Nachrichten

Ban mahnt bei UN-Klimakonferenz weitreichende Beschlüsse an

Zum Auftakt der entscheidenden Phase bei der Weltklimakonferenz hat UN-Generalsekretär Ban Ki Moon auf die vielen fortbestehenden Streitpunkte hingewiesen und ehrgeizige Beschlüsse angemahnt. „Die Welt erwartet von Ihnen mehr als halbe Maßnahmen“, sagte Ban am Montag zu Beginn der Verhandlungen der Minister in Le Bourget bei Paris. US-Außenminister John Kerry sagte, er hoffe auf einen „wirklich historischen Moment“. Die Voraussetzungen dafür seien da.

Paris (afp) > Zum Auftakt der entscheidenden Phase bei der Weltklimakonferenz hat UN-Generalsekretär Ban Ki Moon auf die vielen fortbestehenden Streitpunkte hingewiesen und ehrgeizige Beschlüsse angemahnt. „Die Welt erwartet von Ihnen mehr als halbe Maßnahmen“, sagte Ban am Montag zu Beginn der Verhandlungen der Minister in Le Bourget bei Paris. US-Außenminister John Kerry sagte, er hoffe auf einen „wirklich historischen Moment“. Die Voraussetzungen dafür seien da.

„Die Entscheidungen, die Sie hier in Paris treffen werden, werden über Jahrhunderte spürbar sein“, sagte Ban. Das erklärte Klimaziel der internationalen Gemeinschaft, die Erderwärmung auf ein beherrschbares Maß von zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen, sei das absolute Minimum. Deshalb sollten schon vor dem Jahr 2020 alle fünf Jahre die nationalen Klimaschutzziele auf den Prüfstand gestellt und möglichst angehoben werden. Der UN-Generalsekretär rief die Industriestaaten auf, eine „treibende Kraft“ beim Klimaschutz zu sein. Aber auch die Entwicklungsländer müssten sich „gemäß ihrer Möglichkeiten“ verstärkt am Kampf gegen die Erderwärmung beteiligen.

Zentrale Streitpunkte noch nicht geklärt

Ban sprach in seiner Rede offen an, dass bei der Klimakonferenz weiterhin zentrale Streitpunkte noch nicht geklärt sind. Am Samstag hatten die Teilnehmer immerhin einen überarbeiteten 48-seitigen Entwurf für ein Klimaabkommen vorgelegt. Bis Freitag sollen sie das Abkommen beschließen. Die Verhandlungen werden nun von den Umwelt-, Außen- und Energieministern geführt. Aus Berlin reiste Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) an. Ihre nationalen Klimaschutzzusagen hatten die meisten der 195 Teilnehmerländer bereits vor der Konferenz eingereicht. Doch selbst wenn diese komplett umgesetzt würden, würde die Erderwärmung bis zum Jahr 2100 rund drei Grad betragen. Deutschland und andere Länder wollen daher, dass die Klimaschutzziele regelmäßig überprüft und möglichst nach oben korrigiert werden.

Zahlungen an die Entwicklungsländer für Klimaschutzmaßnahmen

Ein weiterer zentraler Streitpunkt sind die Zahlungen an die Entwicklungsländer für Klimaschutzmaßnahmen und zur Bewältigung der Folgen des Klimawandels. Die Industrieländer hatten grundsätzlich zugesagt, ab 2020 jährlich hundert Milliarden Dollar (93 Milliarden Euro) dafür bereitzustellen, wobei das Geld sowohl aus Staatsetats als auch aus der Privatwirtschaft kommen soll. Frankreichs Außenminister Laurent Fabius sprach zu Beginn der Verhandlungen auf Ministerebene von einer „Zeit der Entscheidungen“. Die Zeit dränge, aber immerhin gebe es „eher eine positive Spirale“ bei den Verhandlungen, sagte Fabius.

Auch Kerry äußerte sich optimistisch. „Ich bin Optimist – sonst würde ich nicht das tun, was ist tue“, sagte er nach seiner Ankunft in Paris. Er forderte die Unterhändler auf, die Klimakonferenz zu einem „wirklich historischen Moment“ zu machen. Menschen auf der ganzen Welt sei mittlerweile klar, dass der Klimawandel eine Realität sei, sagte Kerry. „Es passiert jetzt und es passiert schneller, als es die Wissenschaftler vorausgesagt haben.“

Wissenschaftler rechnen für 2015 allerdings mit einem leichten Rückgang der CO2-Emissionen – und zwar zum ersten Mal trotz eines Wirtschaftswachstums. Laut einer Studie, die in der Fachzeitschrift „Nature Climate Change“ veröffentlicht wurde, wird im laufenden Jahr ein weltweiter Rückgang der Emissionen um rund 0,6 Prozent erwartet. Bislang waren die Emissionen nur in Wirtschaftskrisen zurückgegangen, etwa bei der Finanzkrise 2009.