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Wasserknappheit wird für Strategien großer Unternehmen wichtiger

Immer mehr große Unternehmen aus verschiedenen Branchen lassen ihren Wasserverbrauch in die strategische Planung einfließen. Weit mehr als die Hälfte der an einer am Donnerstag veröffentlichten Studie der britischen Umweltorganisation CDP teilnehmenden Firmen gaben an, Risiken wie Wasserknappheit oder -verschmutzung ausgesetzt zu sein. „Es ist wie beim Öl im 20. Jahrhundert“, sagte CDP-Sprecherin Cate Lamb. Nur mit dem Unterschied, „dass es für Wasser keinen Ersatz gibt“.

London (afp/csr-news) > Immer mehr große Unternehmen aus verschiedenen Branchen lassen ihren Wasserverbrauch in die strategische Planung einfließen. Weit mehr als die Hälfte der an einer am Donnerstag veröffentlichten Studie der britischen Umweltorganisation CDP teilnehmenden Firmen gaben an, Risiken wie Wasserknappheit oder -verschmutzung ausgesetzt zu sein. „Es ist wie beim Öl im 20. Jahrhundert“, sagte CDP-Sprecherin Cate Lamb. Nur mit dem Unterschied, „dass es für Wasser keinen Ersatz gibt“.

Risiken in Milliardenhöhe

Die Unternehmen stehen bei der Aufnahme ihres Wasserverbrauches in ihre Strategie laut der Studie unter dem Druck ihrer Investoren. Diese fürchten, dass durch häufiger auftretende Wasserknappheit der Preis der Ressource stark schwanken und sich so negativ auf die Produktion auswirken könnte. Die Unternehmen schätzen die finanziellen Auswirkungen durch das Risiko eingeschränkter Wasserverfügbarkeit allein für dieses Jahr auf über 2,2 Milliarden Euro. Für die Studie befragte CDP insgesamt 617 institutionelle Investoren und 1.073 der weltweit größten börsennotierten Unternehmen mit hohen Risiken beim Thema Wasser, von denen sich jedoch lediglich gut 400 beteiligten. Die Asahi Group, Colgate Palmolive, Ford und Toyota gehören zu den internationalen Konzernen die für ihr Management von Wasserrisiken die beste Bewertung, ein A-Rating, erhielten. Als wenig Auskunftsfreudig und wenig Transparent zeigten sich die Unternehmen der Öl- und Gaswirtschaft, obwohl in diesen Konzernen die Risiken im Umgang mit Wasser besonders ausgeprägt sind.

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Quelle: CDP Global Water Report 2015 

Als Beispiel für durch Wasserrisiken geschädigte Unternehmen nennt die Studie das kanadische Pipeline-Unternehmen Enbridge, das 725 Millionen Dollar (rund 650 Millionen Euro) für die Reinigung zweier durch ausgetretenes Öl verschmutzte Flüsse zahlen musste. Ein weiteres Beispiel ist der französische Energieversorger Engie, dem vergangenes Jahr in Brasilien durch eine Dürre 223 Millionen Dollar (knapp 200 Millionen Euro) Einnahmen durch Wasserkraft verloren gingen. So gäbe es insgesamt zwar Anzeichen über Fortschritte in den Unternehmen, doch bestehe eine große Lücke zwischen den führenden Unternehmen auf dem Gebiet eines aktiven Wasserrisikomanagements und dem Rest des Marktes. Trotz der bestehenden Risiken würden mehr als 53 Prozent der Unternehmen keine umfassende Risikobewertung durchführen.

Der CDP Global Water Report 2015 zum Download.