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Jugend hält nachhaltige Gesellschaft für notwendig

Energiewende, verantwortlicher Konsum, Umweltschutz – für die Generation der 15 -24jährigen sind Nachhaltigkeitsthemen Mainstream. Dies geht aus dem heute veröffentlichten Nachhaltigkeitsbarometer hervor, dass die Leuphana Universität Lüneburg im Auftrag von Greenpeace erstellt hat. Demnach bekennen sich rund 60 Prozent dieser Genration ausdrücklich für nachhaltige Werte. Gegenüber dem 1. Nachhaltigkeitsbarometer aus dem Jahr 2012 ein deutlicher Anstieg.

Berlin (csr-news) > Energiewende, verantwortlicher Konsum, Umweltschutz – für die Generation der 15 -24jährigen sind Nachhaltigkeitsthemen Mainstream. Dies geht aus dem heute veröffentlichten Nachhaltigkeitsbarometer hervor, dass die Leuphana Universität Lüneburg im Auftrag von Greenpeace erstellt hat. Demnach bekennen sich rund 60 Prozent dieser Genration ausdrücklich für nachhaltige Werte. Gegenüber dem 1. Nachhaltigkeitsbarometer aus dem Jahr 2012 ein deutlicher Anstieg.

92 Prozent unterstützen ausdrücklich die Energiewende

„Dass eine nachhaltige Gesellschaft notwendig ist, stellen Jugendliche nicht mehr in Frage. Ihnen geht es darum, wie sie umgesetzt werden kann“, sagt Thomas Hohn, Bildungsexperte von Greenpeace. Dabei sind sie bereits an der Umgestaltung aktiv mitzuwirken. Wie die Untersuchung zeigt, ist die jüngere Generation viel stärker bereit den Status Quo in Frage zu stellen und für eine deutliche Transformation bereit. An kleinteiligen Justierungen und einem „Weiter so“, haben sie kein Interesse. Mehr als 1.500 Personen haben die Forscher aus Lüneburg gefragt, wie und was sie über nachhaltige Entwicklung denken und auch welchen aktiven Beitrag sie selber leisten. Mit durchaus interessanten Ergebnissen, die vielleicht ein Erfolg der UN-Dekade Bildung für eine nachhaltige Entwicklung sind. Etwas gegen den Klimawandel zu unternehmen und für einen ressourcenschonenden Umgang zu tun, finden heute mehr junge Menschen lohnenswert, als 2012. 92 Prozent der Befragten unterstützen ausdrücklich die Energiewende.

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Quelle: Greenpeace Nachhaltigkeitsbarometer

Wenn junge Menschen sich für Nachhaltigkeit engagieren, handeln sie spontan, aktionsorientiert und organisieren sich im Internet, ohne dass sie langfristig bei Parteien oder Verbänden eingebunden sein möchten. Über 30 Prozent der Befragten gaben an, dass sie Produkte boykottieren, wenn Unternehmen bei der Herstellung nicht auf Umweltschutz oder Menschenrechte achten. Umweltbewusstes Handeln im Haushalt wie Energiesparen und Mülltrennung ist für viele selbstverständlich. „Junge Menschen wollen eine gerechte und nachhaltige Welt. Es fehlt nur leider allzu oft die Möglichkeit, sich direkt einzumischen. Die Gesellschaft muss Jugendlichen neue Formen anbieten, damit sie sich nach ihren Vorstellungen engagieren können“, sagt Professor Gerd Michelsen von der Leuphana Universität Lüneburg.

Nachhaltigkeitsthemen in der Schule

„Die jüngere Generation ist sich der globalen wie auch nationalen Herausforderungen für nachhaltige Entwicklung sehr bewusst. Beide Ebenen werden jedoch nur teils als zusammenhängend gesehen“, heißt es in der Studie. Soll heißen, die Verantwortung für soziale Themen sehen die Jugendlichen in Deutschland, Themen wie beispielsweise Arten-, Umwelt- und Klimaschutz oder Biodiversität verorten sie eher auf globaler Ebene. Die Verantwortung für Themen wie die Energiewende oder die Armutsbekämpfung werden sowohl national als auch global gesehen.

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Quelle: Greenpeace Nachhaltigkeitsbarometer

Um sich mit den Themen der Nachhaltigkeit zu beschäftigen, scheint die Schule von kaum zu unterschätzender Bedeutung. Der Anteil der Jugendlichen die sich im Unterricht mit Nachhaltigkeitsthemen befasst hat, hat sich in den vergangenen Jahren nahezu verdoppelt und liegt inzwischen bei mehr als 70 Prozent. So schreiben die Forscher in der Studie, dass sich nachhaltigkeitsbezogener Unterricht nachweislich auf das Verhalten der Schüler auswirkt. Dennoch bemängeln sie die Qualität des Unterrichts, der oftmals nicht den Qualitätsansprüchen der Bildung für nachhaltige Entwicklung entspricht. „Strukturell eingezwängt in schulische Strukturen können viele Ansätze noch nicht umgesetzt werden. Nach wie vor wird Nachhaltigkeit daher oft zwangsläufig wie ein Thema neben vielen anderen besprochen und abgehandelt“, heißt es in der Studie. In der Folge hängt der Erfolg des Unterrichts zu diesem Thema noch vom Einsatz einzelner Lehrkräfte ab. Ziel müsse es sein, die Qualität des Unterrichts zu verbessern und Lehrer durch geeignete Qualifizierungsmaßnahmen besser auf diese Aufgabe vorzubereiten.

Das 2. Nachhaltigkeitsbarometer zum Download.