein in Nordrhein-Westfalen erhalten laut Schneider inzwischen 200.000 Menschen mehr Geld für ihre Arbeit. Die Zahl der sogenannten Minijobs sei rückläufig, „weil es sich entweder nicht mehr lohnt, sie aufrecht zu halten, oder weil sie in sozialversicherungspflichtige Jobs umgewandelt wurden. Genau das war unser Ziel.“