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Gutachten: Energiekonzerne können Atomausstieg selbst finanzieren

Die vier großen Energiekonzerne in Deutschland können nach Einschätzung der Bundesregierung die Kosten des Atomausstiegs aus eigener Kraft schultern.

Berlin (afp) > Die vier großen Energiekonzerne in Deutschland können nach Einschätzung der Bundesregierung die Kosten des Atomausstiegs aus eigener Kraft schultern. “Die Vermögenswerte der Unternehmen decken in Summe die Finanzierung des Rückbaus der Kernkraftwerke und der Entsorgung der radioaktiven Abfälle ab”, erklärte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) am Samstag in Berlin anlässlich der Veröffentlichung eines von seinem Ministerium in Auftrag gegebene Gutachtens zur Überprüfung der Kernenergie-Rückstellungen.

“Der Stresstest zeigt: Die betroffenen Unternehmen haben bei der Rückstellungsbildung die Kosten vollständig abgebildet”, erklärte Gabriel in Bezug auf die Energieversorger EnBW, EON, RWE und Vattenfall. Die Unternehmen haben Rücklagen in Höhe von 38,3 Milliarden Euro gebildet, um den Abriss der Atomkraftwerke und die Lagerung des radioaktiven Mülls zu finanzieren. Nach der Atomkatastrophe von Fukushima hatte die damalige Bundesregierung den kompletten Atomausstieg bis spätestens 2022 beschlossen. Die Kosten für Rückbau und Endlagerung tragen laut Gesetz die Betreiber, die dafür entsprechend Rückstellungen zu bilden haben.  Jüngst wurde vermehrt befürchtet, dass die wegen der Energiewende mit Problemen kämpfenden Unternehmen ihre Verpflichtungen eventuell nicht erfüllen können oder wollen. Vielfach wird die Überführung der bislang schon aufgelaufenen Rückstellungen von rund 38 Milliarden Euro in einen staatlich kontrollierten öffentlichen Fonds gefordert.