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UNO: Bisherige Klimazusagen der Staaten „keineswegs ausreichend“

Drei Wochen vor der UN-Klimakonferenz in Paris hat die UN-Umweltorganisation (Unep) gewarnt, dass die bisherigen Zusagen der Staaten zur Reduzierung der Treibhausgase „keineswegs ausreichend“ seien, um das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen. Unep-Direktor Achim Steiner mahnte daher am Freitag an, dass bei dem Klimagipfel eine regelmäßige Erhöhung der Ziele vereinbart werde. Derweil schüttete der UN-Klimafonds erstmals Hilfsmittel an Entwicklungsländer aus.

Paris (afp) > Drei Wochen vor der UN-Klimakonferenz in Paris hat die UN-Umweltorganisation (Unep) gewarnt, dass die bisherigen Zusagen der Staaten zur Reduzierung der Treibhausgase „keineswegs ausreichend“ seien, um das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen. Unep-Direktor Achim Steiner mahnte daher am Freitag an, dass bei dem Klimagipfel eine regelmäßige Erhöhung der Ziele vereinbart werde. Derweil schüttete der UN-Klimafonds erstmals Hilfsmittel an Entwicklungsländer aus.

„Die aktuellen Zusagen, verbunden mit den in den vergangenen Jahren getroffenen Maßnahmen, bedeuten eine reale Verstärkung der Bemühungen und ein historisches Niveau der Zusagen der Staaten“, erklärte Steiner, der regelmäßig Bilanz im Kampf gegen den Klimawandel zieht. „Dennoch reichen sie nicht, den globalen Anstieg der Temperaturen auf die empfohlenen zwei Grad Celsius zu begrenzen, und so die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels zu verhindern.“

Bei dem Klimagipfel sollte daher eine „dynamische Herangehensweise“ gewählt werden mit einer regelmäßigen Erhöhung der Ziele und Maßnahmen, forderte Steiner. Laut dem Unep-Bericht würde die Temperatur bis zum Jahr 2100 um drei bis dreieinhalb Grad Celsius ansteigen, wenn es bei den Maßnahmen bliebe, die zum 1. Oktober von 146 Staaten zugesagt wurden. Die Staatengemeinschaft will die Erderwärmung aber auf zwei Grad begrenzen.

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Unep-Direktor Achim Steiner: Zusagen der Staaten reichen nicht aus

Andernfalls drohen ein Schmelzen der Gletscher, ein Anstieg der Meeresspiegel sowie eine Zunahme von Stürmen und anderer extremer Wetterphänomene. Um das Ziel zu erreichen, müsste laut der Unep bis zum Jahr 2030 der Ausstoß von Kohlendioxid von derzeit 52,7 auf 42 Gigatonnen reduziert werden. Selbst wenn alle Länder ihre bisherigen Zusagen einhielten, werde der Kohlendioxidausstoß aber bis zum Jahr 2030 etwa 54 Gigatonnen erreichen, warnte die UN-Umweltorganisation.

Beim UN-Klimagipfel vom 30. November bis 11. Dezember in Paris wollen die Vertreter von 195 Staaten ein Abkommen zur Begrenzung der Klimaerwärmung aushandeln. Das Abkommen, das erstmals auch die Schwellen- und Entwicklungsländer zur Reduzierung ihres Kohlendioxidausstoßes verpflichten soll, soll vom Jahr 2020 an das Kyoto-Protokoll ablösen. Die Unep betonte, alle Staaten seien sich einig, dass Paris nicht das Ende, sondern der Beginn sein müsse.

Geld für Projekte im Kampf gegen den Klimawandel

Unterdessen teilte der UN-Klimafonds mit, er habe erstmals Geld an Entwicklungsländer für Projekte im Kampf gegen den Klimawandel überwiesen. Die Auszahlung von 168 Millionen Dollar (154,4 Millionen Euro) bedeute „das Ende der Phase der Finanzierung und den Beginn der Auszahlung der Klimagelder an die Entwicklungsländer“, erklärte der Fonds bei einem Treffen in Sambia. Der „Grüne Fonds“ verfügt bisher über zehn Milliarden Dollar für die Zeit bis 2018.

Bei der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen 2009 hatten die Industrieländer zugesagt, von 2020 an jährlich 100 Milliarden Dollar zur Finanzierung von Projekten gegen den Klimawandel an die Entwicklungsländer zu zahlen. Der „Grüne Fonds“ ist einer der Wege, über die das Geld verteilt werden sollen. Zu den ersten Projekten, die von dem Fonds finanziert werden, gehören drei in Afrika, drei in Asien und dem Pazifik und zwei in Lateinamerika.

 

 

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