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Weise: Flüchtlinge sprechen für Arbeitsmarkt oft zu schlecht Deutsch

Der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise, warnt vor zu hohen Erwartungen an eine schnelle Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt. Viele Neuankömmlinge verfügten nicht über die notwendigen Sprachkenntnisse, sprächen nicht gut Deutsch und höchstens rudimentär Englisch oder Französisch, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ vom Donnerstag.

Frankfurt (afp) > Der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise, warnt vor zu hohen Erwartungen an eine schnelle Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt. Viele Neuankömmlinge verfügten nicht über die notwendigen Sprachkenntnisse, sprächen nicht gut Deutsch und höchstens rudimentär Englisch oder Französisch, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ vom Donnerstag. Anderen mangele es an der nötigen Qualifikation. Weise hält demnach an der Prognose von knapp 2,8 Millionen Arbeitslosen für 2015 fest. Eine Vermittlung der bisherigen Neuankömmlinge in Arbeit sei machbar. „Die Größenordnungen, die da sind, schaffen wir“, sagte Weise, doch „die große Herausforderung werden die Menschen sein, die noch kommen werden“. Die Ankunft von Hunderttausenden sei „zunächst einmal eine Belastung für den Arbeitsmarkt“.

Klare Positionierung der Wirtschaftsverbände und Unternehmen

Die BA gehe momentan davon aus, dass zwischen 15 und 25 Prozent der Flüchtlinge einen Hochschulabschluss besitzen, aber mehr als die Hälfte keine abgeschlossene Berufsausbildung haben, berichtete die Zeitung. Dafür seien 80 Prozent von ihnen jünger als 35 – ein Pluspunkt bei der Jobsuche. Weise lobte die klare Positionierung von Wirtschaftsverbänden und Unternehmen, möglichst viele Asylbewerber in Beschäftigung bringen zu wollen. „Die Arbeitgeber geben ein gutes Bild ab“, sagte er der Zeitung. Zu Forderungen nach Ausnahmen vom Mindestlohn sagte Weise, bei Langzeitarbeitslosigkeit bestehe ohnehin schon die Möglichkeit von Abweichungen. „Unsere Aufgabe ist es aber, diese Menschen zu befähigen, dass sie mindestens 8,50 Euro in der Stunde verdient haben.“