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Gewerkschaftsbund kritisiert „moderne Sklaverei“ in Katar

Der Internationale Gewerkschaftsbund (IGB) hat die Arbeitsbedingungen auf den Baustellen in Katar im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft angeprangert. Die ausländischen Unternehmen würden „unterbezahlte Arbeiter ausbeuten“ und wie „moderne Sklaven“ ausnutzen.

Brüssel (afp) > Der Internationale Gewerkschaftsbund (IGB) hat die Arbeitsbedingungen auf den Baustellen in Katar im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft angeprangert. Die ausländischen Unternehmen würden „unterbezahlte Arbeiter ausbeuten“ und wie „moderne Sklaven“ ausnutzen, heißt es in einem am Freitag in Brüssel veröffentlichten Bericht des Gewerkschaftsdachverbandes. Die in Katar mit Infrastrukturprojekten beauftragten Unternehmen würden schätzungsweise 15 Milliarden Dollar (13,8 Milliarden Euro) Gewinn machen – und jeder Chef dieser Unternehmen wisse, dass hohe Profite vor allem auch den niedrigen Löhnen und den geringen Sicherheitsvorkehrungen in Katar zu verdanken seien.

Auf den Baustellen gebe es Verletzungen, Krankheiten, Todesfälle. „Bis zu 7000 Arbeiter werden sterben, bevor überhaupt ein Ball während der Weltmeisterschaft 2022 gespielt werden wird“, klagte der Gewerkschaftsbund an. Er erklärte allerdings nicht, wie er auf diese Zahl kommt. Auch außerhalb von Katar profitierten Unternehmen vom sogenannten Kafala-System. Nach diesem System kann ein Unternehmen den Angestellten unter anderem untersagen, den Arbeitgeber zu wechseln oder das Land zu verlassen. Kritiker betrachten dies als eine Form von moderner Sklaverei.

Katar hat die Vorwürfe etwa von Menschenrechtsorganisationen wegen der schlechten Arbeitsbedingungen stets zurückgewiesen. In den vergangenen Monaten verwies die Regierung in Doha auf Reformen, die eine fristgerechte Bezahlung der Arbeitskräfte sowie verbesserte Unterbringungs- und Sicherheitsbedingungen gewährleisten sollen. Unternehmen dürfen demnach auch nicht mehr die Pässe der Arbeiter einbehalten. Das Kafala-System soll verboten werden.

 

 

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