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Studie bewertet Klimaschutzzusagen vor UN-Konferenz positiv

Die kurz vor der UN-Klimakonferenz in Paris vorliegenden nationalen Klimaschutz-Zusagen könnten die Erde laut einer Studie vor einer gefährlichen Erwärmung bewahren, wenn die Zusagen tatsächlich mit langfristigen Maßnahmen in die Tat umgesetzt werden.

Washington (afp) > Die kurz vor der UN-Klimakonferenz in Paris vorliegenden nationalen Klimaschutz-Zusagen könnten die Erde laut einer Studie vor einer gefährlichen Erwärmung bewahren, wenn die Zusagen tatsächlich mit langfristigen Maßnahmen in die Tat umgesetzt werden. Wenn die nationalen Zusagen, die sogenannten INDC, bis zum Jahr 2030 umgesetzt und danach noch aufgestockt würden, „werden wir eine viel bessere Chance haben, eine extreme Erwärmung zu verhindern und den Temperaturanstieg unter zwei Grad zu halten“, erklärte der Hauptautor der am Donnerstag in der Fachzeitschrift „Science“ veröffentlichten Studie, Gokul Iyer.

Bislang haben nach UN-Angaben 150 Länder sogenannte Intended Nationally Determined Contributions (Geplante national festgelegte Beiträge), kurz INDC, zur Begrenzung der Erderwärmung auf ein beherrschbares Maß auf zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter vorgelegt. Die Festlegung dieser nationalen Ziele seien „ein Sprungbrett für das, was wir in der Zukunft tun können“, fügte der Wissenschaftler des Joint Global Change Research Institute hinzu, an dem die University of Maryland beteiligt ist.

Der Vorsitzender des Wissenschaftler-Zusammenschlusses Union of Concerned Scientists, Ken Kimmell, erklärte, es gebe bei der bevorstehenden Klimakonferenz Licht und Schatten. „Das ist das erste Mal, seit die Klimaverhandlungen vor zwei Jahrzehnten begonnen haben, dass praktisch alle Länder der Erde zugesagt haben, Teil der Lösung zu sein“, erklärte Kimmell. Das Kyoto-Protokoll von 1997 habe hingegen nur Zusagen für die Reduzierung klimaschädlicher Treibhausgase von 37 Staaten umfasst. Andererseits wird laut Kimmell nicht erwartet, dass ein in Paris beschlossenes Klimaschutzabkommen die Länder rechtlich binden würde, ihre Zusagen tatsächlich umzusetzen. Auch Sanktionen für ein Zuwiderhandeln seien nicht vorgesehen. „Das ist natürlich enttäuschend, aber es scheint kein Weg darum herum zu führen“, analysierte Kimmell.

Delegationen aus mehr als 190 Ländern verhandeln ab Sonntagabend in Paris über ein globales Klimaschutzabkommen, das nun beschlossen werden muss, um 2020 in Kraft treten zu können. Die offizielle Eröffnungszeremonie mit zahlreichen Staats- und Regierungschefs, darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), US-Präsident Barack Obama und Chinas Staatschef Xi Jinping, findet am Montag statt.

 

 

 

 

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