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USA erschweren Unternehmen Steuervermeidung

Das US-Finanzministerium hat neue Regeln gegen Steuervermeidung durch Unternehmen erlassen. Der Aufkauf von kleineren Firmen im niedriger besteuerten Ausland, um dann die Zentrale dorthin zu verlegen, sei “erschwert” worden, teilte Finanzminister Jacob Lew mit.

Washington (afp) > Das US-Finanzministerium hat neue Regeln gegen Steuervermeidung durch Unternehmen erlassen. Der Aufkauf von kleineren Firmen im niedriger besteuerten Ausland, um dann die Zentrale dorthin zu verlegen, werde damit erschwert, teilte Finanzminister Jacob Lew am Donnerstag mit. Die neuen Regeln könnten die geplante Übernahme des irischen Pharmakonzerns Allergan durch den US-Riesen Pfizer im Volumen von 150 Milliarden Dollar (140 Milliarden Euro) durchkreuzen.

Derzeit würden US-Firmen Möglichkeiten nutzen, ihre Steuerlast ins Ausland zu verlagern, ohne tatsächlich ihre Geschäftsaktivitäten auszulagern, erklärte Lew. Ab sofort sollen Firmenfusionen, die dem Ziel der Steuervermeidung dienen, nicht länger steuerlich begünstigt werden. Auch die Verlagerung von Unternehmensvermögen mit dem Ziel der Steuervermeidung soll erschwert werden. “Es ist unsere Pflicht, das Steueraufkommen zu schützen.” Bereits vor einem Jahr hatte das Finanzministerium in Washington erste Auflagen gegen Steuervermeidung erlassen – ohne umstrittene Übernahmen damit verhindern zu können. Die Fastfood-Kette Burger King etwa übernahm den Konkurrenten Tim Horton in Kanada und verlagerte den Firmensitz ins Nachbarland.

Pfizer hatte im Oktober ein Übernahmeangebot für den wesentlich kleineren Konkurrenten Allergan aus Irland vorgelegt. Mit der Fusion wollte der US-Konzern auch seine Zentrale nach Irland verlegen, das Unternehmen äußerst niedrig besteuert. Mit Inkrafttreten der neuen Regeln am Donnerstag änderten die beiden Unternehmen ihre Pläne, wie das “Wall Street Journal” berichtete: Nun solle Allergan mit Sitz in Dublin Pfizer übernehmen und nicht umgekehrt. Damit könnten die Pharmafirmen die neuen Regeln umgehen.