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IG-Metall-Betriebsräte: Missbrauch von Werkverträgen stoppen

Die IG Metall macht mobil gegen den Missbrauch von Werkverträgen: In einem Aufruf, der am Montag in zahlreichen großen Tageszeitungen erscheint, fordert die Gewerkschaft gesetzliche Regelungen gegen Wettbewerbsverzerrung, Lohndumping und unsichere Beschäftigung durch den Abbau von Stammarbeitsplätzen.

Frankfurt (afp) > Die IG Metall macht mobil gegen den Missbrauch von Werkverträgen: In einem Aufruf, der am Montag in zahlreichen großen Tageszeitungen erscheint, fordert die Gewerkschaft gesetzliche Regelungen gegen Wettbewerbsverzerrung, Lohndumping und unsichere Beschäftigung durch den Abbau von Stammarbeitsplätzen. Mit einem Aktionstag am Donnerstag an zahlreichen Standorten der Autoindustrie will die Gewerkschaft ihre Forderungen bekräftigen, wie die IG Metall am Sonntag in Frankfurt am Main mitteilte.

Mit einem Werkvertrag verpflichtet sich ein Arbeitnehmer oder ein Unternehmen, ein „Werk“ gegen Zahlung durch den Auftraggeber fertigzustellen. Die Arbeit wird nach Ergebnis beurteilt, nicht nach dem Aufwand. Seit dem Jahr 2012 stieg nach einer Betriebsräte-Umfrage der IG Metall der Anteil von Unternehmen, in denen Werkverträge Stammarbeitsplätze ersetzen, von fünf auf 13 Prozent. Zudem hätten die Werkverträge in 22 Prozent der Firmen zugenommen. In fast drei Viertel aller Fälle müssen die Beschäftigten der Werkvertragsfirmen demnach zu schlechteren Bedingungen arbeiten als fest angestellte Kollegen.

Der Aufruf in den Montagszeitungen wurde den Angaben zufolge von 24 Gesamtbetriebsratsvorsitzenden unterzeichnet – darunter die Unternehmen Volkswagen, Daimler und BMW sowie ThyssenKrupp und Airbus. Die Betriebsräte fordern, dass eine Spaltung von Belegschaften durch Werkverträge unterbleibt.

„Wir fordern von den Arbeitgebern die Mitbestimmung bei der Fremdvergabe und die Einhaltung von Mindestkriterien bei den Arbeitsbedingungen in Werkvertragsunternehmen“, heißt es in dem Aufruf. Alle Beschäftigten hätten ein Recht auf gute Arbeitsbedingungen, faire Bezahlung nach Tarif und eine sichere Zukunft. Die Politik müsse gesetzliche Rahmenbedingungen schaffen, die den Betriebsräten die notwendigen Instrumente an die Hand geben.