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Greenpeace: Discounter sind Trendsetter bei sauberer Textilproduktion

Aldi, Lidl und Penny sind Trendsetter bei Kleidung und Schuhen – zumindest was die Verbannung besonders gefährlicher Chemikalien aus der Herstellung angeht. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace zog am Dienstag eine Zwischenbilanz ihrer „Detox“-Kampagne und erklärte, die drei Discounterketten, der Kaffeeröster Tchibo sowie die Schweizer Handelskette Coop seien „stramm auf Entgiftungskurs“. Als neues Mitglied schloss sich Kaufland der Kampagne an.

Berlin (afp) > Aldi, Lidl und Penny sind Trendsetter bei Kleidung und Schuhen – zumindest was die Verbannung besonders gefährlicher Chemikalien aus der Herstellung angeht. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace zog am Dienstag eine Zwischenbilanz ihrer „Detox“-Kampagne und erklärte, die drei Discounterketten, der Kaffeeröster Tchibo sowie die Schweizer Handelskette Coop seien „stramm auf Entgiftungskurs“. Als neues Mitglied schloss sich Kaufland der Kampagne an.

Aldi, Lidl, Penny und Tchibo seien vorbildlich bei einer sauberen und schadstoffarmen Textilproduktion, erklärte Greenpeace. Sie hätten bereits erste besonders schädliche Chemikalien aus der Produktion verbannt. Außerdem veröffentlichten sie Abwasserdaten und brächten Programme für die Rücknahme und das Recycling von Textilien auf den Weg. „Auch erschwingliche Kleidung sollte sauber sein“, erklärte Kirsten Brodde, Greenpeace-Expertin für Textilien. „Aldi, Lidl, Penny und Tchibo beweisen das nun.“ Als „Trendsetter“ würden jene Firmen bezeichnet, die mit dem Bann von besonders gefährlichen Schadstoffen wie Weichmachern oder per- und polyfluorierten Chemikalien (PFC) im Plan seien, erklärte die Umweltschutzorganisation. Diese Firmen wollten bis 2020 „komplett entgiften“ und hätten eine umfangreiche Liste aller gefährlichen Substanzen veröffentlicht, die aus der Produktion verschwinden sollten.

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Quelle: Greenpeace „Detox-Zwischenbilanz 2015“

Lidl, Tchibo und Rewe/Penny investieren laut Greenpeace zudem in die Herstellung von recyclingfähigen Textilien. Die Wiederverwertung von Textilien helfe dabei, den Verbrauch von knappen frischen Fasern zu senken, und entlaste dadurch die Umwelt. Außerdem arbeiteten diese Handelsketten bereits an Rücknahmesystemen für ihre Läden und an entsprechenden Designs für die Wiederverwertung alter Kleider. „Jetzt sind die Kunden gefragt“, erklärte Brodde. Diese sollten ihre getragenen Kleidungsstücke in die Supermärkte zurückbringen, umso schneller würden die Supermarkt-Ketten mit dem Recycling beginnen.

Auch die wie Lidl zur Schwarz-Gruppe gehörende Lebensmittelkette Kaufland gab eine „freiwillige und international gültige Selbstverpflichtung“ ab, wie das Unternehmen in Neckarsulm mitteilte. Damit verpflichte sich Kaufland, bis zum Jahr 2020 „in der Produktion von Bekleidung, Schuhen und Heimtextilien bei Eigenmarken und Eigenimporten auf den Einsatz von umweltschädlichen Chemikalien zu verzichten“, erklärte der Leiter des Geschäftsbereichs Nachhaltigkeit, Hergen Blase. Mit Kaufland sind es laut Greenpeace nunmehr 33 internationale Marken, die sich verpflichtet haben, bis 2020 schrittweise alle riskanten Chemikalien aus ihrer Herstellung zu verbannen. Dies entspreche etwa 15 Prozent der weltweiten Textilproduktion. Die zum Färben und Ausrüsten eingesetzten Substanzen verschmutzten die Gewässer besonders in den asiatischen Herstellungsländern, mahnte Greenpeace.

Schlusslichter beim Engagement für eine saubere Textilproduktion seien Edeka/Netto, Norma und Metro/Real, kritisierte die Organisation. Von diesen Unternehmen wolle keines bis 2020 konsequent entgiften. Diese Kritik wies Edeka zurück. Der Edeka-Verbund sei ein Lebensmittelhändler und verkaufe kaum Kleidung, erklärte ein Sprecher. Der Umsatz mit Textilien liege bei weit unter einem Prozent am gesamten Umsatz. Die textilen Eigenmarken entsprächen aber schon heute dem Öko-Tex 100 Standard. Im Juni habe sich Edeka außerdem demcne „Bündnis für nachhaltige Textilien“ angeschlossen.

 

 

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