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Väter in Elternzeit – Commerzbank veröffentlicht Ergebnisse einer internen Studie

Bundesweit gehen nach neuen Zahlen des Statistischen Bundesamtes rund 32 Prozent der Väter, zumindest für einige Monate, in Elternzeit. Der größte Teil davon, nämlich rund 80 Prozent, widmen sich zwei Monate ausschließlich ihrem Kind. Doch wie geht es den Männern damit? Wo liegen die Vorteile und mit welchen Nachteilen haben Väter zu kämpfen. Die Commerzbank hat dies in einer innerbetrieblichen Studie untersucht und nun als erstes deutsches Unternehmen die Ergebnisse veröffentlicht.

Frankfurt (csr-news) > Bundesweit gehen nach neuen Zahlen des Statistischen Bundesamtes rund 32 Prozent der Väter, zumindest für einige Monate, in Elternzeit. Der größte Teil davon, nämlich rund 80 Prozent, widmen sich zwei Monate ausschließlich ihrem Kind. Doch wie geht es den Männern damit? Wo liegen die Vorteile und mit welchen Nachteilen haben Väter zu kämpfen. Die Commerzbank hat dies in einer innerbetrieblichen Studie untersucht und nun als erstes deutsches Unternehmen die Ergebnisse veröffentlicht.

„Wir haben wichtige Erkenntnisse gewonnen, um unsere Angebote für Väter noch weiter zu verbessern“, so Martin Fischedick, Commerzbank-Bereichsvorstand Personal, zu den Ergebnissen. Schon in den 1990er Jahren hat die Commerzbank das Thema Familienorientierung von Männern gezielt gefördert. Allerdings hat sich auch bei der Commerzbank erst langsam ein verändertes Rollenbild bemerkbar gemacht. Gingen im Jahr 2003 nur 0,1 Prozent der Väter in Elternzeit, so waren es im vergangenen Jahr schon 16,1 Prozent mit weiter steigender Tendenz.

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Für die Untersuchung wurden 754 Mitarbeiter der Commerzbank in Deutschland, die in den letzten fünf Jahren in Elternzeit waren, von der Väter gGmbH und der Frankfurter Agentur für Innovation und Forschung im Auftrag der Commerzbank befragt. Klar ist, die Rolle der Väter hat sich verändert. Auch wenn nach den ersten Monaten immer noch die Frauen hauptsächlich berufliche Änderungen vornehmen, um sich um den Nachwuchs zu kümmern, so wollen Väter immer selbstverständlicher aktiver Teil im Familienleben sein. „Eltern möchten heute Familie und Beruf partnerschaftlich teilen: Väter wollen sich stärker in der Familie einbringen und mehr Zeit für ihre Kinder haben, Mütter ihre beruflichen Qualifikationen in einer verantwortungsvollen Tätigkeit nutzen“, betonte Petra Mackroth, Abteilungsleiterin im Bundesfamilienministerium. Und das kommt am Ende auch den Unternehmen zugute, wiue die Väter-Studie der Bank zeigt. Darin gaben 81 Prozent der befragten Väter an, dass sich die familienbewussten Maßnahmen der Bank positiv auf ihre berufliche Leistungsfähigkeit auswirken. 86 Prozent der Väter geben an, dass die Elternzeit gleichzeitig ihrer Partnerschaft gut getan hat.

Berufliche und familiäre Rolle sind gleich wichtig

Die in der Studie befragten Väter möchten sich zunehmend für Beruf und Familie engagieren. 93 Prozent halten die berufliche und die familiäre Rolle für gleich wichtig. 97 Prozent wollen möglichst viel Zeit mit ihrem Kind verbringen, 84 Prozent wollen die Beziehung zum Kind stärken. Rund die Hälfte (53 Prozent) möchte mit der Elternzeit aber auch den beruflichen Wiedereinstieg oder den nächsten Karriereschritt der Partnerin unterstützen. Deshalb hätten mehr als 70 Prozent der befragten Väter auch gerne eine längere Elternzeit genossen. Tatsächlich liegt die Commerzbank hier im bundesdeutschen Durchschnitt von zwei Monaten. Als wesentlichen Grund für die kürzere Zeit nennen die Befragten Einkommensengpässe. Zudem befürchten sie, dass ihnen bei einer längeren Zeit berufliche Nachteile entstehen könnten. Die meisten Väter kehren nach der Elternzeit in Vollzeit wieder in den Beruf zurück. Nur ein geringer Teil der befragten Väter arbeitet während oder nach der Elternzeit in Teilzeit (12 bzw. 7,1 Prozent). Die Partnerinnen der befragten Väter dagegen kehrten nach der Elternzeit zum Großteil in Teilzeit in den Beruf zurück.

Betriebliche Kinderbetreuung wird als positiv empfunden

Die meisten der befragten Väter (71 Prozent) nutzen öffentliche Betreuungsangebote für ihre Kinder. Öffentliche und betriebliche geförderte Einrichtungen werden von den Vätern unterschiedlich bewertet. Bei öffentlichen Angeboten bemängeln zahlreiche Väter die starren und nicht ausreichenden Öffnungszeiten und die langen Schließzeiten in den Ferien. Das betrieblich unterstützte Betreuungsangebot der Commerzbank, Kids & Co., dagegen wird weitaus positiver wahrgenommen. „Das Krippen-, Kita- und Hortangebot der Bank trägt mit seinen flexiblen und umfassenden 12-stündigen Öffnungszeiten dazu bei, Stress zu reduzieren und wirkt damit entlastend auf den Familienalltag“, so Harald Seehausen, Leiter der Frankfurter Agentur für Innovation und Forschung.

Gute Noten für die Commerzbank, aber auch Handlungsbedarf

Die Unterstützung von Elternzeit und familiärem Engagement von Vätern durch betriebliche Angebote, Vorgesetzte und Kollegen wird von den meisten Befragten als gut empfunden. 74 Prozent sagen, dass die Gespräche zur Elternzeit mit dem Vorgesetzten gut und verständnisvoll liefen. 84 Prozent fühlten sich auch von den Kollegen unterstützt. Zugleich sagen aber 45 Prozent auch, dass die Angebote noch zu stark auf Mitarbeiterinnen ausgerichtet sind. „Die Studie zeigt, dass wir mit unseren Angeboten für Väter einen wertvollen Beitrag zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf leisten. Gleichzeitig haben wir wichtige Erkenntnisse gewonnen, um unsere Angebote für Väter noch weiter zu verbessern“, sagt Martin Fischedick. Die Unterstützung von Vätern wird in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen: So gehen 94 Prozent der Befragten davon aus, dass Männer künftig noch stärker Angebote für Väter wahrnehmen werden. „Führungskräfte in der Commerzbank spüren diesen Trend schon und wünschen sich bei dieser Aufgabe mehr Unterstützung und einen Austausch unter Führungskräften“, erläutert Volker Baisch, einer der Autoren der Studie.

Die Commerzbank-Väter-Studie 2015 „Ein Kulturwandel entsteht“ zum Download.