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Crédit Agricole zahlt in den USA fast 800 Millionen Dollar Strafe

Wegen Verstößen gegen Sanktionen muss die französische Großbank Crédit Agricole in den USA eine Strafe von fast 800 Millionen Dollar (706 Millionen Euro) zahlen. Das Geldhaus habe zwischen 2003 und 2008 bei mehr als 4000 Transaktionen im US-Finanzsystem Verbindungen zum Iran und Sudan sowie zu Myanmar und zu Kuba verschleiert.

New York (afp) > Wegen Verstößen gegen Sanktionen muss die französische Großbank Crédit Agricole in den USA eine Strafe von fast 800 Millionen Dollar (706 Millionen Euro) zahlen. Das Geldhaus habe zwischen 2003 und 2008 bei mehr als 4000 Transaktionen im US-Finanzsystem Verbindungen zum Iran und Sudan sowie zu Myanmar und zu Kuba verschleiert, teilte das Finanzministerium in Washington am Dienstag mit. Damit seien Sanktionen gegen Unternehmen und Einzelpersonen in diesen Ländern umgangen worden.

Crédit Agricole einigte sich den Angaben zufolge mit mehreren US-Behörden auf einen Vergleich. Im Gegenzug verzichtet die US-Justiz auf Strafverfolgung. Bei der Verschleierung von sanktionsrelevanten Informationen im Zahlungsverkehr mit US-Finanzinstitutionen gebe es “keine Toleranz”, sagte der Leiter der Sanktionsabteilung des Washingtoner Finanzministeriums, John Smith. Die Verheimlichung der Herkunft bei Zahlungen aus dem Iran, Sudan, Myanmar und Kuba war bei Crédit Agricole offenbar über Jahre gängige Praxis. Laut US-Behörden wickelte die Bank illegale Transaktionen im Umfang von 32 Milliarden Dollar ab. “Sanktionsgesetze sind entscheidend für unsere nationale Sicherheit und unsere außenpolitischen Interessen”, sagte Bundesanwalt Channing Phillips. Crédit Agricole habe das Fehlverhalten zwar schnell eingestellt und voll mit den Ermittlern zusammengearbeitet. Die Strafe verdeutliche aber die “bedeutenden Konsequenzen” für Banken, wenn sie Sanktionen missachten.

Knapp 385 Millionen Dollar der Gesamtstrafe von gut 787 Millionen Dollar gehen an die New Yorker Finanzaufsicht DFS. Weitere rund 90 Millionen Dollar muss Crédit Agricole an die US-Notenbank Federal Reserve zahlen. Die Bundesstaatsanwaltschaft Manhattan und das US-Justizministerium erhalten je 156 Millionen Dollar. Wegen Verstößen gegen Sanktionen haben bereits mehrere Banken in den USA Millionenstrafen gezahlt, darunter die Commerzbank, die Schweizer Großbank UBS und die französische Bank BNP Paribas.