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Deutsche Wirtschaft sieht Zuzug von Flüchtlingen positiv

Die deutsche Wirtschaft sieht den vermehrten Zuzug von Flüchtlingen laut einer Umfrage überwiegend positiv. Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtete am Donnerstag unter Berufung auf eine Umfrage der Personalberatung LAB & Company unter 349 Spitzenkräften, mehr als 60 Prozent der befragten Manager glaubten, dass ihr Unternehmen von einer besseren oder schnelleren Integration der Flüchtlinge profitieren werde.

München (afp) > Die deutsche Wirtschaft sieht den vermehrten Zuzug von Flüchtlingen laut einer Umfrage überwiegend positiv. Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtete am Donnerstag unter Berufung auf eine Umfrage der Personalberatung LAB & Company unter 349 Spitzenkräften, mehr als 60 Prozent der befragten Manager glaubten, dass ihr Unternehmen von einer besseren oder schnelleren Integration der Flüchtlinge profitieren werde. Ebenso viele glauben demnach, dass die wirtschaftlichen Chancen für Deutschland die gesellschaftlichen Risiken übersteigen.

Laut dem Bericht fordern 80 Prozent der Manager und Unternehmer, dass die Bundesregierung Firmen die Einstellung von Flüchtlingen erleichtert. Rechtliche und bürokratische Hindernisse sollten möglichst beseitigt werden. Ebenfalls 80 Prozent der Befragten seien dafür, mehr Sprach- und Integrationskurse anzubieten. Ausländische Studien- und Berufsabschlüsse müssten von den Behörden schneller geprüft und anerkannt werden, fordern laut „SZ“ 68 Prozent der Manager. 66 Prozent verlangten zudem, dass Flüchtlinge mit einem sozialversicherungspflichtigen Job eine mehrjährige Aufenthaltserlaubnis erhalten.

Um den Unternehmern die Vergabe von Ausbildungsplätzen an die überwiegend jungen Flüchtlinge zu erleichtern, sollten diese eine Aufenthaltsgenehmigung für mindestens fünf Jahre erhalten. 50 Prozent der Spitzenkräfte sprächen sich dafür aus, die Vorrangprüfung abzuschaffen, wonach Firmen nachweisen müssen, dass kein EU-Bürger für eine Stelle verfügbar ist, schrieb die „SZ“. 85 Prozent der Befragten seien zudem für die Einführung einer Einwanderungspolitik wie in Kanada aus, wo Zuwanderer nach Kriterien wie Ausbildung, Erfahrung, Alter und Sprachkenntnissen ausgewählt werden.

Am Donnerstag findet im Berliner Kanzleramt ein Flüchtlingsgipfel statt. Dabei wollen Bund und Länder ein Maßnahmenbündel schnüren und vor allem festlegen, mit wie viel Geld der Bund Länder und Kommunen unterstützt.  Die große Koalition hatte sich Anfang September auf die Grundzüge eines Gesetzespakets geeinigt. Ziel sind gestraffte Asylverfahren, gekürzte Leistungen für nicht-Asylberechtigte und eine bessere Integration derer, die in Deutschland bleiben. Um die Details wurde aber bis zuletzt gerungen. Die Gesetze sollen anschließend in einem Eilverfahren verabschiedet werden und am 1. November in Kraft treten.