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CSR-Management: Wieviel ist Profit wirklich wert?

Das Paradigma „doing well by doing good“ ist kein PR-Spruch, sondern wirtschaftliche Realität. Denn die Loyalität der wichtigsten Stakeholder trägt eindeutig zum Unternehmenswert bei, sagt der Berliner Wirtschaftsprofessor CB Bhattacharya im Gespräch mit unserer Autorin Tong-Jin Smith. Neben Transparenz und einer langfristigen Strategie sei gute Kommunikation der Schlüssel für Unternehmen, die sich CSR verschrieben haben. Die Frage lautet also: Wieviel ist Profit wirklich wert? Die Antwort liefert CB Bhattacharya im neuen CSR-MAGAZIN.

Hückeswagen (csr-news) > Das Paradigma „doing well by doing good“ ist kein PR-Spruch, sondern wirtschaftliche Realität. Denn die Loyalität der wichtigsten Stakeholder trägt eindeutig zum Unternehmenswert bei, sagt der Berliner Wirtschaftsprofessor CB Bhattacharya im Gespräch mit unserer Autorin Tong-Jin Smith. Neben Transparenz und einer langfristigen Strategie sei gute Kommunikation der Schlüssel für Unternehmen, die sich CSR verschrieben haben. Die Frage lautet also: Wieviel ist Profit wirklich wert? Die Antwort liefert CB Bhattacharya im neuen CSR-MAGAZIN.

Neben der Flüchtlingskrise beschäftigt die deutsche Presse derzeit vor allem der Abgasskandal bei Volkswagen. Seit Bekanntwerden der Manipulationen im September überschlagen sich die Schlagzeilen. Insgesamt, so rechnen Experten derzeit, könnte die Affäre VW bis zu 50 Milliarden Euro kosten. Der neue Vorstandschef Matthias Müller musste in der Quartalsbilanz entsprechend zum ersten Mal seit Jahren Verluste einräumen.

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CB Bhattacharya: “Es geht um die Art und Weise, wie man Geld erwirtschaftet, nicht was man mit dem erwirtschafteten Gewinn macht”.

Viel schlimmer aber als die kurzfristigen Kosten ist der langfristige Vertrauensverlust. „Ein Unternehmen wie VW, das jahrelang ein positives Image hatte als verantwortungsvolles, innovatives, vertrauenswürdiges und umweltbewusstes Unternehmen, hat eine viel größere Fallhöhe, wenn derartige Manipulationen ans Tageslicht kommen, als wenn man von einem Unternehmen mit weniger gutem, ethischem Image ähnliche Nachrichten erfährt“, sagt CB Bhattacharya, Inhaber des Pietro Ferrero Lehrstuhl für Nachhaltigkeit an der ESMT in Berlin. „Alles, was VW also im Bereich unternehmerische Verantwortung umgesetzt und kommuniziert hat, ist in der öffentlichen Wahrnehmung verspielt.“ Als Konsequenz ist VW auch aus dem Dow Jones Sustainablity Index entfernt worden.

Nachhaltigkeit und Verantwortung stehen Profit nicht im Weg

Das Beispiel zeigt, dass man als Führungskraft grundsätzlich zwei Möglichkeiten hat: Die eine führt dazu, dass sich solche unethischen Praktiken fortsetzen. Manager entscheiden dann zwischen verantwortlichem Handeln und kurzfristigem Gewinn immer zugunsten des Gewinns – mit anderen Worten „Business as usual“. Die andere Möglichkeit führt dazu, dass man mehr Aufklärung fordert und sich an Werten orientiert. „Ich würde mich für letztere entscheiden“, so Bhattacharya, der an der ESMT das Center for Sustainable Business und den Sustainable Business Roundtable leitet. „Nachhaltigkeit und Verantwortung stehen Profit überhaupt nicht im Weg, im Gegenteil. Das Paradigma ‘doing well by doing good’ hat sich bewährt. Dabei geht es absolut nicht um Philanthropie, sondern um die Art und Weise, wie man Geld erwirtschaftet, nicht was man mit dem erwirtschafteten Gewinn macht. Außerdem können wir uns überhaupt nicht leisten, so weiter zu machen wie bisher. Denn am Ende müssen wir uns fragen: Wieviel ist Profit wert, wenn Klimawandel zu Verwüstung führt oder Produktionsstätten durch Arbeiterstreiks zerstört werden?“

 

Weitere Themen im nächsten CSR-MAGAZIN:

Die kommende Magazinausgabe steht unter dem Schwerpunktthema „Die Arbeitswelt wird bunter – Unternehmen integrieren Flüchtlinge“. In Fachbeiträge unserer Journalisten wird unter anderem ein Blick in die Vergangenheit geworfen und nach der Lernerfahrung mit Gastarbeitern in den vergangenen Jahrzehnten gefragt. Weitere Beiträge beschäftigen sich mit der aktuellen, ganz praktischen Integration und ihren Herausforderungen. Im Gespräch mit Haike Witzke, Vice President Human Resources Management bei AIDA Cruises, geht es um internationale Mitarbeiterteams in der Schifffahrt und wie diese miteinander möglichst konfliktfrei kooperieren und ihre Freizeit auf engstem Raum gemeinsam verbringen. Außerdem wird gezeigt wo Unternehmen „anpacken“ und sich gemeinsam mit der Zivilgesellschaft um eine Willkommenskultur für die neuen Mitbürger bemühen. Welche Erfahrungen haben Sie in Ihren Unternehmen gesammelt? Beteiligen Sie sich mit einem Statement an redaktion@csr-news.net.

Aber auch das Thema #Dieselgate wird im kommenden Magazin behandelt und unter dem Gesichtspunkt der Unternehmensverantwortung betrachtet. Die Frage ist: Wie ist der Skandal aus CSR-Sicht zu bewerten? Immerhin war VW jahrelang ein Musterknabe, wollte nicht nur seine Produkte sondern auch die Produktion auf grün bzw. blau trimmen. Beteiligen Sie sich auch zu diesem Thema mit Ihrer Sicht der Dinge. Hat der Skandal Auswirkungen auf die Akzeptanz der CSR-Aktivitäten anderer Autohersteller oder sogar anderer Branchen? Haben Nachhaltigkeitsberichte ihre Glaubwürdigkeit verloren? Senden Sie uns Ihr Statement an redaktion@csr-news.net.

 Das neue CSR-MAGAZIN erscheint am 10.Dezember 2015. Sie haben noch kein Abonnement? Hier sichern Sie sich die nächste Ausgabe und viele weitere Vorteile einer Partnerschaft.