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Siemens-Beschäftigte weltweit sollen Aktien des Konzerns bekommen

Der Industriekonzern Siemens will alle seine Beschäftigten weltweit am Erfolg beteiligen und hat ein neues Aktien-Beteiligungsprogramm gestartet. „Die Mitarbeiter sind das wichtigste Kapital des Unternehmens“, sagte die zuständige Siemens-Managerin Mariel von Schumann dem „Handelsblatt“ vom Freitag. Derzeit halten 144.000 der rund 360.000 Beschäftigten Aktien ihres Unternehmens. „Diesen Wert wollen wir deutlich steigern“, sagte von Schumann. Offizielles Ziel sind zunächst 200.000 Mitarbeiter.

Berlin (afp) > Der Industriekonzern Siemens will alle seine Beschäftigten weltweit am Erfolg beteiligen und hat ein neues Aktien-Beteiligungsprogramm gestartet. „Die Mitarbeiter sind das wichtigste Kapital des Unternehmens“, sagte die zuständige Siemens-Managerin Mariel von Schumann dem „Handelsblatt“ vom Freitag. Derzeit halten 144.000 der rund 360.000 Beschäftigten Aktien ihres Unternehmens. „Diesen Wert wollen wir deutlich steigern“, sagte von Schumann. Offizielles Ziel sind zunächst 200.000 Mitarbeiter.

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Das Programm namens „Profit Sharing“ gilt bereits für das gerade abgelaufene Geschäftsjahr 2014/15. In guten Jahren soll in der Regel etwa ein Drittel der Gewinne aus dem Geschäft, die über den Erwartungen des Konzerns liegen, in einen Topf eingezahlt werden. Sobald dieser mit 400 Millionen Euro gefüllt ist, soll die Summe in Form von Aktien an die Mitarbeiter ausgeschüttet werden.

Minimum 400 Millionen Euro

„In einem sensationellen Jahr“ könne Siemens ihn auch auf einen Schlag mit 400 Millionen Euro füllen, sagte Schumann. Jedes Jahr werde neu entschieden, was in den Topf hineinkomme, sagte ein Siemens-Sprecher der Nachrichtenagentur AFP. Die Summe von 400 Millionen Euro sei als Minimum festgelegt worden, weil die Beteiligung schließlich „spürbar“ sein solle. Beim „Profit Sharing“ werde der Konzern Mitarbeitern, die kein Aktiendepot haben, kostenfrei eines zur Verfügung stellen, sagte von Schumann dem „Handelsblatt“. Für die Aktien gebe es keine Haltefristen. Nur in wenigen Ländern, in denen es technisch nicht möglich sei, werde es eine Barkompensation geben. Dies gelte vor allem für Länder, in denen der Lohn noch bar ausgezahlt werde, erläuterte der Siemens-Sprecher.

Teil des Einkommens in Aktien investieren

Siemens-Mitarbeiter machen schon jetzt gut fünf Prozent der Anteilseigner aus. Während Aktien als Teil der Vergütung in oberen Management schon länger Usus sind, wurden die Aktienprogramme seit dem Jahr 2009 auf die Mitarbeiter in 67 Ländern ausgeweitet. Beim sogenannten „Share Matching Plan“ können Beschäftigte einen Teil ihres Einkommens in Aktien investieren. Für je drei Aktien gibt es nach drei Jahren Haltefrist eine kostenlose Aktie vom Unternehmen dazu.

Auf Deutschland beschränkt ist ein Basis-Aktienprogramm, bei dem Mitarbeiter 360 Euro in Aktien investieren und vom Konzern dieselbe Summe steuerfrei dazubekommen. Auch die im Zuge dieses Programms gekauften Aktien werden dem Sprecher zufolge in den „Share Matching Plan“ überführt. Mit den Beteiligungsprogrammen will Siemens die Motivation seiner Mitarbeiter in den mehr als 190 Ländern stärken. Auch andere große deutsche Konzerne wie Lufthansa, Bayer und BASF versuchen auf diese Weise, ihre Beschäftigten stärker ans Unternehmen zu binden.