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Handwerk mit Verantwortung: Initiative startet als Verein ins neue Jahr

Handwerksbetriebe verweisen gerne auf ihre „strukturelle“ Nachhaltigkeit – etwa auf ihre Leistungen in der Berufsausbildung. Aber: „Ökonomisch und ökologisch steht das Handwerk genauso da wie die Industrie“, sagt Steinbildhauer Timothy C. Vincent aus Wetter/Ruhr. Gemeinsam mit 12 weiteren Handwerkern gründete er im November den gemeinnützigen Verein „Handwerk mit Verantwortung“, der mit Beginn des neuen Jahres seine Geschäftstätigkeit aufnimmt.

Wetter/Ruhr (csr-news) – Handwerksbetriebe verweisen gerne auf ihre „strukturelle“ Nachhaltigkeit – etwa auf ihre Leistungen in der Berufsausbildung. Aber: „Ökonomisch und ökologisch steht das Handwerk genauso da wie die Industrie“, sagt Steinbildhauer Timothy C. Vincent aus Wetter/Ruhr. Gemeinsam mit 12 weiteren Handwerkern gründete er im November aus der bisherigen Initiative den gemeinnützigen Verein „Handwerk mit Verantwortung“, der mit Beginn des neuen Jahres seine Geschäftstätigkeit aufnimmt.

Für Vincent, den Vorsitzenden, steht fest: Nachhaltigkeit muss alle Bereiche des Wirtschaftens umfassen. Und da sei die Materialauswahl in manchen Gewerken ein Schwachpunkt. Der Steinbildhauer aus Wetter hat sich für sein eigenes Unternehmen festgelegt: „Ich sage: Ich verkaufe keine Importware.“ Steinimporte aus Fernost seien auf jeden Fall klimaschädlich und Arbeitsrechtsverletzungen in den dortigen Steinbrüchen nicht auszuschließen. Verantwortliches Wirtschaften im Handwerk sieht Vincent allerdings nicht schwarz-weiß: „Es geht nicht darum, nachhaltig zu wirtschaften, sondern nachhaltiger – also im Komparativ zu wirtschaften“ und damit Schritt für Schritt besser zu werden, denn: „Nachhaltigkeit beginnt im Kopf“.

Es geht um die Identität des Handwerks

An dieser Stelle setzt der gewerkeübergreifende Verein „Handwerk mit Verantwortung“ an und bietet interessierten Handwerkern ein Netzwerk und Beratung. „Es geht auch um die Identität des Handwerks, nicht nur um die Nachhaltigkeit als solche“, sagt Vincent. So solle Wissen über die handwerkliche Fertigung weitergegeben werden, denn diese sei in sich ressourcenschonend. Der Steinbildhauer: „Handwerkliche Produkte sind die, die wieder repariert werden können“ – und damit eine Alternative zur Wegwerfgesellschaft.

Wer jetzt zum Verein stößt, erhält die Chance, dessen weitere Entwicklung mitzugestalten: Die Weichen für die Zukunft der Vereinsarbeit soll eine Mitgliederversammlung im April stellen. Dort wird es etwa um die Entwicklung eines Labels mit dem Slogan „Handwerk mit Verantwortung“ gehen, das – so die bisherigen Überlegungen – Handwerksbetrieben nach Veröffentlichung ihrer Nachhaltigkeitsbilanzen zuerkannt werden kann.

Mitglieder von „Handwerk mit Verantwortung“ richten ihr betriebliches Handeln auf eine nachhaltige Arbeit und Beschaffung aus, zahlen eine Aufnahmegebühr von 30.- EUR und einen Monatsbeitrag von 10.- EUR. Informationen über den Verein und dessen Satzung bietet die Website www.handwerk-mit-verantwortung.de. Dort findet sich auch der Kontakt zum Vorsitzenden, der sich von interessierten Handwerkskollegen gerne anrufen lässt. „Wir sind keine Eliten“, sagt Vincent, deshalb wolle der Verein im Dialog mit den Betrieben bleiben.

Foto: Der Gründungsvorstand (v.l.n.r): Andreas Schomaker (Biobäckerei Schomakers), Timothy C. Vincent (Steinbildhauerei Vincent) und Uwe Hassdenteufel (Hassdenteufel & Kasakow) (Quelle: Handwerk mit Verantwortung e.V.)