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Merkel nimmt Wirtschaft bei Nachhaltigkeitszielen in die Pflicht

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Wirtschaft bei der Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen in die Pflicht genommen. „Alle staatliche Unterstützung kann nicht reichen“, sagte Merkel am Samstag bei einer Veranstaltung am Rande des UN-Nachhaltigkeitsgipfels in New York.

New York (afp) > Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Wirtschaft bei der Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen in die Pflicht genommen. „Alle staatliche Unterstützung kann nicht reichen“, sagte Merkel am Samstag bei einer Veranstaltung am Rande des UN-Nachhaltigkeitsgipfels in New York. „Sondern staatliche Unterstützung sollte so eingesetzt werden, dass sie ein Anreiz ist dafür, dass auch Wirtschaft sich einbringt in die Erfüllung der Sustainable Development Goals.“

Staats- und Regierungschefs aus aller Welt hatten am Freitag die globale entwicklungspolitische Agenda für die kommenden 15 Jahre angenommen. Die 17 Ziele umfassen unter anderem die Beseitigung von extremer Armut und Hunger bis zum Jahr 2030, die Förderung von Gesundheitsversorgung und Bildung sowie den Kampf gegen den Klimawandel. Der Katalog führt die zur Jahrtausendwende beschlossenen Millenniumsziele fort, die den Zeitraum bis 2015 abdeckten.

Bei der von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon ausgerichteten Veranstaltung am Samstag ging es um die Rolle, die der Privatsektor bei der Umsetzung der Nachhaltigkeitsagenda spielen kann. An dem Arbeitsmittagessen nahm auch der Chef des sozialen Netzwerks Facebook, Mark Zuckerberg, teil. „Die Herausforderungen, denen wir jetzt gegenüberstehen, können von Regierungen alleine nicht gelöst werden“, sagte Zuckerberg. Der Facebook-Chef forderte, dass der Zugang der Menschen zum Internet im Zentrum der globalen entwicklungspolitischen Strategie stehen müsse.

Merkel erklärte, die Nachhaltigkeitsagenda berge in sich „Hoffnungen für Abermillionen, ja für Milliarden Menschen“. Eine erste wirkliche Bewährungsprobe, wie ernst es die Welt meine, sei nun die Klimakonferenz im Dezember in Paris. Bei der Bekämpfung der Armut sei mit den Millenniumszielen die Hälfte des Weges bereits beschritten. „Das Glas ist halb voll“, sagte sie. Nun gehe es darum, die restliche Strecke bis 2030 zurückzulegen.