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Welt-Risiko-Bericht – Klimawandel bedroht die Weltwirtschaft

Für alle Risiken die die Weltwirtschaft bedrohen, ist die Eintrittswahrscheinlichkeit gestiegen. Zu diesem Ergebnis kommt der heute veröffentlichte Global Risks Report 2016 des Weltwirtschaftsforums. Demnach werden die Klimapolitik, zwischenstattliche Konflikte, Wasserrisiken, Migrationsströme und Naturkatastrophen auch in diesem Jahr die politische Agenda bestimmen.

London (csr-news) > Für alle Risiken die die Weltwirtschaft bedrohen, ist die Eintrittswahrscheinlichkeit gestiegen. Zu diesem Ergebnis kommt der heute veröffentlichte Global Risks Report 2016 des Weltwirtschaftsforums. Demnach werden die Klimapolitik, zwischenstattliche Konflikte, Wasserrisiken, Migrationsströme und Naturkatastrophen auch in diesem Jahr die politische Agenda bestimmen. Als wahrscheinlichstes Risiko sehen die rund 750 befragten Fachleute den weiteren Anstieg der globalen Migrationsströme, als folgenschwerstes Risiko das Versagen der Klimapolitik. Damit steht erstmals seit der Erstauflage des Berichts 2006 ein Umweltrisiko an der Spitze der Rangliste.

The Global Risks Interconnections Map 2016
grr

Quelle: Global Risk Report 2016

Noch nie in den elf Jahren, in denen der Bericht globale Risiken bisher erfasst hat, hat es eine so breit gefächerte Risikolandschaft gegeben. Diese Bandbreite zeigt sich in einer Zeit, in der globale Risiken sich immer stärker zu manifestieren scheinen. Durch die Klimaerwärmung hat die weltweite mittlere Oberflächentemperatur 2015 nach bisherigen Erkenntnissen voraussichtlich erstmals den Meilenstein von 1 °C über dem vorindustriellen Niveau erreicht. Weltweit waren 2014 nach Angaben des UNHCR 59,5 Millionen Menschen auf der Flucht, fast 50 % mehr als 1940. Die Daten des Berichts ergeben für alle Risiken eine durchweg höhere Eintrittswahrscheinlichkeit: Bei allen gemessenen Risiken, ist die Eintrittswahrscheinlichkeit in den vergangenen drei Jahren gestiegen. Die Datenlage spricht nach Auffassung der Experten für eine immer stärkere Verknüpfung der Risiken. Einige wenige Schlüsselrisiken üben insgesamt großen Einfluss aus. Am oberen Ende der Skala stehen 2016 als am stärksten verknüpfte Risiken massive soziale Instabilität und strukturelle Arbeitslosigkeit bzw. Unterbeschäftigung.

Wo ist die Notbremse?

Umweltrisiken haben in der globalen Risikolandschaft 2016 eine besondere Bedeutung erlangt. Die Einkommensschere, die 2014 eine wichtige Rolle spielte, spiegelt sich dieses Jahr in der zunehmenden Verknüpfung von sozialer Instabilität und struktureller Arbeitslosigkeit bzw. Unterbeschäftigung einerseits sowie nachteiligen Konsequenzen des technischen Fortschritts andererseits. „Durch Ereignisse wie die Flüchtlingskrise und Terroranschläge in Europa ist die globale politische Instabilität so hoch wie seit dem Kalten Krieg nicht mehr. Das prägt immer stärker eine Atmosphäre der Unsicherheit, in der internationale Unternehmen zunehmend ihre strategischen Entscheidungen treffen müssen. Noch nie war es so wichtig, dass sich Führungskräfte damit auseinandersetzen, welche Konsequenzen diese Risiken für Wirkungsradius, Ruf und Lieferketten ihrer Unternehmen haben“, so John Drzik, President Global Risks and Specialties von Marsh, einer Beratungsgesellschaft, die den Report erstellt hat.

Zusätzlich zur Bewertung von Eintrittswahrscheinlichkeiten und möglichen Auswirkungen von 29 globalen Risiken befasst sich der Global Risks Report 2016 auch detailliert damit, wie sich die globale Sicherheitslandschaft in Zukunft entwickeln könnte. Der Bericht enthält die Ergebnisse einer einjährigen Studie zu aktuellen Tendenzen und möglichen Triebfedern für die internationale Sicherheit der Zukunft. Mit seiner Analyse von Risikozusammenhängen beleuchtet der Bericht 2016 auch drei Bereiche, in denen sich globale Risiken potenziell auf die Gesellschaft auswirken können. Diese sind das Konzept des einerseits „ermächtigten“ und andererseits „entmündigten“ Bürgers, die Konsequenzen des Klimawandels für die Nahrungsmittelsicherheit und die potenzielle Bedrohung des sozialen Zusammenhalts durch Pandemien.

Der Global Risk Report 2016 zum Download.