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Deutsche Post startet mit Partnern Hilfsprogramm für Flüchtlinge

Die Deutsche Post startet mit Hilfsorganisationen eine Initiative zur Flüchtlingshilfe und Integration von Asylbewerbern. Liegenschaften der Post sollen als Unterkünfte genutzt werden, zudem will das Unternehmen etwa 1000 Praktikumsplätze für Asylbewerber anbieten. Für das erste Jahr stellt der Konzern eine Million Euro bereit.

Berlin (afp) > Die Deutsche Post startet mit Hilfsorganisationen eine Initiative zur Flüchtlingshilfe und Integration von Asylbewerbern. Liegenschaften der Post sollen als Unterkünfte genutzt werden, zudem will das Unternehmen etwa 1000 Praktikumsplätze für Asylbewerber anbieten, wie der Vorstandsvorsitzende der Deutsche Post DHL Group, Frank Appel, am Donnerstag bei der Vorstellung des Programms in Berlin sagte. Für das erste Jahr stellt der Konzern eine Million Euro bereit.

Das Geld solle dem Spracherwerb und der Berufsvorbereitung dienen und in Projekte der Partner fließen. Ziel sei es, die Hilfsorganisationen „längerfristig und nachhaltig zu unterstützen“, sagte Appel. An der Initiative beteiligen sich die Aktion Deutschland Hilft mit ihren 13 Mitgliedsorganisationen, die Stiftung Lesen sowie die Organisationen SOS Kinderdorf und Teach First Deutschland.

Praktikumsplätze für den Übergang

Als „in jedem Dorf und jeder Gemeinde“ vertretenes und gleichzeitig global aktives Unternehmen fühlt sich die Deutsche Post laut Appel besonders verantwortlich, neben der finanziellen Unterstützung von Projekten der Partner auch selbst Hilfe anzubieten. So will das Unternehmen nach eigenen Angaben deutschlandweit bis zu 100.000 Quadratmeter in Bürogebäuden oder Depots für die Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung stellen.

Zu den geplanten etwa 1000 Praktikumsplätzen sagte Appel, diese könnten „gerade für die Übergangsphase“ eine Lösung sein, so lange die Asylbewerber noch keine oder keine vollständige Arbeitserlaubnis haben. Das Unternehmen wolle aber „rechtlich sichergehen“ und zuerst alles mit den zuständigen Behörden absprechen.

Freiwillige Unterstützung durch Mitarbeiter

Zusätzlich wolle der Konzern bis zu 10.000 seiner Mitarbeiter motivieren und dafür in seinen deutschen Niederlassungen knapp 100 „Koordinatoren benennen“. Freiwillige Helfer könnten laut Appel beispielsweise bei der Flüchtlingsunterbringung helfen und die Organisationen der Aktion Deutschland Hilft vor Ort unterstützen. SOS Kinderdorf und Teach First Deutschland könnten sie zu sogenannten Integrationslotsen ausbilden. Andere würden sich als Lesepaten bei der Stiftung Lesen engagieren.

Forderungen an die Politik wollte Appel nicht stellen. Es sei immer einfach, zu kritisieren, sagte er. „Die Politik hat sich da sehr gut aufgestellt. Insgesamt können wir stolz sein, wie unser Land damit umgeht im Moment.“