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EU-Umweltminister ringen um CO2-Reduktionsziel bis 2100

Die EU hat ihre Beratungen über eine gemeinsame Position vor der Weltklimakonferenz in Paris aufgenommen. In Brüssel kamen am Freitag die EU-Umweltminister zusammen, um insbesondere ein Ziel zur CO2-Reduzierung bis zum Ende des Jahrhunderts festzulegen.

Brüssel (afp) > Die EU hat ihre Beratungen über eine gemeinsame Position vor der Weltklimakonferenz in Paris aufgenommen. In Brüssel kamen am Freitag die EU-Umweltminister zusammen, um insbesondere ein Ziel zur CO2-Reduzierung bis zum Ende des Jahrhunderts festzulegen. Deutschland wie auch die EU-Kommission fordern, die Kohlendioxidemissionen bis zum Jahr 2100 auf null herunterzufahren. Die Bundesregierung verlangt zudem einen Mechanismus, mit dem regelmäßig überprüft wird, ob die vereinbarten Klimaziele tatsächlich ausreichen, um die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen.

Die Luxemburger Ratspräsidentschaft zeigte sich optimistisch, dass eine Einigung auf gemeinsame Ziele am Freitag gelingen werde. Es sei „ein wichtiger Tag für die EU“ und „ein wichtiger Tag auch für das Klima“, sagte Umweltministerin Carole Dieschbourg. Sie sei „sehr zuversichtlich, dass wir ein gutes Abkommen, ein gutes Mandat erreichen werden“, mit dem Europa in einer Führungsrolle zu den Klimaverhandlungen nach Paris gehen könne.

Europa müsse mit gutem Beispiel vorangehen, sagte auch die französische Umweltministerin Ségolène Royal in Brüssel. Die EU brauche ein „ehrgeiziges Verhandlungsmandat“ für die Weltklimakonferenz, um andere Länder zu ermutigen, sich gleichfalls glaubwürdige Klimaziele zu setzen.

Die großen Industriestaaten der G-7-Gruppe hatten im Juni bei ihrem Gipfel in Deutschland eine „Dekarbonisierung der Weltwirtschaft im Laufe des Jahrhunderts“ beschlossen, allerdings keine konkreten Ziele vereinbart, wie dies zu erreichen ist. „Wir wollen nicht hinter der G-7-Aussage zurückblieben, bis 2100 eine hundertprozentige Dekarbonisierung zu erreichen“, hieß es von deutscher Seite vor dem Treffen. Es gebe aber EU-Staaten, die stark auf Kohle setzten und dies kritisch sähen.

Der Weltklimagipfel findet von Ende November bis Anfang Dezember in Paris statt. Schon im März hatte sich die EU verpflichtet, ihren CO2-Ausstoß im Vergleich zum Jahr 1990 bis 2030 um mindestens 40 Prozent zu drosseln. Dies ist eines der ehrgeizigsten Ziele unter den Teilnehmern.