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Studie warnt vor unabschätzbaren Risiken von Gentechnik-Tieren

Gentechnisch manipulierte Nutztiere sind einer Studie zufolge ein Risiko für Menschen, Tiere und Umwelt. „Der Einsatz der Technologien wäre ein Albtraum für Lebensmittelwirtschaft und Verbraucher, weil sich die Risiken auch bei sorgfältiger Prüfung nicht ausschließen lassen“, heißt es in einer AFP vorliegenden Studie, die im Auftrag der Grünen-Bundestagsfraktion erstellt wurde.

Berlin (afp) > Gentechnisch manipulierte Nutztiere sind einer Studie zufolge ein Risiko für Menschen, Tiere und Umwelt. „Der Einsatz der Technologien wäre ein Albtraum für Lebensmittelwirtschaft und Verbraucher, weil sich die Risiken auch bei sorgfältiger Prüfung nicht ausschließen lassen“, heißt es in einer AFP vorliegenden Studie, die im Auftrag der Grünen-Bundestagsfraktion erstellt wurde.

Die Studie „Gentechnik-Tiere: Risiko für Mensch und Umwelt“ zieht eine Parallele zur Atomenergie: Ähnlich wie es bei dieser Technologie von Anfang an das immer noch ungelöste Problem mit der Entsorgung gegeben habe, „gibt es bei der Gentechnik an Tieren das systemimmanente Problem einer überproportionalen Zunahme von schwer abschätzbaren Risiken“. Die Risikoprüfung durch die Behörden habe lediglich eine „Alibi-Funktion“, erklären die Verfasser des Instituts für unabhängige Folgenabschätzung in der Biotechnologie, Test Biotech. Derzeit gebe es von mehreren Unternehmen eine regelrechte Kampagne zur Einführung von Tieren in der Landwirtschaft, die mit neuen gentechnischen Verfahren manipuliert werden, erklären die Autoren. Dabei seien schon die Ziele einzelner Patente „fragwürdig“.

Langfristige Folgen für die biologische Vielfalt nicht abschätzbar

So komme es bei der gentechnischen Veränderung von Kuhmilch zu ungewollten Veränderungen aller Milchbestandteile. Schweine, die durch gentechnische Veränderungen resistent gegen bestimmte Viren würden, könnten zu Überträgern dieser Erreger werden. Bei gentechnisch veränderten Insekten sei die Verbreitung des künstlichen Erbguts durch Kreuzung mit der normalen Population sogar das erklärte Ziel der Freisetzung. Dagegen könnten sich einzelne Länder dann nicht mehr wehren, kritisiert die Studie. Die langfristigen Folgen für die biologische Vielfalt seien „weder abschätzbar“, noch seien die Tiere „rückholbar“.

„Gentech-Tiere sind noch einmal eine ganz andere Dimension als Pflanzen wie Genmais“, sagte der Gentechnik-Experte der Grünen-Fraktion, Harald Ebner, der Nachrichtenagentur AFP. Deren Ausbreitung sei „noch viel weniger kontrollierbar“. Derartige „verantwortungslose Experimente“ dürften nicht zugelassen werden. Die Bundesregierung müsse dafür sorgen, „dass es in der EU auch künftig keine Zulassung für Gentech-Tiere geben wird“, forderte er. Die Vorsitzende des Umweltausschusses im Bundestag, Bärbel Höhn (Grüne), forderte auch mit Blick auf die Verhandlungen über Freihandelsabkommen mit den USA und Kanada Regeln zum Schutz von Mensch und Umwelt. „Sonst haben wir am Ende Gentech-Produkte auf dem Markt und in der Natur, die möglicherweise an allen Prüfverfahren vorbei geschleust wurden und sich im Fall von Problemen nicht mehr zurückholen lassen“, sagte Höhn AFP.

Verkauf von behandelten Lachsen

Die Lebensmittelbehörde FDA hatte im November erstmals ein gentechnisch verändertes Tierprodukt zugelassen: Sie erlaubte den Verkauf von atlantischen Lachsen, die für ein schnelleres Wachstum mit Genen pazifischer Lachse behandelt werden. Die Studie stellt die Argumente der Gentech-Firmen in Frage, die auf den Schutz vor Krankheiten und Allergien und die Sicherung der Welternährung verwiesen. Die Firmen wollten die Tierzucht in ihrem Sinne umgestalten und ihre patent-geschützten Tiere verkaufen, heißt es. Für Landwirte und mittelständische Züchter sei dies existenzbedrohend. Gleichzeitig drohe eine Ausweitung der industriellen Massentierhaltung.