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Grüne halten an Ziel von 100 Prozent Ökostrom bis 2030 fest

Die Grünen halten an ihrem Ziel fest, die Stromversorgung in Deutschland bis 2030 nahezu komplett auf erneuerbare Energien umzustellen. Der Parteitag forderte am Sonntag in Halle an der Saale, Deutschland müsse sich wieder an die Spitze des internationalen Klimaschutzes stellen.

Halle (afp) > Die Grünen halten an ihrem Ziel fest, die Stromversorgung in Deutschland bis 2030 nahezu komplett auf erneuerbare Energien umzustellen. Der Parteitag forderte am Sonntag in Halle an der Saale, Deutschland müsse sich wieder an die Spitze des internationalen Klimaschutzes stellen.

Forderungen, von dem 100-Prozent-Ziel beim Strom abzurücken, um andere Sektoren wie Industrie, Mobilität und Wärme nicht aus den Augen zu verlieren, setzten sich nicht durch. Dafür hatte sich insbesondere der schleswig-holsteinische Umweltminister Robert Habeck eingesetzt. Einen entsprechenden Änderungsantrag zog er kurz vor der Abstimmung zurück. Der Bundesregierung werfen die Grünen Versagen in der Klimapolitik vor. Schwarz-Rot werde das deutsche Klimaschutzziel von 40 Prozent Emissionsminderung bis 2020 deutlich verfehlen, wenn sie nicht “klar umsteuert”, heißt es in dem Beschluss. Der Ausstieg aus der klimaschädlichen Kohleverstromung müsse binnen zwei Jahrzehnten erfolgen.

UN-Klimakonferenz in Paris kann nur Zwischenschritt sein

“Klimaschutz ist eine Frage des Überlebens”, sagte Grünen-Chefin Simone Peter vor den Delegierten. Sie verwies darauf, dass sich ansonsten bald “Klimaflüchtlinge” auf den Weg machten. Eine Milliarde Menschen lebten in tiefer gelegenen Küstengebieten, deren Lebensraum durch den Klimawandel bedroht sei, sagte Peter. Die anstehende UN-Klimakonferenz in Paris könne nur ein Zwischenschritt sein, heißt es in dem Grünen-Beschluss weiter. Es sei ein “Gebot der Gerechtigkeit, dass die Industriestaaten einen herausgehobenen Beitrag für den Klimaschutz leisten”.

Auf der UN-Konferenz soll erstmals ein globales Klimaschutzabkommen geschlossen werden. Bislang mehr als 160 Staaten haben dafür nationale Beiträge zugesagt, um die CO2-Emissionen zu senken. Diese reichen allerdings nicht aus, um die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen. Konfliktpunkt dürfte in Paris die Unterstützung der Industriestaaten für Klimaschutz und Bewältigung von Klimafolgen in ärmeren Ländern sein. Dafür sollen weltweit ab 2020 jährlich 100 Milliarden Dollar zur Verfügung stehen, bei der Finanzierung gibt es aber noch viele offene Fragen. Deutschland müsse seinen “fairen Anteil” zu dieser Summe beitragen, forderten die Grünen. Dieser Anteil betrage sechs bis sieben Milliarden Euro.